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Sport

Die zwei Herzen von Poldi und Klose

Für die beiden Stürmerstars Klose und Podolski hat das Spiel gegen Polen eine ganz persönliche Note. Beide sind in Polen geboren, sprechen polnisch. Gerade deshalb wollen sie besonders gut spielen - für Deutschland.

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Sprechen auf polnisch, verstehen sich aber auch ganz ohne Worte

Stürmer Lukas Podolski wird beim Spiel gegen Polen nicht bei der Nationalhymne mitsingen. "Das ist schon eine ganz besondere Situation und sicher ein komisches Gefühl, wenn erst die polnische und dann die deutsche Nationalhymne erklingt", sagt Podolski. Er ist 1985 in Gliwice (Gleiwitz) in Schlesien geboren und hat beide Staatsbürgerschaften. Er kenne zwar beide Hymnen, werde aber lieber bei keiner mitsingen. "Ich fühle mich in beiden Ländern zu Hause."

Verständnis ohne Worte

Auch Stürmerkollege Miroslav Klose hat polnische Wurzeln. Er ist im oberschlesischen Opole (Oppeln) geboren. Für Klose wird es nach eigenem Bekunden ein "sehr emotionales Spiel". Mit "Poldi" spricht er manchmal polnisch. In der Partie am Mittwoch werden sie aber darauf verzichten. Man möchte sich ja nicht einfach in die Stürmerkarten schauen lassen. Außerdem verstehen sich die beiden auch so, "ohne dass jemand was sagt", versichert Klose. "Wir haben schon so häufig zusammengespielt, da braucht es nicht mehr vieler Worte", beteuert Podolski.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann rechnet mit einer "unheimliche Motivation" seiner Angreifer. Und die geben sich kämpferisch. "Ich möchte mein erstes Tor schießen und werde wie immer Gas geben, dass wir gewinnen"', betont "Poldi". Sein Wunschergebnis: Deutschland wird erster in der Gruppe und Polen zweiter. Auch sie sollen das Achtelfinale erreichen, hofft Podolski.

Oma von Poldi drückt die Daumen

Podolski pflegt den Kontakt zu seiner zweiten Heimat. Er hört am liebsten polnische Musik. Die 73-jährige Oma Zofia in Gleiwitz besucht er mehrmals im Jahr. Die findet den ganzen Rummel um den Enkel zwar nicht so berauschend, wird aber auf jeden Fall die Daumen für Deutschland drücken. Podolskis Vater Waldemar war 1987 - sein Sohn war damals zwei Jahre alt - mit seiner Familie nach Bergheim ausgewandert, um selbst Fußballprofi zu werden.

Auch der Vater von Miroslav Kose war Fußballer, Mutter Barbara polnische Handball-Nationalspielerin - Miroslav kam mit acht Jahren ins Spätaussiedlerlager Friedland in Pfalz. In der Heimatstadt Opole hat Klose noch Onkeln und Tanten. Gerne fährt er noch dorthin. "Die Menschen dort sind sehr warmherzig und sehr nett", erzählt Klose über seine Besuche.

Polen stürmen für Deutschland

Im Polen ist man stolz auf die beiden Stürmer der deutschen Nationalelf. Am Spieltag wird man jedoch vor einem Dilemma stehen. Schließlich könnten ja ausgerechnet die beiden Stürmer das eigene Team aus dem Turnier schießen. Am liebsten hätte man die beiden sowieso im eigenen Nationalteam gehabt. "Die besseren Polen spielen und stürmen für Deutschland", war zuletzt in polnischen Zeitungen zu lesen. (stl)

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