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Südamerika

Ein Schein gegen Venezuelas Hyperinflation

Kein anderer Staat der Welt hat derzeit eine höhere Inflationsrate als das südamerikanische Krisenland Venezuela. Das Rezept des sozialistischen Präsidenten Maduro: Neue Banknoten. Schon wieder.

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Größere Geldscheine für Venezuela (17.01.2017)

Im Kampf gegen die höchste Inflationsrate der Welt will Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro erstmals Geldscheine im Nennwert von 100.000 Bolivar drucken lassen. Am Rande einer Kabinettssitzung stellte er die neue Banknote vor.

Vor einem Jahr war die größte Banknote in Venezuela noch der 100-Bolivar-Schein, der zu diesem Zeitpunkt aber schon praktisch wertlos war. Erst Anfang 2017 waren daraufhin neue Scheine eingeführt worden - mit dem 20.000er als größtem Zahlungsmittel.

1 : 48.000

Im Zuge des monatelangen Machtkampfes und der Ausschaltung des von der Opposition dominierten Parlaments zog die Geldentwertung weiter an. Viele Bürger versuchen händeringend, an Devisen zu kommen - zum Beispiel auch, um das Land zu verlassen.

Auf dem Schwarzmarkt gibt es für einen Euro aktuell 48.000 Bolivar. Somit ist auch der neue 100.000er-Schein derzeit gerade mal rund zwei Euro wert. Und der Verfall geht rasant weiter. Es wird geschätzt, dass die Inflation mehr als 1000 Prozent erreichen wird.

Dramatische Versorgungskrise

Trotz der größten Ölreserven der Welt hat Venezuela kaum noch Devisen, um damit Lebensmittel und Medikamente einzuführen. Im einst reichsten Land Südamerikas nehmen Krankheiten und Hunger rasant zu.

Die USA und die Europäische Union werfen Maduro vor, eine Diktatur zu errichten, um sich trotz der Krise an der Macht zu halten. Maduro macht hingegen das Ausland und Sanktionen für die Misere verantwortlich. "Wir müssen das Volk vor diesem ökonomischen Krieg schützen, vor den Spekulanten, bis wir mit einer neuen Wirtschaft das Gleichgewicht gefunden haben", erklärte der 54 Jahre alte Sozialist.

wa/cw (dpa)

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