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Politik

Eine Kindheit in Polen

Johannes Paul II. wurde 1978 als erster Slawe zum Papst gewählt. Er war damals 58 Jahre alt und blickte bereits auf ein Leben voller Prüfungen und Herausforderungen zurück.

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Im New Yorker Shea Stadion, 1979

Karol Wojtyla, so der bürgerliche Name von Johannes Paul II., wird am 18. Mai 1920 in Wadowice bei Krakau geboren. Der Vater ist Verwaltungsoffizier in der polnischen Armee. Kaum neun Jahre alt verliert er seine Mutter. Nur drei Jahre später stirbt auch sein einziger Bruder, ein Arzt, an einer typhusartigen Krankheit. Karol wird vom Vater aufgezogen.

Sport und Gedichte

Als Jugendlicher legt er den Grundstein für seine Jahrzehnte lange robuste Gesundheit. Er ist sehr sportlich, spielt Fußball und schwimmt. In der Schule glänzt er mit exzellenten Leistungen. Schon in der Jugendzeit verfasst er Gedichte. Eine Zeitlang möchte er Literatur studieren und Berufsschauspieler werden. Nach dem Abitur 1938 nimmt er dann aber an der philosophischen Fakultät in Krakau das Studium der polnischen Philologie auf. Nebenbei wirkt er in einer Theatergruppe mit, die ab 1940 im Untergrund arbeitet.

Steinbruch und Chemiefabrik

Eines Tages kommt er nach Hause und findet seinen Vater tot vor. Ein Infarkt. Karol Wojtyla ist 21 Jahre alt. Sein Schauspiellehrer nimmt ihn bei sich auf. Erst in dieser Zeit entsteht in ihm der Wunsch, Priester zu werden. Von 1940 bis 1944 arbeitet er in einem Steinbruch, später in einer Chemiefabrik, um der Deportation und Zwangsarbeit im Deutschen Reich zu entgehen. Nebenher studiert er seit 1942 Theologie - im Untergrund.

Priesterweihe

Im November 1946 wird er zum Priester geweiht und reist nach Rom, um an der Päpstlichen Universität der Dominikaner weiterzustudieren. Nach zwei Jahren promoviert er über "Das Problem des Glaubens beim Heiligen Johannes vom Kreuz". Er kehrt nach Polen zurück, arbeitet dort als Hilfspfarrer und ist ab 1953 Professor für Moraltheologie an der Katholischen Universität von Lublin. Fünf Jahre später wird er zum Bischof geweiht und habilitiert sich mit einer Arbeit über den deutschen Phänomenologen Max Scheler.

Erzbischof

1963 ernennt ihn Papst Paul VI. zum Erzbischof von Krakau. Die Kardinalswürde verleiht er ihm 1967. Im so genannten Drei-Päpste-Jahr - innerhalb von acht Wochen waren zwei Päpste gestorben - wird Karol Wojtyla als erster Nichtitaliener seit 455 Jahren und als erster Slawe am 16. Oktober 1978 von den in Rom versammelten Kardinälen aus aller Welt zum Nachfolger auf den Stuhl des Heiligen Petrus gewählt.

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