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Fokus Osteuropa

DW-Trend: Ukrainer bewerten Meinungsfreiheit

Der im Dezember 2010 erhobene DW-Trend zeigt, dass ein Viertel der Ukrainer glaubt, die Meinungs- und Pressefreiheit in der Ukraine sei nicht gewährleistet. Vor allem wird Schutz für kritische Journalisten gefordert.

Menschen in der Ukraine schauen auf eine Wand mit zahlreichen Fernsehgeräten (Foto: AP)

Viele Ukrainer wünschen sich eine bessere Diskussionskultur

Ein Viertel der Ukrainer (25 Prozent) hält die Meinungs- und Pressefreiheit in der Ukraine für nicht gewährleistet. Das ergab der zweite DW-Trend, den das Markt- und Meinungsforschungsinstitut IFAK Ukraine im Auftrag der Ukrainischen Redaktion der Deutschen Welle im Dezember 2010 nach repräsentativen Methoden in der Ukraine erhoben hat.

12 Prozent der Befragten geben an, nur einzelne Menschen und Medien würden sich trauen, offen ihre Meinung zu vertreten. 7 Prozent sind sogar der Ansicht, dass viele, die ihre Meinung offen äußern würden, ihr Leben riskierten. 6 Prozent sagen, es gebe überhaupt keine Meinungsfreiheit in der Ukraine.

Weitere 20 Prozent halten die Lage für insgesamt gut, aber man könne einige Tabuthemen nicht berühren. Ein Drittel der Ukrainer (33 Prozent) hält die Lage der Meinungs- und Pressefreiheit in der Ukraine für grundsätzlich befriedigend. Weitere 17 Prozent sagen, jeder könne seine Meinung offen äußern. 5 Prozent konnten keine Antwort geben.

DW-Trend-Grafik zur Frage, wie die Lage der Pressefreiheit bewertet wird (Grafik: DW)

Mehr Schutz für Journalisten

Um die Situation der Pressefreiheit zu verbessern, fordern 42 Prozent der Befragten, Journalisten, die über kontroverse Themen schreiben, besser zu schützen. Härtere Strafen bei Angriffen gegen Medienvertreter fordern 23 Prozent der Ukrainer. 21 Prozent sind der Ansicht, Politiker sollten mehr Respekt und Toleranz gegenüber kritischen Journalisten beweisen und damit als Vorbild für die Gesellschaft dienen.

Fast jeder Fünfte (19 Prozent) hält es für notwendig, dass die Mediengesetzgebung liberalisiert wird. Ebenfalls fast ein Fünftel der befragten Ukrainer ist der Ansicht, dass in ihrem Land die Entwicklung einer Diskussionskultur gefördert werden sollte (18 Prozent).

Immerhin jeder Zehnte sieht sogar die Europäische Union in der Pflicht und fordert, dass der Westen im Allgemeinen und die EU im Besonderen härter auf eine Unterdrückung der Pressefreiheit in der Ukraine reagieren sollten (11 Prozent).

DW-Trend-Grafik zur Frage, wie die Lage der Pressefreiheit verbessert werden könnte (Grafik: DW)

Methode der Umfrage

Die Befragung wurde bevölkerungsrepräsentativ in der Ukraine durchgeführt. Es wurden 1000 Personen an 35 Sample-Points in der gesamten Ukraine im Zeitraum vom 3. bis 13. Dezember befragt. Die Gesamtheit der Befragten entspricht der Bevölkerungsstruktur der Ukraine.

Autoren: Bernd Johann, Sergey Govoruha
Redaktion: Markian Ostaptschuk

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