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Nahost

Dutzende Tote bei Anschlag im Irak

Bei der Explosion von zwei fast gleichzeitig gezündeten Autobomben sind am Morgen in Bagdad rund 60 Menschen getötet worden. Mindestens 220 weitere wurden verletzt.

Zwei weinende Männer sitzen auf einer Straße in Bagdad, Quelle: AP

Die meisten Opfer sind Tagelöhner

Der Doppel-Anschlag ereignete sich im morgendlichen Berufsverkehr auf dem belebten Tajaran-Platz im Stadtteil Rusafa. Nach Polizeiangaben hatte sich der Attentäter mit seinem Fahrzeug den Wartenden genähert und Arbeit angeboten. In kurzer Zeit habe sich eine große Menschenmenge um den Wagen gebildet. Dann erst habe der Attentäter die Sprengsätze gezündet. Gleichzeitig explodierte etwa 30 Meter in der Nähe einer Polizeistreife eine weitere Autobombe. Nach den koordinierten Explosionen waren Schüsse zu hören. Mindestens zehn Fahrzeuge gerieten in Brand.

Transport von Verletzten, Quelle: AP

Transport von Verletzten

In Bagdad, wo viele Menschen arbeitslos sind, versammeln sich jeden Morgen Dutzende Iraker an den großen Plätzen, wo sie hoffen, eine Arbeit auf einer Baustelle, bei der Müllanfuhr oder als Anstreicher zu finden. An kleinen Ständen werden Tee und Brote als Fürhstück angeboten. Der Tajaran-Platz ist in der Nähe mehrerer Ministerien und einer Tigris-Brücke, die zur so genannten Grünen Zone führt. Es ist in diesem Jahr bereits der vierte Anschlag auf dem Platz, auf dem sich vor allem schiitische Tagelöhner um Arbeit bemühen.

Bush: neue Irak-Strategie erst nach Weihnachten

US-Präsident George W. Bush beriet sich am Nachmittag im Bemühen um eine neue Irak-Strategie mit führenden Generälen. An der Videokonferenz mit führenden US-Generälen beteiligten sich nach Angaben des Weißen Hauses der Kommandeur der Koalitionstruppen im Irak, General George Casey, der Befehlshaber des US-Zentralkommandos, General John Abizaid, und der Chef des Vereinigten Generalstabs, General Peter Pace. Auch der US-Botschafter im Irak, Zalmay Khalilzad, nahm an den Beratungen teil.

Die Videokonferenz war Teil einer Serie von Konsultationen mit Militärs, Beamten, Beratern und Wissenschaftlern, mit denen der Präsident die erwartete Neubestimmung des Kurses im Irak vorbereitet. Die endgültige Entscheidung will Bush nun nach Angaben eines leitenden Regierungsbeamten entgegen früherer Planungen erst nach Weihnachten bekannt geben.


UN: Täglich 100 Tote

In den vergangenen Wochen waren bei einer Reihe von schweren Anschlägen in Bagdad zahlreiche Menschen getötet worden. Im November starben bei einer Anschlagserie im Stadtteil Sadr City an einem Tag mehr als 200 Menschen. Jeden Tag werden in der Stadt Dutzende Tote gefunden, im ganzen Land fallen nach UN-Angaben täglich mehr als hundert Iraker religiös motivierter Gewalt zum Opfer.

US-Außenministerin Condoleezza Rice wies in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP Kritik an der Rolle der USA im Irak-Krieg zurück. Sie sei "sehr stolz", am Sturz des Machthabers Saddam Hussein und an der "Befreiung von 25 Millionen Irakern" im März 2003 mitgewirkt zu haben, sagte Rice. Den langsam vorangehenden Wiederaufbau, den Aufstand gegen die US-Truppen und insbesondere die Gewalt zwischen den unter Saddam Hussein regierenden Sunniten und der schiitischen Mehrheit bezeichnete Rice aber als "sehr schlecht". (kas/je)

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