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Fußball

Dortmund erster DFB-Pokalfinalist

Der BVB setzt sich in einem hochklassigen DFB-Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg durch. Während die Fans feiern, platzt einem BVB-Akteur der Kragen. Und das ist dieses Mal nicht Trainer Klopp.

Noch nie hat der VfL Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen, und auch dieses Jahr wird es nichts mit der Premiere. Mit 0:2 (0:2) musste sich das Team von Dieter Hecking Borussia Dortmund geschlagen geben, es war die zweite Niederlage gegen den Bundesliga-Zweiten innerhalb von zehn Tagen. In der Bundesliga hatten die "Wölfe"

zuletzt mit 1:2 das Nachsehen gehabt.

Borussia Dortmund wahrt dagegen seine Titelchance und kann am Mittwochabend (16.04.2014) ganz entspannt auf dem Sofa verfolgen, wer am 17. Mai in Berlin der Gegner sein wird - Titelverteidiger

FC Bayern München oder der krasse Außenseiter 1. FC Kaiserslautern.

Nach den Erfolgen über den FC Bayern München in der Liga und Real Madrid in der Champions League fuhr der BVB den dritten Sieg in einer Woche ein. "Das heute war - auf einer Felge ins Finale", resümierte BVB-Trainer Jürgen Klopp, der bei der ARD von einem "glücklichen Sieg" sprach. "Wir haben vieles gut gemacht, immer dann, wenn für einen kurzen Moment Frische da war. Aber leider haben wir einen Gegner gehabt, der total frisch war und super gespielt hat."

Konfetti und Doppel-Vorbereiter Reus

Die 25.000 BVB-Fans auf der beeindruckenden Südtribüne bereiteten ihrer Mannschaft einen imposanten schwarzen-gelben Empfang: Tonnenweise Konfetti wehte durch das Stadion und legte sich auf das Spielfeld, sehr zum Leidwesen der eifrigen Stadion-Mitarbeiter, die den gelben Schnipseln mit Laubbläsern zu Leibe rückten. Trotz massiver Anstrengungen gelang es nicht ganz, so dass die Spieler auf dem ungewohnten Untergrund teilweise ins Rutschen gerieten. Das betraf ausgerechnet die attackierenden BVB-Spieler, so musste der neu ins Team gerückte Milos Jojic einen aussichtsreichen Angriff in der 10. Minute unfreiwillig abbrechen.

Konfettiregen im Dortmunder Stadion (Foto: REUTERS/Wolfgang Rattay)

Stimmungsvolle Kulisse - aber auch rutschiger Konfettiteppich

Die Anfangsphase versprach ein temporeiches und offenes Spiel, beide Mannschaften erarbeiteten sich bei einem hohen Spieltempo zahlreiche Chancen. Das erste Tor erzielte der Gastgeber: Henrikh Mchitarjan vollendete sein Solo nach einem Zuspiel von Marco Reus mit einem trocken Schuss ins kurze Eck - die Wolfsburger Verteidigung gestattete ihm den entscheidenden Schuss mit einem eher freundschaftlichen Geleit (13.). Doch der VfL zeigte sich unbeeindruckt und spielte, als sei nichts gewesen. Das funktionierte bis kurz vor dem Seitenwechsel ganz gut. Bernard Malanda und Kevin de Bruyne kamen zu einer Doppelchance, trafen den Pfosten und danach das Tor nicht. Doch dann schlug erneut die Stunde der Borussia: Wieder war es Reus, der den Ball querlegte - dieses Mal auf Robert Lewandowski. Der Pole schirmte den Ball gekonnt ab und hämmerte ihn dann zum 2:0 in den linken oberen Winkel (43.) – es war der 100. Pflichtspieltreffer des zukünftigen Bayern-Profis für den BVB.

Pechvogel Malanda

Robert Lewandowski freut sich über sein Tor zum 2:0. (Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Lewandowski zelebriert sein 100. BVB-Tor

Der zweite Durchgang ging so flott weiter wie der erste: Lewandowski zeigte sich torhungrig, traf in der 49. Minute aber nur den Pfosten. Auch auf der anderen Seite gab es gleich eine gute Chance: In der 51. Minute verfehlte Maximilian Arnold nach mehreren Fehlern der Dortmunder Hintermannschaft das leere Tor und auch Malanda hätte es mit seinem Schuss in der 76. Minute noch einmal spannend machen können. So aber ging der Schuss über das Tor und die Dortmunder Fans blieben zuversichtlich. Die Gastgeber überließen dem VfL das Feld, verlegten sich aufs Kontern und spielten so die Zeit herunter - sehr zum Missfallen von BVB-Keeper Roman Weidenfeller, der sich ein hitziges Wortgefecht mit seinen Vorderleuten lieferte und Marco Reus sogar noch nach dessen Auswechslung beschimpfte.

Hitzig wurde es noch einmal in der 81. Minute, als nach einem Freistoß zunächst Malanda Weidenfeller zu einer Parade zwang und Luiz Gustavo anschließend den Pfosten traf. In dieser Szene verletzte sich Malanda so schwer, dass er ausgewechselt werden musste. Die restlichen Minuten begleiteten die BVB-Fans mit lautstarken Gesängen und mit der großen Vorfreude auf das Finale in Berlin. "Wenn man es objektiv betrachtet, muss man schon sagen, dass wir heute in der ein oder anderen Szene sicherlich ein wenig Glück hatten", sagte Sebastian Kehl in der ARD. "Wir haben es uns hart erarbeitet. Wir haben viel investiert in den letzten Wochen und deswegen brauchen wir uns heute nicht zu schämen." Zu der Feierlaune trug auch die Meldung über die Vertragsverlängerung des am Rücken verletzten Ilkay Gündogan bei. Stadionsprecher Norbert Dickel hatte vor Spielbeginn bekannt gegeben, dass Gündogan seinen Vertrag bei Borussia Dortmund um ein Jahr bis zum 30. Juni 2016 verlängert hatte.

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