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Wissen & Umwelt

DLR-Vorsitzende Ehrenfreund: "Gerst ist ein Teamworker"

Partner der Internationalen Raumstation schätzen Alexander Gersts Fähigkeit, junge Menschen für Raumfahrt und Ingenieurswissenschaften zu begeistern, sagt die Astrobiologin Pascale Ehrenfreund im DW-Interview.

Alexander Gerst, Maxim Suraev (Roskosmos) und Reid Wiseman (NASA) (Foto: Picture alliance/ dpa/ Alexander Gerst/ ESA)

Gemeinsamer Apell: 2014 riefen Gerst, Maxim Suraev (Roskosmos) und Reid Wiseman (NASA) zur Zusammenarbeit auf

Deutsche Welle: Frau Ehrenfreund, nach einem guten Dreivierteljahr im Amt als Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt können sie bereits einen großen Erfolg feiern: Zum ersten Mal wird

ein Deutscher die Verantwortung als Kommandeur

in einer großen internationalen bemannten Raumfahrermission übernehmen. Freuen Sie sich?

Pascale Ehrenfreund: Wir freuen uns natürlich sehr mit ihm. Er hat es sich einfach verdient. Gerst hat eine fantastische erste Mission durchgeführt - sehr professionell. Er hat die Herzen aller Generationen erobert und vor allem auch sehr viele junge Menschen motiviert - auch durch seine modernen Kommunikationsmethoden während der Blue-Dot-Mission.

Professor Dr. Pascale Ehrenfreund Vorstandsvorsitzende des DLR (Foto: DLR)

Pascale Ehrenfreund: "Gerst hat es sich verdient."

Warum ist Gerst der Richtige für den Job?

Er arbeitet sehr gut im Team. Ich war vor einem halben Jahr in Amerika und kann sagen: Alle Raumfahrtagenturen wünschen sich absolut, dass er der Commander auf der Expedition 57 wird. Alexander Gerst genießt einen unheimlich starken Respekt. Da gab es gar keine Frage. Wir sind sicher, dass er das ganz toll machen wird. Auch für die junge Generation und für die Bildung ist das wichtig, denn er kann sehr gut kommunizieren. Wir brauchen technisch interessierte junge Leute, wir brauchen in der Zukunft Ingenieure, um große globale Herausforderungen zu meistern. Dazu wird er sicher einen ganz wichtigen Beitrag leisten.

Wenn es um die Raumfahrt der Zukunft geht, muss man ja auch darüber nachdenken, was nach der Internationalen Raumstation ISS folgt. Wo liegen die nächsten großen Ziele?

Sowohl Russland als auch Kanada, Japan und die USA haben sich entschlossen, die ISS bis 2020 oder 2024 weiter zu betreiben. Europa trifft diese Entscheidung bei der Ministerkonferenz in Luzern - in der Schweiz - Ende des Jahres.

Ich finde es aber auch wichtig, sich die Frage zu stellen: 'Wie geht es dann weiter?' Dazu gibt es natürlich auch internationale Roadmaps. Es muss noch besprochen werden, wie sich das finanziell langfristig auswirkt. Bevor wir Entscheidungen für die Zukunft treffen, ist eine wirkliche Diskussion mit den internationalen Partner notwendig,

Orion-Raumfahrtkapsel Computersimulation (Foto: NASA)

Das System der Zukunft: NASA und ESA entwickeln die Orion-Raumkapsel gemeinsam.

Klar ist aber schon, dass das Orion-Raumschiff dabei eine wichtige Rolle spielt, oder? Dabei entwickelt und baut die ESA ja das strukturell bedeutende Antriebsmodul.

Das Antriebsmodul, an dessen Entwicklung und Bau das DLR beteiligt ist, ist Teil eines Barter-Geschäfts, mit dem wir auch Kosten für die ISS kompensieren. Es basiert auf einer Technik, die ursprünglich für das Automatic Transfer Vehicle (ATV) entwickelt wurde.

Deutschland hat da schon sehr viel investiert und wir hoffen, dass das ein guter Beitrag ist für unsere Kooperation mit der NASA. Wir möchten mit den Amerikanern auch gemeinsam an der zukünftigen Explorationsstrategie arbeiten [der Strategie zur wissenschaftlichen Erkundung des Weltalls]. Das ist jetzt der erste Teil. Wir werden dann sehen, wie es weiter geht.

Das Interview führte Fabian Schmidt.

Prof. Pascale Ehrenfreund ist seit August letzten Jahres Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Die Astrobiologin arbeitete zuvor an Universitäten in Wien und Paris sowie am Jet Propulsion Laboratory in Pasadena/Kalifornien und am Astrobiologischen Institut der NASA.

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