Dominik ″Hardkohr″ fliegt - Bayer verliert | Sport | DW | 25.02.2018
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Fußball-Bundesliga

Dominik "Hardkohr" fliegt - Bayer verliert

Dominik Kohr erweist seiner Leverkusener Mannschaft einen Bärendienst. Der junge Mittelfeldspieler sieht bei der 0:2-Pleite gegen Schalke 04 früh Gelb-Rot, doch übel sollte man es dem 23-Jährigen nicht nehmen.

Die beiden Fouls von Dominik Kohr bei Leverkusens 0:2-Pleite gegen Schalke 04 waren ungeschickt und unnötig und der Platzverweis gegen den Mittelfeldspieler in der 38. Minute vermutlich sogar spielentscheidend. Doch übel nehmen sollte Bayer es dem 23-Jährigen nicht. Denn Dominik Kohr spielt bisher eine überragende Saison! Mit 21 Einsätzen (in 24 Spielen), hat sich der erst im vergangenen Sommer vom FC Augsburg gewechselte Mittelfeldspieler in kürzester Zeit einen Stammplatz in Leverkusens erster Elf erkämpft.

Seine Mitspieler schätzen ihren "Hardkohr", wie Dominik Kohr mit Spitznamen genannt wird, als unermüdlichen Kämpfer und Teamplayer. Warum er so genannt wird, verrät er vor der Saison bundesliga.de in einem Interview: "Ich bin durchaus der Typ Spieler, der sich in jeden Zweikampf reinhaut und auch schon mal dahingeht, wo es buchstäblich weh tut."

"Noch nie glatt Rot"

Dominik Kohr spielt hart, das zeigen auch die sieben gelben Karten, die er in dieser Saison bekommen hat und zu der jetzt noch die Gelb-Rote dazu gekommen ist. Doch wirklich unfair hat Kohr in seinen fünf Profijahren offensichtlich auch noch nicht gespielt. "Ich habe in all den Jahren nie eine glatt rote Karte gesehen. Ich will dem Gegenspieler niemals schaden. Aber ich möchte Präsenz zeigen und ihm signalisieren, dass ich keinem Zweikampf aus dem Weg gehe."

Bundesliga DFB-Pokal Bayer 04 Leverkusen - Werder Bremen (picture-alliance/nordphoto/Bratic)

Bekannt für sein hartes Spiel: Leverkusens Dominik Kohr (l)

Dominik Kohr ist der Sohn von Lauterns Ex-Torjäger Harald Kohr (55), spielt aber im defensiven Mittelfeld. Trotz brutaler Konkurrenz von Kapitän Lars Bender, Südamerika-Star Charles Aránguiz und dem Spielführer der österreichischen Nationalmannschaft, Julian Baumgartlinger, hat Kohr fast immer seinen Platz auf der Sechs gefunden. "Er wird häufiger spielen, als viele glauben", hatte Bayer-Sportchef Rudi Völler vor Saisonbeginn über Kohr Junior gesagt. Er sollte Recht behalten, denn Trainer Heiko Herrlich setzt große Stücke auf den Ex-Augsburger.

"Spielerisch enorme Qualitäten"

"Ich war überzeugt, dass ich auch hier meinen Weg gehen werde", sagt Kohr, der in den Jugendteams von Bayer Leverkusen zum Profi ausgebildet wurde und dann über Augsburg zurück ins Rheinland wechselte. Rudi Völler: "Es gehört zu unserem Konzept, dass wir die Entwicklung von Spielern, die es bei uns im ersten Anlauf nicht geschafft haben, genau beobachten. Dominik ist in Augsburg seinen Weg gegangen und wir waren uns im Sommer alle einig, dass er uns weiterhelfen kann." Das hat Kohr mit vielen starken Auftritten im Trikot der Werkself bewiesen. "Er ist nicht nur fürs Rustikale zuständig, er hat auch spielerisch enorme Qualitäten", lobt Völler.

Einzig seine Abschlussqualitäten lassen noch zu wünschen übrig. Kohr gelang in dieser Saison erst ein Tor in 21 Spielen. "Da ist noch Luft nach oben, aber Dominik verfügt über ein brutales Entwicklungspotenzial", ist sich Trainer Heiko Herrlich sicher. Auch wenn Kohr seiner Mannschaft heute mit seiner vielleicht etwas zu übereifrigen Art einen Bärendienst erwiesen hat, ist der U-21-Europameister mit das Beste, was Bayer im Moment spielerisch zu bieten hat. Nur eben heute nicht, ausgerechnet im Spitzenspiel.

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