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Bundeswehr-Skandal

Durchsuchung aller Bundeswehr-Kasernen

Nach einem weiteren Fund von Wehrmachts-Andenken werden nun alle Gebäude der Bundeswehr kontrolliert. Verteidigungsministerin von der Leyen ist überzeugt: Nur Aufklärung kann das Ansehen der Truppe wiederherstellen.

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Duchsuchungen von Bundeswehrgebäuden

Wie viele Wehrmachts-Devotionalien gibt es noch bei der Bundeswehr? Generalinspekteur Volker Wieker will nun Klarheit schaffen und ordnete die Durchsuchung aller Bundeswehr-Kasernen an. "Diese Prüfung erstreckt sich auf alle dienstlichen Liegenschaften, Räumlichkeiten und Gelasse im Verantwortungsbereich", zitierte die "Bild am Sonntag" (BamS) aus der Weisung. Laut Verteidigungsministerium soll ein Zwischenbericht bereits bis Dienstag vorliegen. Die Überprüfung aller Bundeswehrgebäude solle dann eine Woche später abgeschlossen sein, sagte ein Ministeriumssprecher.

Wieker habe die Inspekteure der gesamten Bundeswehr angewiesen, die Einhaltung der Regeln zum Traditionsverständnis in Bezug auf Nationalsozialismus und Wehrmacht zu untersuchen. Zuvor war bekanntgeworden, dass es auch in der Fürstenberg-Kaserne in Donaueschingen einen mit Wehrmachts-Devotionalien dekorierten Besprechungsraum gab.

Nazi-Stahlhelme und Wehrmachtspistolen

In der Kaserne des Jägerbataillons 292 waren nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" und der BamS eine Vitrine mit Wehrmachts-Stahlhelmen vor der Kantine entdeckt worden, sowie ein Besprechungszimmer, in dem eine Wehrmachts-Pistole und Stahlhelme aus der NS-Zeit ausgestellt waren. Die Dekoration des Raumes erinnere an die Kaserne des mutmaßlich rechtsextremistischen Oberleutnants Franco A. im elsässischen Illkirch, in der zahlreiche Wehrmachtsandenken in einem Freizeitraum entdeckt worden waren. In Illkirch sollen zudem Bundeswehrsoldaten im November 2012 ein vier Meter großes Hakenkreuz auf den Boden gestreut haben.

Donaueschingen Kaserne Jägerbataillon 292 (picture-alliance/dpa/P. Seeger)

Die Kaserne des Jägerbataillons 292 in Donaueschingen: Wegen Wehrmachts-Andenken in den Schlagzeilen

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mahnte, der jetzt begonnene Aufarbeitungsprozess erfordere Courage und langen Atem. "Wir sollten jetzt gemeinsam, vom General bis zum Rekruten, diesen Prozess mit aller Kraft unterstützen", sagte die CDU-Politikerin der BamS. Sie forderte von den Soldaten Unterstützung bei der Aufarbeitung.

Von der Leyen fordert lückenlose Aufklärung

"Es geht um nicht weniger als den Ruf unserer Bundeswehr." Diese bilde Menschen an der Waffe aus, "für uns gelten zu Recht schärfere Maßstäbe". "Ein 'Weiter so' kommt nicht infrage", stellte von der Leyen klar. Die aktuellen Fälle von Herabwürdigung und Schikane bis zu eindeutigem Rechtsextremismus müssten lückenlos aufgeklärt werden.

Zugleich stellte sich von der Leyen aber auch demonstrativ vor die Truppe. In der Bundeswehr gebe es jeden Tag eine korrekte Anwendung der Vorgaben, Regelverstöße würden geahndet, die innere Führung greife.

cw/mak (dpa, epd, afp)

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