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Kultur

Ein Tablett als Computer

Den Computer einfach unter den Arm klemmen wie eine Schreibmappe und dann ganz nach Belieben in der Wohnung damit herumspazieren und arbeiten: Der Tablet PC gibt dem User diese - zumindest räumliche - Freiheit.

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Vom Hersteller Viewsonic stammt das Surf-Tablett

Schon vor der Cebit 2002 war klar, dass etliche Hersteller von Computern mit dem neuen Tablet-Design zur Messe aufwarten würden. Denn der klassische Desktop-PC oder auch Notebooks elektrisieren die Kunden schon lange nicht mehr. Ob das Gehäuse nun grau, schwarz oder bunt war: Ein PC blieb ein PC, groß, langweilig im Design und auf keinen Fall verdächtig, das Innere einer Wohnung zu bereichern.

Die Tablet PCs räumen damit auf. Die Rechner, meist von der Größe eines Blatts Papier, sind elegant und besitzen alle zweckmäßigen Funktionen eines Computers. Man nimmt den Tablet PC einfach wie einen großen Notizblock in die Hand. Eine Tastatur besitzen die mobilen Rechner nicht, man schreibt einfach mit einem Plastikstift auf dem Bildschirm. Dieser ist berührungsempfindlich und setzt die Eingaben digital um. Statt schwarzer Tinte benutzen die Tablet PCs also digitale Tinte. Die in Hannover vorgestellten Geräte, zumeist Prototypen, beherrschen die Schrifterkennung recht gut.

Auch wenn manchmal ein Buchstabe nicht erkannt wird, so ist das Arbeiten mit den Geräten doch leichter als bei den derzeit erhältlichen Handhelds und Organizern. Deren Besitzer muss Buchstaben regelrecht malen, damit die digitalen Assistenten sie auch verstehen können. Den Tablet PCs hingegen kann jeder seine "eigene Handschrift aufdrücken." Das Schreiben soll so leicht von der Hand gehen wie auf Papier. Dahinter steht die leistungsfähige Schrifterkennung des Betriebssystems. Es heißt Windows XP Tablet Edition und kommt aus dem Hause Microsoft. Maus und Tastatur sind überflüssig, können aber bei Bedarf natürlich angeschlossen werden. Die Verbindung zu anderen Rechnern oder ins Internet hält bei Bedarf ein Funknetzwerk aufrecht. Zurück am Schreibtisch, steckt der Anwender den Tablet PC einfach in eine "Docking Station". Der angedockte Rechner ist dann ein ganz normaler Computer, der mit Tastatur und Maus bedient wird.

Der US-Hersteller Viewsonic, eigentlich auf Displays, Monitore und Projektoren spezialisiert, hat in Hannover seine Produktpalette um ein solches genanntes Surf-Tablett erweitert. Das Airpanel 100 soll vor allem Angestellten in Unternehmen das Arbeiten leichter machen, die oft den Arbeitsplatz wechseln. 1,1 Kilogramm wiegt der Tablett-Rechner, auch ein Mikrofon und ein Lautsprecher sind integriert. Das Airpanel 100 kommt Anfang Mai in den Handel. Als Betriebssystem kommt Microsoft Windows CE.net zum Einsatz, für den Antrieb sorgt ein eigener kleiner Prozessor.

Der Push durch Microsoft

Dass es in Hannover eine Reihe der lange angekündigten Tablet PCs zu sehen gibt, ist vor allem dem Softwarekonzern Microsoft zu verdanken. Durch sein Betriebssystem Windows groß und mächtig geworden, expandiert der Hersteller aus Seattle systematisch in den Hardwaremarkt. Die Beispiele sind zahlreich: Die X-Box soll den Spielemarkt erobern, das Smartphone den Handymarkt, der Pocket PC feiert Erfolge bei den Handhelds, und mit seinem Tablet-PC-Konzeot namens Mira hat Microsoft nun auch den Schritt hin zu den smarten Flachrechnern getan. Im Gegensatz zu den anderen Tablet-PC-Konzepten steckt in den Mira jedoch keine eigene Rechenkapazität: Einem Mira-Bildschirm fehlt der Hauptprozessor. Der berührungsempfindliche Bildschirm ist lediglich über ein Funknetzwerk an den PC angeschlossen, der die Daten speichert und auch mit dem Internet verbunden ist.

Zwar hatte Bill Gates das Mira-Design schon im Januar in Las Vegas vorgestellt, doch sind nun zur Cebit wesentlich mehr Geräte produzierender Hersteller zu sehen, meist allerdings mit integrierter Rechenkapazität. Gemeinsam mit Hardwareherstellern wie der niederländischen Philips und der koreanischen LG Electronics will der Softwarekonzern aus Redmond die intelligenten Bildschirme herstellen, hieß es auf der Cebit.

Auch der taiwanesische Hersteller FIC hat zwei neue Tablet-PCs im Programm, die beide mit Windows XP in der Tablet Edition laufen. Beide Geräte besitzen 128 Megabyte Arbeitsspeicher, eine Festplatte und eigene Prozessoren. Sie wiegen rund 1,2 Kilogramm. Der Computerriese Compaq zeigte zwei Prototypen auf der Cebit, die im August auf den Markt kommen sollen.

Eine Mischform stellt das 1,95 Kilogramm schwere Pacebook 600 des US-Herstellers Paceblade dar. Es hat einen robusten Touchscreen und eine schnurlose Tastatur. Im Pacebook werkelt ebenfalls ein eigener Prozessor, der besonders stromsparend arbeitet und sechs Stunden mit einer Batterieladung arbeiten kann. Allerdings ist das Pacebook nichts für das Arbeiten im schicken Business-Ambiente. Das Gehäuse besteht aus einer hochstabilen Magnesium-Legierung und ist extrem temperaturfest und sturzgesichert. Für alle jene, die auch am Polarkreis oder im Urwald nicht auf das digitale Arbeiten verzichten können - oder wollen.

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