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Aktuell Nahost

EgyptAir-Absturz: Von Flug MS804 von Paris nach Kairo fehlt weiterhin jede Spur

Technischer Defekt oder Terroranschlag? Auch einen Tag nach dem Absturz des EgyptAir-Flugs MS804 tappen die Ermittler im Dunklen. Von der Maschine mit 66 Menschen an Bord fehlt jede Spur.

EgyptAir widerrief in der Nacht frühere Angaben, wonach Wrackteile des Airbus A320 nahe der griechischen Insel Karpathos geortet worden seien. Die Suche gehe weiter, hieß es jetzt. Schon zuvor hatte Griechenland, das bei der Suche nach der vermissten Maschine hilft, die Meldungen aus Kairo über Funde von Wrackteilen dementiert.

Große Suchaktion

Von der Maschine fehlt damit jede Spur. An der Suche nach dem A320 im Mittelmeer beteiligten sich Schiffe und Flugzeuge aus Frankreich, Griechenland und Ägypten, auch ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag-Lloyd nahm teil. Das östliche Mittelmeer ist bis zu 4500 Meter tief.

Der Screenshot der Internetseite von flightradar24.com zeigt die Route des Airbus (Foto: flightradar24.com/dpa)

Der Screenshot der Internetseite von flightradar24.com zeigt die Route des Airbus

Der Airbus mit 56 Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern war auf dem Weg von Paris nach Kairo, als er am Donnerstag um 02.29 Uhr MESZ vom Radar der griechischen Luftverkehrkontrolle verschwand. Das Flugzeug war etwa zehn bis fünfzehn Seemeilen im ägyptischen Luftraum in einer Höhe von 37.000 Fuß (knapp 11.300 Meter) ins Trudeln geraten, wie der griechische Verteidigungsminister Panos Kammenos mitteilte. "Dann machte es eine Drehung von 90 Grad nach links und danach eine andere Drehung von 360 Grad nach rechts und fiel auf eine Höhe von 15.000 Fuß. Sein Radarbild verschwand auf einer Höhe von 10.000 Fuß", berichtete Kammenos.

Kein Notruf der Piloten

Einen Notruf setzten die Piloten nicht ab. Die letzte Kommunikation mit der Cockpit-Besatzung gab es wenige Minuten vor dem Verschwinden des Flugzeugs. Dabei habe der Pilot "kein Problem erwähnt", teilt die griechische Flugaufsicht mit. Das Flugzeug war zu dieser Zeit südöstlich der griechischen Insel Kreta und etwa 280 Kilometer vom ägyptischen Festland entfernt.

Kairo vermutet Anschlag

Ägyptens Regierung hält einen Anschlag für die wahrscheinlichste Ursache des Absturzes. Bei einer genauen Analyse des Vorfalls sei die Wahrscheinlichkeit eines "Terrorangriffs" höher als die eines technischen Versagens zu veranschlagen, sagte Luftfahrtminister Scherif Fathy in Kairo. Der französische Präsident François Hollande sagte, "keine Hypothese" werde ausgeschlossen. Außenminister Jean-Marc Ayrault warnte nach einem Treffen mit Hinterbliebenen in Paris vor Spekulationen: "Es sind zu viele nicht bestätigte Angaben im Umlauf."

Zurückhaltend äußerte sich das US-Verteidigungsministerium. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine Explosion an Bord des Flugzeuges, sagte eine Sprecherin in Washington. Es sei aber noch zu früh, um eine Ursache für den Absturz auszuschließen, fügte sie hinzu.

De Maizière zurückhaltend

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der sich zur Zeit in den USA aufhält, erklärte: "Wir kennen die Ursachen des Absturzes noch nicht, deswegen bin ich mit Spekulationen sehr vorsichtig." Über mögliche Konsequenzen aus dem Absturz könne erst gesprochen werden, wenn die Ursache feststehe.

In den vergangenen Monaten hat es mehrere Zwischenfälle mit Flugzeugen aus Ägypten gegeben. Im März hatte ein Mann mit einer Bombenattrappe eine EgyptAir-Maschine nach Zypern entführt und dort aufgegeben. Ende Oktober war ein russischer Ferienflieger über der Sinai-Halbinsel abgestürzt, nachdem an Bord eine Bombe explodiert war. Zu der Tat, bei der 224 Menschen starben, bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

wl/SC (dpa, afp, rtr)