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Sport

Djokovic dreht Finale gegen Murray

Nach schwachem Beginn zeigt die Nummer eins der Tenniswelt im Finale der French Open eine starke Leistung. Der Serbe braucht erst einen Weckruf, ist dann aber auf dem Weg zum ersten Erfolg in Paris nicht mehr zu stoppen.

Am Ende war es eine klare Angelegenheit. Novak Djokovic ließ sich rückwärts in die rote Asche plumpsen, hielt kurz inne und holte sich am Netz die Glückwunsche seines Gegners Andy Murray ab. Dann ging er zurück auf den Platz, malte mit seinem Schläger ein Herz in den Sand und legte sich unter dem tosenden Jubel der Zuschauer gleich wieder hin. Anschließend feierte er seinen Erfolg auch noch mit einer La Ola im Kreise der Ballkinder. Andy Murray saß derweil konsterniert auf der Bank. Der Schotte hatte es zuvor nur im ersten und im letzten Satz geschafft, ein ebenbürtiger Gegner zu sein. Letztlich war er Djokovic mit 6:3, 1:6, 2:6 und 4:6 deutlich unterlegen.

Für den Serben, die Nummer der Tennis-Weltrangliste, war es im vierten Finale der French Open der erste Sieg. Ein besonderer Erfolg für den 29-Jährigen, zumal seinem Trainer, dem ehemaligen Weltklasse-Tennisspieler Boris Becker, der Pokal von Paris in der Titelsammlung fehlt. Als erst achter Spieler der Tennis-Historie hat Djokovic nun jedes der vier Grand-Slam-Turniere gewonnen. Djokovic ist zudem nach dem US-Amerikaner Don Budge und Rod Laver aus Australien erst der dritte Mann in der Tennis-Geschichte, der vier Grand-Slam-Titel in Folge, allerdings nicht innerhalb eines Kalenderjahres, holen konnte.

Schwächen im ersten Satz

Dabei sah es für Beckers Schützling anfangs gar nicht gut aus: Murray, der erste Brite im Paris-Finale seit 79 Jahren, verlor zwar gleich sein erstes Aufschlagspiel zu Null, gewann dann aber vier Spiele in Serie. Der zunächst gehemmt wirkende Djokovic zeigte Schwächen auf der Vorhandseite. Mit seinem 13. unerzwungenen Fehler gab er den ersten Satz nach 46 Minuten ab.

French Open Finale, Boris Becker klatsct Beifall (Foto: picture alliance/AP Photo/A. Grant)

Djokovics Trainer Boris Becker sah eine herausragende Leistung seines Schützlings

Danach aber steigerte sich die Nummer eins in eine fantastische Form, während Murray physisch stark abbaute. Der Schotte hatte bis zum Finale fünf Stunden mehr auf dem Court gestanden als Djokovic, dem in den folgenden Durchgängen jeweils frühe Breaks gelangen. Murray gab insgesamt siebenmal seinen Aufschlag ab.

Erst im vierten Satz kam Murray wieder besser ins Match. Nachdem er zwischenzeitlich mit 2:5 zurücklag, nahm er Djokovic noch einmal den Aufschlag ab und kam auf 4:6 heran. Dann aber hatte Djokovic den längeren Atem und verwandelte seinen dritten Matchball. Wimbledon- und US-Open-Sieger Murray muss damit weiter auf seinen ersten Paris-Titel warten. Der 29-Jährige verpasste die Chance, als erster Brite seit Fred Perry 1935 die French Open zu gewinnen.

Wie sehr Djokovic seinen Erfolg in Paris genoss, zeigte sich auch im Interview, dass er direkt im Anschluss auf dem Platz gab: In fließendem Französisch huldigte er dem Publikum in Roland Garros und eroberte so endgültig die Herzen der Zuschauer.

asz (dpa, sid)

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