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Fokus Osteuropa

DW-Trend: Weniger Optimismus bei Ukrainern

Der im Dezember erhobene DW-Trend zeigt, dass die Ukrainer in der Wirtschaft und Korruption die wichtigsten Probleme ihres Landes sehen. Die Zuversicht in eine Besserung ihrer persönlichen Situation schwindet.

Frauen in der Ukraine verkaufen Lebensmittel auf der Straße (Foto. AP)

Weniger Ukrainer erwarten eine bessere wirtschaftliche Lage

Einer großen Mehrheit der Menschen in der Ukraine bereiten wirtschaftliche Probleme zunehmend Sorge. Das ergab der zweite DW-Trend, den das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK Ukraine im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle im Dezember 2010 nach repräsentativen Methoden in der Ukraine erhoben hat.

79 Prozent der Befragten erklären die wirtschaftliche Lage zum größten Problem, gefolgt von der Korruption mit 55 Prozent. Damit ist die Sorge um die Wirtschaft im Vergleich zum ersten DW-Trend, der im September 2010 erhoben wurde, um 6 Prozentpunkte gestiegen. Im gleichen Zeitraum bleibt das Problem der Korruption in der Wahrnehmung auf einem hohen Niveau, auch wenn es unter den Eindrücken der dominierenden Wirtschaftskrise um 7 Prozentpunkte (September: 62 Prozent) gesunken ist.

Ein Drittel der Befragten (34 Prozent) nannte den Machtsmissbrauch durch Beamte und Polizisten als eines der wichtigsten Probleme. Mit 28 Prozent lag der Terrorismus noch leicht vor der Sorge um Verstöße gegen Menschenrechte (24 Prozent). Bei der Befragung waren insgesamt bis zu drei Antworten möglich.

DW-Trend-Grafik zur Frage über die wichtigsten Probleme (Grafik: DW)

Weniger Zuversicht

Ferner geht aus dem DW-Trend im Dezember hervor, dass rund ein Jahr nach der Wahl des neuen Präsidenten deutlich weniger Menschen in der Ukraine davon ausgehen, dass sich ihre wirtschaftliche Lage im kommenden Jahr verbessern könnte.

Demnach glauben nur noch 16 Prozent der Befragten, dass es ihnen in den nächsten 12 Monaten finanziell besser gehen wird als jetzt. Dies sind deutlich weniger im Vergleich zu September 2010, als noch 32 Prozent eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage erwarteten. 42 Prozent gehen im Dezember davon aus, dass sich ihre finanzielle Situation in den nächsten 12 Monaten nicht verändert (September: 34 Prozent). Nahezu gleich geblieben ist mit 25 Prozent der Anteil derer, die meinen, es werde ihnen finanziell schlechter gehen (September: 24 Prozent). 17 Prozent konnten keine Antwort geben.

DW-Trend-Grafik zur Frage über die finanzielle Situation (Grafik: DW)

Weniger optimistisch hinsichtlich ihrer persönlichen finanziellen Zukunft sind insbesondere junge Leute. Während im September noch 46 Prozent der 18- bis 29-Jährigen mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Situation in den nächsten 12 Monaten rechneten, sind es im Dezember nur noch 22 Prozent. Zugleich ist der Anteil derer, die in dieser Altersgruppe eine Verschlechterung erwarten, von 15 Prozent im September auf 18 Prozent leicht gestiegen. Auch unter den 40- bis 49-Jährigen hat der Optimismus nachgelassen. Während im September noch 28 Prozent eine finanzielle Verbesserung ihrer persönlichen Situation erhofften, sind es im Dezember nur noch 9 Prozent. Rund ein Drittel (29 Prozent) geht von einer Verschlechterung aus, 45 Prozent von einer persönlichen Stagnation.

Kritik am Steuersystem

Auf Kritik stößt weiter das ukrainische Steuersystem. Es war zum Jahresende einer umfassenden Reform unterzogen worden, die massive Proteste in der Bevölkerung ausgelöst hatte. Nur 5 Prozent der Ukrainer gaben im Dezember an, dass sie das System als gerecht empfinden. 13 Prozent meinen immerhin noch, es sei eher gerecht. Allerdings beurteilten 71 Prozent der Befragten das Steuersystem als nicht gerecht (35 Prozent = eher nicht gerecht, 36 = überhaupt nicht gerecht). Diese Einschätzungen sind in allen Altersgruppen gleichermaßen verteilt.

DW-Trend-Grafik zur Frage über das Steuersystem (Grafik: DW)

Methode der Befragung

Die Befragung wurde bevölkerungsrepräsentativ in der Ukraine durchgeführt. Es wurden 1000 Personen an 35 Sample-Points in der gesamten Ukraine im Zeitraum vom 03. Dezember bis 13. Dezember befragt. Die Gesamtheit der Befragten entspricht der Bevölkerungsstruktur der Ukraine.

Autoren: Bernd Johann, Sergey Govoruha
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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