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Fußball

Echtes Spitzenspiel ohne Tore

Die beiden derzeit besten deutschen Fußball-Mannschaften liefern sich in Dortmund ein packendes Duell. Am Ende teilen sich der BVB und Bayern die Punkte. Für Hannover gehen die Bundesliga-Lichter langsam aus.

Wird die Saison doch noch einmal spannend? Diese Frage stand über dem Topspiel nicht nur des 25. Bundesliga-Spieltags, sondern der gesamten Saison. Schließlich sind der deutsche Rekordmeister FC Bayern und der Tabellenzweite Borussia Dortmund dem Rest der Liga bereits um Meilen enteilt. Hätte der BVB gewonnen, wäre der Vorsprung der Münchener in der Tabelle auf zwei Punkte geschmolzen. Nach dem 0:0 in Dortmund bleibt der Abstand der alte: Fünf Punkte trennen weiterhin den FC Bayern und den BVB.

Von Beginn entwickelte sich ein Schlagabtausch zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Die Bayern hatten mehr Ballbesitz, doch der BVB lauerte auf Fehler der Gäste und war stets brandgefährlich, vor allem mit Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang. Die größte Chance in der ersten Hälfte hatte jedoch ein Bayern-Spieler: Bei einem schnellen Angriff der Gäste stand die BVB-Abwehr einmal nicht optimal, Douglas Costa lief alleine auf Dortmunds Torwart Roman Bürki zu, doch der Schweizer parierte glänzend (28.). Obwohl keine Tore gefallen waren, äußerte sich Bundestrainer Joachim Löw schon in der Pause im Fernsehsender Sky begeistert: "Ein irres Tempo, eine unglaubliche Geschwindigkeit. Das beste Spiel, das ich bisher in dieser Saison gesehen habe."

Vidals Lattenknaller

Duell zwischen Alonso und Gündogan. Foto: dpa-pa

Intensives Duell, hier Alonso (l.) und Gündogan

Auch in der zweiten Hälfte änderte sich nichts an der hohen Qualität. Beide Torleute mussten in höchster Not klären. Zunächst Manuel Neuer gegen Aubameyang (51.), der eine der wenigen Lücken in der Bayern-Abwehr nutzte, aus fünf Metern zum Abschluss kam und den Nationaltorwart zu einer Glanzparade zwang. Und dann Bürki, der nach einem Knaller von Arturo Vidal aus elf Metern (64.) irgendwie noch die Fingerspitzen an den Ball bekam. Der Schuss landete an der Latte, von dort prallte der Ball ins Feld zurück. Acht Minuten später wäre Bürki jedoch machtlos gewesen, wenn Robben bei seinem Schuss aus zwölf Metern nicht in Rücklage geraten wäre - drüber. In der Schlussviertelstunde brachte Bayern-Trainer Pep Guardiola noch den französischen Mittelfeldstar Franck Ribery (für Costa) und BVB-Coach Thomas Tuchel den kolumbianischen Stürmer Adrian Ramos (für Marco Reus). Beide signalisierten damit, dass sie mehr als einen Punkt wollten. Doch es blieb beim torlosen Remis, nach dem die Bayern beruhigt nach München zurückfahren können. "Es war ein gerechtes Unentschieden", bilanzierte Kapitän Philipp Lahm. "Es hätte auch 2:2 ausgehen können."

Wenig Hoffnung für Hannover

Mit höflichem Applaus wurde Thomas Schaaf empfangen, mit leeren Händen verließ der langjährige Werder-Trainer seine alte Wirkungsstätte. Bremen besiegte das von Schaaf betreute Bundesliga-Schlusslicht Hannover 96 mit 4:1 (2:1) und sorgte damit vielleicht schon für eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Acht Punkte fehlen Hannover zum rettenden 15. Rang. Über die gesamte Spielzeit war Bremen die klar bessere Mannschaft und ging durch einen Flachschuss des völlig freistehenden Fin Bartels (18. Minute) und einen Geniestreich von Claudio Pizarro (26.) verdient mit 2:0 in Führung. Für den 37 Jahre alten Peruaner war es das 100. Tor für Werder. Kurz vor dem Pausenpfiff gelang Hannovers Kenan Karaman nach einer Ecke aus kurzer Distanz der glückliche Anschlusstreffer (45.). Theodor Gebre Selassie stellte mit einem satten Schuss aus acht Metern ins lange Eck (56.) den alten Abstand wieder her.

Theodor Gebre Selassie (l.) erzielt das vierte Bremer Tor gegen Hannover. Foto: Getty Images

Gebre Selassie (l.) erzielt das vierte Bremer Tor gegen Hannover

Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler ließ schließlich noch einen haltbaren Schuss von Zlatko Junuzovic von der Strafraumgrenze (67.) zum 4:1-Endstand für Werder passieren. Die Bundesliga-Statistik spricht eindeutig gegen Hannover 96. Noch nie konnte eine Mannschaft, die nach dem 25. Spieltag nur 17 Punkte auf dem Konto hatte, den Abstieg noch abwenden. "Es ist schon klar, dass jetzt sehr, sehr viel zusammenpassen muss", räumte Thomas Schaaf ein. "Die Möglichkeit ist noch da, aber ich weiß natürlich, wie schwer diese Aufgabe wird."

VfB schießt Hoffenheim ab

Stuttgarts Georg NIedermayer jubelt über einen seiner beiden Treffer gegen Hoffenheim. Foto: Getty Images

Niedermayer jubelt über einen seiner beiden Treffer

Lange Gesichter nicht nur bei Schlusslicht Hannover, sondern auch beim Tabellenvorletzten 1899 Hoffenheim. Dessen Trainer Julian Nagelsmann, der jüngste Coach der Liga, zahlte beim 1:5 (0:2) im Südwestderby in Stuttgart Lehrgeld. Der VfB, der sich mit dem Sieg auf Tabellenrang zehn vorschob, muss sich derzeit keine Abstiegssorgen machen. Georg Niedermeier gelang ein Doppelpack (6., 51.) für die Schwaben, Lukas Rupp (42.), Filip Kostic (78.) und Timo Werner (82.) steuerten die weiteren Treffer bei. Für Hoffenheim gelang Andrej Kramaric nur der Ehrentreffer (73.).

Eintracht Frankfurt bleibt nach dem mageren 1:1 (0:1) im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt auf dem Relegationsplatz. Moritz Hartmann verwandelte für die Gäste bereits in der Anfangsphase einen berechtigten Handelfmeter (8.). Marco Russ gelang für die Eintracht nur noch der Ausgleich (69.). Der Ingolstädter Pascal Groß sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (74.).

Schalke überholt Gladbach

Der FC Schalke 04 schob sich mit einem 3:1 (2:1)-Sieg beim 1. FC Köln auf den vierten Tabellenrang vor. Die Königsblauen waren in einer hochklassigen, extrem abwechslungsreichen Partie die cleverere Mannschaft. Klaas-Jan Huntelaar per Foulelfmeter (3.), Max Meyer (24.) und Franco Di Santo (76.) schossen die Schalker Tore, Leonardo Bittencourt traf für die Geißböcke (33.).

Klass-Jan Huntelaar bringt Schalke in Köln per Strafstoß in Führung. Foto: Getty Images

Klass-Jan Huntelaar (l.) bringt Schalke in Köln per Strafstoß früh in Führung

Der bisherige Tabellenvierte Borussia Mönchengladbach stolperte beim VfL Wolfsburg. Die "Wölfe" gewannen in einer Partie, in der die Gladbacher über weite Strecken, die überlegene Mannschaft waren, glücklich mit 2:1 (2:1). Julian Draxler (15.) und der Ex-Gladbacher Max Kruse (17.) trafen für die Hausherren, Raffael nach einem Konter für die Borussia (23.).

Glücklicher Punkt für Leverkusen

Ohne den gesperrten Trainer Roger Schmidt wendete Bayer 04 Leverkusen in letzter Sekunde eine schon fast sichere Niederlage ab. Der FC Augsburg und die Werkself trennten sich 3:3 (0:2). Der Südkoreaner Ja-Cheol Koo brachte die Hausherren mit einem Dreierpack (5., 44., 57.) fast uneinholdbar mit 3:0 nach vorn. Doch Karim Bellarabi (60.), Augsburgs Paul Verhaegh mit einem Eigentor (80.) und Hakan Calhanoglu per Handelfmeter (90.+3) sorgten noch für den überaus glücklichen Punktgewinn der Leverkusener. Jeffrey Gouweleeuw sah wegen des Handspiels in der Schlussminute Rot. Bayer-Trainer Schmidt war noch vor dem Anpfiff Richtung Spanien geflogen, um Europa-League-Gegner FC Villareal zu studieren.

Am Sonntag empfängt Bayern-Besieger FSV Mainz 05 Aufsteiger Darmstadt 98. Der Hamburger SV und der Tabellendritte Hertha BSC beschließen den 25. Spieltag.

Wenn Sie noch einmal in alle Samstagsspiel eintauchen wollen, können Sie hier im DW-Liveticker nachlesen.

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