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Wirtschaft

EADS will doch mitbieten

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS steigt wieder in das Bieterverfahren für Tankflugzeuge der US-Streitkräfte ein. Diesmal ohne einen Partner. Das Pentagon begrüßte die Entscheidung.

Ein Airbus-Tankflugzeug betankt einen B2-Bomber (Foto: Northrop)

EADS tritt wieder gegen Boeing an. Der Auftrag im Wert von 35 Milliarden Dollar ist verlockend

Zur Not eben im Alleingang: "Wenn man das Beste hat, muss man es anbieten", sagte der Nordamerika-Chef von EADS, Ralph Crosby, am Dienstagabend (20.04.2010) als er bekanntgab, dass sein Unternehmen sich nun doch um den Rüstungsauftrag in den USA bemühen werde. Bis zum 9. Juli wird EADS ein Angebot für den Bau von 179 Tankflugzeugen im Wert von 35 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro) vorlegen.

Die KC-45 sei das einzige bereits bestehende und risikoarme Tankflugzeug, das den hohen Anforderungen der Air Force entspreche und bereits in Produktion sei, sagte Crosby. Ein Sprecher des Pentagon erklärte, das Verteidigungsministerium sei entschlossen, einen fairen, offenen und transparenten Wettbewerb zu leiten.

EADS-Chef Louis Gallois (Foto: AP)

EADS-Chef Louis Gallois will auf dem amerikanischen Markt Fuß fassen

In EADS-Kreisen hieß es, die Europäer wollten verhindern, dass Boeing als alleiniger Bieter hohe Einnahmen einstreichen könne. Konzernchef Loius Gallois sagte, EADS wolle seine Präsenz in den Vereinigten Staaten verstärken.

Protektionismus-Vorwürfe gegen Boeing

Anfang März hatte sich EADS zusammen mit seinem US-Partner Northrop Grumman aus dem Bieterwettbewerb zurückgezogen, weil sie sich gegenüber Boeing benachteiligt fühlten. Vorwürfe über Protektionismus wurden laut.

Um die Europäer wieder an Bord zu holen, verlängerte das US-Verteidigungsministerium die Ausschreibungsfrist. EADS begann die Suche nach einem Partner, bislang ohne Erfolg. Der Konzern verfüge jedoch über ein großes Team aus Lieferanten, sagte der Präsident von EADS-Nordamerika, Sean O'Keefe.

US-Rüstungsmarkt ist lukrativ und umkämpft

Eine Boeing 767 betankt zwei Kampfjets (Foto: dpa)

Die Boeing 767 ist kleiner, sein Betrieb aber günstiger

Analysten sagen einen harten Kampf voraus. Das von EADS angebotene Flugzeug KC-45 auf Basis des Airbus A330 ist größer und der Betrieb teurer als bei der Boeing 767. Der US-Rüstungsmarkt ist sehr lukrativ und daher heiß umkämpft. Bislang haben es internationale Anbieter sehr schwer, dort Fuß zu fassen. Politiker begründen dies mit einer möglichen Vernichtung von Arbeitsplätzen im Land. EADS bekräftigte darum seine Pläne, für den Fall des Zuschlags die Montage in Mobile im US-Bundesstaat Alabama vorzunehmen und damit Arbeitsplätze in den USA zu schaffen.

Endgültige Entscheidung im Herbst

Die Ausschreibung zieht sich nun schon über Jahre hin. Zweimal war der Auftrag bereits vergeben worden, doch beides Mal gab es Fehler und Streit über das Verfahren. Die Entscheidungen wurden rückgängig gemacht. Nun folgt der dritte Anlauf. Mit einer endgültigen Entscheidung ist im Herbst zu rechnen.

Autor: Julian Mertens (apn, rtr, afp)
Redaktion: Annamaria Sigrist

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