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Fußball

Dortmunder nach Zitterpartie im Finale

Borussia Dortmund verwirklicht seinen großen Traum: Der BVB zieht als erstes Team in das Finale der Champions League ein. Dabei standen die Dortmunder kurz vor dem Ausscheiden.

Es war die erste Niederlage im Wettbewerb für die Dortmunder, aber sie fühlte sich dennoch an wie ein Sieg. Die Ausgangslage nach dem 4:1 im Hinspiel sprach zwar klar für die Dortmunder Borussia, doch die machte es noch einmal spannend. Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen, die mitgereisten BVB-Fans besangen stimmgewaltig ihr Team und die Spieler lagen sich auf dem Rasen im Estadio Santiago Bernabeu in den Armen. Mit der 0:2 (0:0)-Niederlage im Rückspiel bei Real Madrid schaffte die Borussia den ersten Einzug in ein Champions-League-Finale seit dem Titelgewinn 1997.

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Grenzenloser Jubel der Dortmunder

Der BVB verpasste es, seine vielen Chancen in Tore umzumünzen und stand sogar kurz vor dem Ausscheiden – nur ein einziges Tor fehlte Madrid zur Sensation. "Das war am Ende ein bisschen eng", räumte Trainer Jürgen Klopp ein. "Insgesamt haben wir zu wenig Fußball gespielt. Wir haben insgesamt 4:3 gewonnen und sind deshalb verdient im Finale." Sein Gegenüber José Mourinho zog ebenfalls ein positives Fazit: "Ich muss meine Mannschaft loben, weil sie ein richtig gutes Spiel gemacht hat." Dortmund wartet nun auf seinen Endspielgegner: Den FC Bayern München oder den FC Barcelona, die am Mittwochabend (01.05.2013) im zweiten Halbfinale aufeinandertreffen.

"Madrid zittert für dieses Ziel"

Real hatte zuvor einiges aufgeboten: Einen Fan-Appell von Superstar Cristiano Ronaldo persönlich. Eine tolle Choreographie mit dem Champions-League-Pokal und dem Spruch: "Madrid zittert für dieses Ziel". Dazu noch königlichen Beistand: Der spanische König Juan Carlos war auf der Ehrentribüne mit dabei.

Im mit 80.350 Zuschauern ausverkauften Fußballtempel Bernabeu verzichtete Jürgen Klopp auf Experimente und schickte exakt dieselbe Elf auf den Platz, die das Hinspiel in Dortmund mit 4:1 gewonnen hatte. Sein Gegenüber José Mourinho veränderte seine Startformation dagegen auf zwei Positionen: Der deutsche Nationalspieler Sami Khedira flog aus der ersten Elf, für ihn rückte Angel Di María in die Mannschaft. Außerdem spielte Michael Essien von Beginn an für Pepe.

BVB hält Real-Druck stand

Angefeuert von stürmischen spanischen Fans stürzten sich die Madrilenen in die Partie. Gonzalo Higuaín hatte bereits in der 4. Minute die erste große Chance, nachdem sich Marcel Schmelzer einen Fehler in der Abwehr geleistet hatte. Doch BVB-Keeper Roman Weidenfeller parierte. Vier Eckbälle in den ersten sieben Minuten standen für Real zu Buche, Dortmund geriet wie erwartet unter Dauerdruck. Reals wieder genesener Stürmer Cristiano Ronaldo gab seinen ersten Torschuss in der 8. Minute ab. Danach hagelte es Chancen im Minutentakt und Weidenfeller bekam einiges zu tun. Ein furioser Beginn, zu dem aber auch die Borussia beitrug: Roman Lewandowski, Vierfachtorschütze aus dem Hinspiel, tauchte urplötzlich vor dem Kasten von Lopez auf, scheiterte aber an dem Torwart, der Real-Legende Iker Casillas verdrängt zu haben scheint.

Borussia Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller (L) pariert einen Schuss von Real Madrids Cristiano Ronaldo (R). (Foto: REUTERS/Juan Medina)

BVB-Keeper Weidenfeller (l.) parierte, was das Zeug hielt – hier gegen Ronaldo (r.).

Die BVB-Abwehr hielt, doch einen Schreckmoment hatten die Dortmunder dann doch zu verkraften: Mario Götze musste mit einer Oberschenkelverletzung schon in der 14. Minute ausgewechselt werden, für ihn kam Kevin Großkreutz. Erst nach 20 Minuten gelang es der Borussia, sich für einige Minuten zu befreien und das Tempo aus dem Spiel zu nehmen. In dieser Phase bekam vor allem Lewandowski den Frust der Spanier mehrfach schmerzhaft am eigenen Leib zu spüren, das Spiel wurde ruppiger. Der englische FIFA-Schiedsrichter Howard Webb ließ jedoch einiges unbestraft. Die Sturm- und Drangphase der Spanier war zunächst vorüber und Dortmund hielt das 0:0 bis zur Halbzeit.

Dortmund entzaubert die Königlichen

Waren die ersten 15 Minuten der 1. Halbzeit klar an die Spanier gegangen, dominierte zu Beginn des zweiten Durchgangs der BVB. In der 62. Minute vergab Ilkay Gündogan freistehend aus sechs Metern die Riesenchance zur Führung, wenig später schoss Lewandowski nur knapp daneben. Inzwischen hörte man im weiten Rund des Stadions nur noch die BVB-Anhänger singen.

Jürgen Klopp (l.) und José Mourinho verfolgen angespannt eine Szene. (Foto: REUTERS/Sergio Perez)

Staunen gemeinsam: Jürgen Klopp (l.) und José Mourinho.

Erst in der 67. Minute kam Madrid zu seiner ersten Torchance in der 2. Halbzeit. Mourinho verfiel in Aktionismus, wechselte dreimal und brachte endlich auch Khedira auf das Feld. Doch an ein Fußballwunder glaubte zu diesem Zeitpunkt niemand mehr. Dortmund bestimmte das Spiel, wurde torgefährlich und drängte auf die Entscheidung. Die brachte aber auch Lewandowski mit einer weiteren Großchance in der 76. Minute nicht mehr. Das wurde bestraft, denn so wurde es in den letzten sieben Minuten doch noch spannend: Der eingewechselte Karim Benzema erzielte in der 83. Minute das 1:0 und das Stadion tobte. In den darauffolgenden Szenen wurde es noch einmal hektisch, vor allem Weidenfeller war gefragt. Doch trotz seiner Klasse-Paraden hatte er in der 88. Minute keine Chance, als Sergio Ramos den Ball zum 2:0 in die Maschen drosch. Die fünfminütige Nachspielzeit schien nicht vergehen zu wollen, doch endlich hatte Webb ein Einsehen und der schwarz-gelbe Jubel hallte durch die spanische Nacht.

Live-Ticker auch beim Bayern-Spiel

Wer folgt Borussia Dortmund in das Finale am 25. Mai in Wembley? Der FC Bayern München hat nach dem 4:0-Heimspielerfolg gegen den FC Barcelona die besseren Karten. Wird es ein deutsch-deutsches Endspiel? Auch am Mittwoch (01.05.2013) sind wir für Sie wieder mit dem Live-Ticker dabei.

Hier können Sie den gesamten Spielverlauf der Partie zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund noch einmal im Live-Ticker nachlesen.

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