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Fußball

Eine tierisch gute Ersatzelf

Gesetzt den Fall, das Lahma lahmt, das Schweini streikt und die Boa-teng verliert ihre Giftigkeit: wer holt dann für Deutschland den Titel? Es gäb da eine Ersatzelf. Eine tierisch Gute.

Zwei Antilopen spielen Fußball im Münsteraner Allwetterzoo (Foto: dpa)

Kopfballstark und Ballsicher: Diese Münsteraner Antilopen wären eine echte Verstärkung für unsere Elf

Münster. Allwetterzoo. Ein Fußballspiel der besonderen Art, Mensch gegen Tier, aber der Reihe nach. Auf dem satten Grün des Afrikageheges laufen Sie ein, die Stars von morgen: hellbraunes Fell, drahtige Statur, tänzelnder Schritt – die Antilopen markieren ihre Spielfeldhälfte. Dort bleiben sie nicht lange allein, denn sie bekommen Verstärkung von ein paar ballsicheren Zebras, die hinten etwas Ruhe rein bringen sollen. Die Gegner der tierischen Elf: eine Handvoll Fußballer des Regionalligisten Preußen Münster. Allesamt etwas zu lässig gekleidet, mit Sonnenbrillen im hochgestylten Haar. Wenn sich das mal nicht rächt. Als der Tierpfleger die Partie anpfeift, halten sich die tierischen Ballkünstler zunächst etwas zurück und lassen den Gegner kommen. Team „Antilope und Zebra“ spielt einen routinierten Stiefel und ist sogar mit einem Konter erfolgreich. Die Partie gegen die Zweibeiner endet mit einem verdienten Unentschieden. Nach dieser Leistung sind Antilopen und Zebras gesetzt im tierischen Ersatzkader.

Nashornbaby Ebun mit Ball (Foto: Allwetterzoo Münster)

Talent: Nashornbaby Ebun

Gleich nebenan spielt das größte Nachwuchstalent des Zoos. Nashornbaby Ebun, keine neun Monate alt, stürmt gerade auf das runde Leder zu, wirft seinen Kopf in den Nacken, holt aus und kickt den Ball beherzt mit seinem noch nicht vorhandenen Horn Richtung Gitter. Tolle Ballbehandlung, prima Schusstechnik und der richtige Torriecher - Ebun könnte mal ein ganz Großer werden. Und mal ehrlich: Gegen das kleine Nashorn sieht ein Thomas Müller ziemlich alt aus.

Wenn Sweni angreift, bibbert jede Abwehrreihe

Nächster Spielort: Wuppertaler Zoo, Elefanten-Gehege. Dickhäuter-Dame Sweni im Duell mit ihrem Pfleger. Natürlich ist die 17-Jährige im Fußballfieber, schließlich kommt sie aus dem WM-Gastgeberland Südafrika, genauer gesagt aus dem Krüger-Nationalpark. Locker flockig und manchmal unter Zuhilfenahme ihres Rüssels schlenzt Sweni den Ball am torhütenden Pfleger vorbei ins Tor. Eine echte Vollblutstürmerin. Die kann jeder Trainer gebrauchen.

Rochen und Katzenhaie spielen Fußball (Foto: dpa)

Der Rochen ist platt, aber der Katzenhai glänzt auf der Linie

Was dem Kader jetzt noch fehlt, ist ein richtig guter Torwart. Reaktionsschnell muss er sein und sicher auf der Linie. Fündig wird man am Timmendorfer Strand an der Ostsee. Im "Sea Life" Aquarium treten ein paar Rochen gegen ein Rudel Katzenhaie an. Während die Rochen von Beginn an schon ziemlich platt wirken, fällt der Blick schnell auf den wendigen Hai zwischen den Pfosten. Traumhaft sicher fischt er jeden (übrigens mit Tintenfisch gefüllten) Ball aus dem Netz – und sein Zähnefletschen erinnert dabei entfernt an einen zurückgetretenen Torwarttitan. Tja, damit steht sie, die tierisch gute Ersatzelf. Also Jogi Löwe, brüll mal laut, falls du sie brauchst…

Autor: Joscha Weber (mit dpa)

Redaktion: Arnulf Boettcher

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