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Asien

Dreifacher Bombenanschlag in Mumbai

Die indischen Behörden sprechen von einem Terroranschlag. Bei der Explosion von drei selbstgebauten Sprengsätzen in Mumbai gab es Tote und Verletzte. Es war der erste schwere Terrorangriff seit November 2008.

Zerstörtes Motorrad am Anschlagsort (Foto:dapd)

Die Sprengsätze richteten schwere Schäden an

Es sind belebte Innenstadtviertel, in denen am Mittwoch (13.07.2011) die drei Bomben detonierten. Die Zahl der Todesopfer gaben die indischen Behörden inzwischen mit 17 an, die der Verletzten mit rund 130. Es gebe nach wie vor keine heiße Spur, hieß es.

Die Sprengsätze gingen binnen einer Viertelstunde unter anderem in der Nähe einer Schule und eines Goldmarkts hoch. Innenminister Palaniappan Chidambaram und der Regierungschef des Bundesstaates Maharastra, Prithviraj Chavan, sprachen von einem "koordinierten Terroranschlag". Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag. Verdächtigt werden aber islamistische Gruppen, die Indien bereits in der Vergangenheit ins Visier genommen haben.

Tat international verurteilt

Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte Indien als Reaktion die Solidarität Deutschlands im Kampf gegen den Terrorismus zu. "Menschenverachtende Gewalttäter werden Indien nicht vom Weg der Demokratie und des friedlichen Zusammenlebens abbringen", erklärte Merkel. "Meine tiefe Anteilnahme gilt denen, die durch den Terrorakt Angehörige oder Freunde verloren haben." Außenminister Guido Westerwelle forderte, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. US-Präsident Barack Obama sprach von "abscheulichen Angriffen".

Der Weltsicherheitsrat verurteilte den Anschlag "auf das Schärfste". Der Terrorismus sei "eine der gravierendsten Bedrohungen" für Frieden und Sicherheit auf der Welt, erklärte der deutsche UN-Botschafter Peter Wittig in New York. Deutschland hat in diesem Monat turnusgemäß den Vorsitz in dem höchsten Gremium der Vereinten Nationen inne.

Böse Erinnerung an 2008

Polizist vor brennendem Gebäude (Foto: AP)

Das Luxushotel Taj Mahal war 2008 Ziel von Terroristen

Seit zweieinhalb Jahren, seit der Anschlagsserie vom November 2008, war es ruhig in der südindischen Metropole. Damals hatten mehrere islamistische Terrorkommandos einen Bahnhof, ein Krankenhaus, ein Touristencafé, ein jüdisches Zentrum sowie zwei Luxushotels angegriffen und gestürmt. Dabei wurden insgesamt 166 Menschen getötet, darunter auch zahlreiche Ausländer.

Indien machte die islamistische Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba für die Angriffe verantwortlich und warf seinem Erzrivalen Pakistan vor, diese Gruppe unterstützt zu haben. Das führte zum Abbruch der ohnehin bereits stockenden Friedensverhandlungen zwischen den beiden nuklear bewaffneten Nachbarstaaten.

Autorin: Sabine Faber (dpa, dapd, afp)

Redaktion: Thomas Grimmer

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