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Wirtschaft

Durchbruch für erneuerbare Energien

In erneuerbare Energien wird investiert wie nie zuvor. Grüner Strom ist oft günstiger und die globale Energiewende schafft viele Jobs. Doch um den Anstieg der Erderwärmung rechtzeitig zu stoppen, reicht es noch nicht.

Es wird viel Geld in erneuerbare Energien gesteckt. Nach einem Bericht von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) wurden im letzten Jahr global rund 288 Milliarden Dollar in grünen Strom investiert, vor allem in Photovoltaik und Windenergie.

Nach Analysen von BNEF gingen rund um den Globus Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 70 Gigawatt (GW) neu ans Netz und damit rund 24 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Auch der Zubau der Windkraft ging voran, eine Leistung von rund 57 GW wurde weltweit neu aufgestellt (2015: 63 GW). Mit den neuen Wind- und Solaranlagen wird die Strommenge von etwa 80 großen Kohlekraftwerken ersetzt. Der Anteil der erneuerbaren Energien an der globalen Stromversorgung liegt bei rund 24 Prozent.

China geht ambitioniert voran

China ist seit einigen Jahren Vorreiter beim Ausbau erneuerbarer Energien. Nach Angaben der chinesischen Energiebehörde wurden im vergangenen Jahr Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 34 GW neu aufgestellt, das ist fast die Hälfte der in 2016 neu installierten Kapazität weltweit. Auch beim Aufbau neuer Windkraft-Anlagen lässt China die Konkurrenz hinter sich: Zwischen Juli 2015 und Juni 2016 gingen Anlagen mit einer Leistung von 31 GW ans Netz – das ist die Hälfte aller neu installierten Anlagen weltweit.

Die USA, Japan und Indien beteiligen sich nach China ebenfalls kräftig am Solarausbau. Deutschland hat seine Vorreiterrolle seit 2013 verloren, im vergangenen Jahr wurde nur noch rund ein Gigawatt neu installiert.

Mehr Jobs und billigere Energie

Nach aktuellen Studien der internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ist die weltweite Entwicklung der erneuerbaren Energien insgesamt positiv und das Potential zum Ausbau sehr groß. Sinkende Kosten, Innovationen und politische Entscheidungen trieben die Entwicklung voran - mit positiven Nebeneffekten in den Ländern. "Mit der Energiewende werden nicht nur die die CO2-Emissionen gesenkt, sondern auch das Leben verbessert, Arbeitsplätze geschaffen und eine saubere wohlhabende Zukunft gewährleistet", betont IRENA-Generaldirektor Adnan Z. Amin bei der Vorstellung von neuen Studien in Abu Dhabi.

Nach Angaben des REthink Energy Reports gab es Ende 2015 weltweit rund 8,1 Millionen Jobs im Bereich der Solar-, Wind- und Bioenergie. Rund 3,5 Millionen Menschen hatten in China hier ihren Job, 1,2 Millionen in Europa, 920.000 in Brasilien und 770.000 in den USA.

Eine gute Nachricht des Berichts: Die Kosten für Strom aus neuen Wind- und Solarparks sind stark gesunken. Seit 2009 sind die Preise bei der Windkraft um ein Drittel gefallen, bei der Solarkraft sogar um 80 Prozent. Und im nächsten Jahrzehnt sollen die Preise für Sonnenstrom weiter kräftig sinken, im Vergleich zu 2015 um rund 60 Prozent.

Boom der Speichertechnologien

Auch die Speichertechnologien werden immer besser - und immer günstiger. So sanken die Kosten für Lithium Ionen-Batterien in den ersten fünf Jahren dieses Jahrzehnts bereits um 65 Prozent. Innerhalb der kommenden 10 Jahre sollen es weitere 70 Prozent sein. 

Etwa eine Milliarde Menschen leben noch immer ohne Strom. Die netzunabhängigen solaren Batteriesystemen könnten helfen, mehr Menschen an das Stromnetz anzuschließen. Die sogenannten Mini-Grid-Systeme für ein kleines Dorf oder den einzelnen Haushalt erleben vor allem in Asien und Afrika einen Boom. Heute versorgen sich so bereits 90 Millionen Menschen mit Energie.

Bis 2030 verfolgt die UN das Ziel, dass weltweit alle Menschen einen Stromzugang haben. Nach Prognosen von IRENA soll dies vor allem mit den Mini-Grid-Systemen erreicht werden. "Wichtig ist hier die richtige Kombination von Politik, Finanzierung, Technologie und institutioneller Umsetzung", betont Amin.

Sehr hilfreich sind die Batterien aber auch für die Elektromobilität. Getrieben von dem zunehmenden Bedarf an Speichern wächst laut IRENA-Prognosen die globale Kapazität von Batteriespeicher von derzeit einem GW auf rund 250 GW in 2030. 

Bangladesch Photovoltaik - ME SOLshare Ltd. Pressebild (ME SOLshare Ltd.)

Kleine PV-Anlage mit Batterie: Vier Millionen Haushalte haben so in Bangladesch erstmalig Strom.

Mehr Anstrengungen für Klimaziele erforderlich

Trotz positiver Trends: Für die Klimarettung reicht das nicht. Die Zusagen der Staaten zur Reduzierung der Treibhausgase sind schlicht zu lasch. So kann das Ziel, die Erderwärmung nicht um mehr Grad ansteigen zu lassen, nicht erreicht werden.

Mit ehrgeizigeren Zielen für erneuerbaren Energien und Energieeffizienz ließe sich nach Ansicht des Reports der CO2-Ausstoß von fossilen Energien bis 2030 im Vergleich zu heute um mehr als 40 Prozent senken. "Das wäre genug um die Welt auf den Pfad von zwei Grad zu bringen, mit entsprechenden Fortschritten danach."

Hilfreich für dieses Ziel wäre laut Report die weltweite Beschleunigung des Wachstums der Wind- und Solarenergie von derzeit 20 auf 30 Prozent und die Nutzung dieser Energie auch für Heizung, Industrie und Verkehr.

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