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Kultur

Ein Gigabyte von Google

"Ihre Mailbox ist voll" - diese Meldung könnte bald der Vergangenheit angehören. Zumindest für Nutzer des neuen E-Mail-Services von Google.

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Die Suchmaschine macht jetzt auch in E-Mails

Ein Gigabyte Speicherplatz wird Google für Mails zur Verfügung stellen. Das ist 500-mal mehr als zum Beispiel Hotmail seinen Kunden zugesteht. Beim Angebot von Microsoft erhalten sie lediglich zwei Megabyte - und müssen daher laufend alte Mails löschen. Der Gmail genannte Service von Google macht damit Schluss: nie wieder Mails löschen, verspricht die Firma aus Mountain View in Kalifornien. Derzeit läuft das Angebot nur im Testbetrieb, doch schon in wenigen Wochen soll jeder eine Adresse bei Gmail reservieren können.

Wird Google zum vollwertigen Internetportal ausgebaut?

Das Unternehmen baut sein Angebot damit erneut aus. 1998 war Google von Larry Page und Sergey Brin gegründet worden, zwei Doktoranden aus Stanford. Die schlicht gestaltete Seite wurde schnell zur beliebtesten Suchmaschine im Netz. Heute beantwortet Google über 200 Millionen Suchanfragen pro Tag. Aber das ist längst nicht mehr der einzige Zweck von Google. Es ist ebenso möglich, Nachrichten oder Bilder zu "googlen" - wie das Suchen neuerdings genannt wird. Brancheninsider sehen einen Zusammenhang zwischen der Ausweitung des Angebots und dem Börsengang von Google, der für dieses Jahr angekündigt ist. Mit weiteren Diensten sollen Konkurrenten wie Yahoo und Microsoft Kunden abgejagt werden.

Suchen statt Ordnen

Gmail ermögliche einfaches Mailen von jedem Ort der Welt, versprechen die Entwickler. Dank einer speziellen Suchfunktion findet Gmail "jede Mail, die Sie jemals gesendet oder empfangen haben", erklärte das Unternehmen am Donnerstag (1.4.2004). Sogar komplette Korrespondenzen zu einem bestimmten Thema ließen sich wieder rekonstruieren - ähnlich wie bei Threads in einem Forum. Das zeitaufwändige Sortieren in einzelne Ordner könne daher entfallen.

Google liest mit

Für den Anwender ist das neue Angebot kostenlos, denn es wird durch sogenannte "kontextbasierte" Werbung finanziert. Bei der Suchmaschine wird dieses Prinzip schon heute angewendet: je nachdem welcher Begriff gerade gesucht wird, blendet Google rechts oben dazu passende Werbung ein.
Mit dem Einsatz von kontextbasierter Werbung in E-Mails betritt Google jedoch Neuland. Ein Computer wertet dazu alle E-Mails des Benutzers aus und durchsucht diese auf bestimmte Schlagwörter. Anschliessend wird dazu passende Werbung eingeblendet. Wer Freunde also gerade über seinen bevorstehenden Urlaub informiert, könnte schnell Reisewerbung auf seinem Bildschirm entdecken. All das soll aber völlig automatisch und anonym geschehen: "kein Mensch wird jemals Ihre Mails lesen", verspricht Google.

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