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Fokus Osteuropa

„Einfluss Moskaus in Zentralasien gefestigt“

Kurmanbek Bakijew will über die Schließung der US-Basen in Kirgisistan verhandeln. Der russische Zentralasien-Experte Arkadij Dubnow schließt einen stärkeren pro-russischen Kurs der neuen Führung in Bischkek nicht aus.

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Spagat zwischen Russland und den USA: kirgisischer Präsident Kurmanbek Bakijew

DW-RADIO/Russisch: Am 5. Juli haben die Mitgliedsstaaten der „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“ in der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffens den Teilnehmerländern der Anti-Terror-Koalition vorgeschlagen, konkrete Fristen für die Schließung ihrer Militärbasen in Zentralasien festzulegen. Warum ist der neue kirgisische Präsident darauf bedacht, den Kurs der Staatschefs der Mitgliedsländer der Shanghai-Gruppe so deutlich zu unterstützen?

Arkadij Dubnow: Die Entscheidung Bischkeks, sich den Forderungen der Shanghai-Gruppe anzuschließen, war keine selbstständige Entscheidung. Das zeigt die Erklärung des gewählten Präsidenten Kirgisistans, Kurmanbek Bakijew, die am Sonntag (17.7.) im russischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Bakijew hat es ausgeplaudert. Er begründete die Forderungen des Gipfeltreffens der Shanghai-Gruppe genau. Er sagte wörtlich: ‚Weil Wladimir Putin diese Frage aufgeworfen hat, sage ich, ist die Situation heute eine andere.‘ Auf diese Weise hat er als erster der Staatschefs der Shanghai-Gruppe ausgeplaudert, dass der Präsident Russlands derjenige war, der diese Frage ins Gespräch gebracht hat.

Kann man davon ausgehen, dass Bakijew einen stärkeren pro-russischen Kurs verfolgen wird als sein Vorgänger Askar Akajew, der in der Außenpolitik um ein Gleichgewicht zwischen dem Westen, Russland, Kasachstan und China bemüht war?

Zweifelsohne kann dies bedeuten, dass die Ausrichtung der kirgisischen Außenpolitik in gewisser Weise geändert wird. Eine andere Frage ist aber, ob sich die Änderung als beständig erweisen wird, weil ausgewogene Beziehungen Bischkeks zu Washington zu einer Bedingung für die Fortsetzung der US-Finanzhilfe werden könnten. Ich glaube nicht, dass Bakijew eine gleichwertige Hilfe von Russland erhalten kann, obwohl nicht ausgeschlossen ist, dass sich die Ereignisse anders entwickeln. Die Erklärung Bakijews beweist: Die Politik der russischen Führung hat die Situation nach den Ereignissen im usbekischen Andischan ausgenutzt und den Einfluss Moskaus in der Region erfolgreich gefestigt. Bakijews Erklärung kam für Moskau nicht unerwartet.

Das Interview führte Vitali Volkov

DW-RADIO/Russisch, 18.7.2005, Fokus Ost-Südost

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