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Asien

Doppelanschlag in Dagestan

Bei zwei Selbstmordanschlägen in der südrussischen Provinz Dagestan sind mehrere Menschen getötet worden. In dieser Konfliktregion Russlands werden auch die Drahtzieher der Moskauer Anschläge vermutet.

Zwei ausgebrannte Autowracks nach den Attentaten in Kilsjar (Foto: AP)

Ausgebrannte Autos in Kisljar nachdem zwei Selbstmordattentäter Sprengsätze zündeten

Nur zwei Tage nach den Anschlägen in Moskau sind in Russland erneut zwei Selbstmordattentate verübt worden. In der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus sprengten sich am Mittwochmorgen (31.03.2010) zwei Attentäter in die Luft. Mindestens elf Menschen wurden getötet, es gab mehrere Verletzte. Unter den Opfern waren vor allem Polizisten. Auch der Polizeichef des Anschlagsortes Kisljar sei ums Leben gekommen. Das teilte das russische Innenministerium nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Tatort nahe FSB und Innenministerium

Sicherheitskräfte hatten den Fahrer eines Autos im Stadtzentrum laut Polizeiangaben angehalten, um ihn zu kontrollieren. Daraufhin habe der Mann einen Sprengsatz gezündet. Als sich am Tatort eine Menschenmenge bildete, soll ein zweiter Attentäter in Polizeiuniform einen weiteren Sprengsatz zur Explosion gebracht haben.

Der russische Innenminister Raschid Nurgalijew (Foto: RIA Novosti)

Der russische Innenminister Raschid Nurgalijew verschärfte die Sicherheitsvorkehrungen im Nordkaukasus

Wie das russische Innenministerium mitteilte, liegt der Tatort nahe der Dienststellen des Ministeriums und des Geheimdienstes FSB. In der Nähe befinde sich zudem eine Schule, in der sich aber zum Zeitpunkt der Terrorakte keine Kinder aufgehalten hätten. Der russische Innenminister Raschid Nurgalijew ordnete scharfe Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden im Nordkaukasus an. Eine "harte Antwort" auf die jüngste Anschlagsserie werde folgen, so Nurgalijew. Präsident Dmitri Medwedew wies die dagestanischen Behörden an, die Familien der Opfer zu unterstützen

Islamisten kämpfen für Gottesstaat

Lage der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus (Grafik: DW)

Lage der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus

Am Montag hatten zwei Selbstmordattentäterinnen in der Moskauer Metro 39 Menschen in den Tod gerissen. Am Tag danach wurde in der Hauptstadt ein "Tag der Trauer" abgehalten. Der Inlandsgeheimdienst FSB machte Terroristen aus dem Nordkaukasus für das Moskauer Blutbad verantwortlich. In dem Konfliktgebiet kommt es immer wieder zu schweren Anschlägen islamistischer Untergrundkämpfer, die für einen unabhängigen Gottesstaat kämpfen. Zuletzt hatten sie angekündigt, mit ihren Attentaten weiter ins russische Kerngebiet vorzudringen.

Allein 2009 starben in der Kaukasusregion bei Kämpfen zwischen russischen Sicherheitskräften, kriminellen Banden und islamistischen Rebellen mehr als 1000 Menschen, darunter viele Zivilisten. Der Kreml versucht seit Jahren, Ruhe in die Region zu bringen. Er hat dort 23.000 Sicherheitskräfte stationiert.

Autorin: Stefanie Zießnitz (ap, dpa, rtr)

Redaktion: Martin Schrader

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