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Wirtschaft

Die Zukunft des Automobils

Das Automobil feiert 125-jähriges Jubiläum - und klar ist: Künftig führt an Elektro-Fahrzeugen kein Weg vorbei. Doch wird es gelingen, ökologische und wirtschaftliche Ansprüche in Einklang zu bringen?

Elektroauto Tesla Model S (DW-Montage: Per Sander)

Kommt 2012 auf den Markt: Elektro-Auto Tesla Modell S

Dieter Zetsche ist eine Autorität: Wenn der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG auf einem Kongress zum Thema "Mobilität der Zukunft" redet, dann hat sein Wort Gewicht. Während viele der geladenen Experten über künftige Veränderungen der Automobilbranche spekulieren, will Zetsche zunächst schlicht und einfach darüber sprechen, was bleibt. So ist er sich sicher, dass die Märkte volatil bleiben: Sie werden weiterhin großen Schwankungen unterworfen sein.

Wandel als Konstante

Daimler-Chef Dieter Zetsche (Foto: dw)

Daimler-Chef Dieter Zetsche

"Nehmen Sie das Nutzfahrzeuggeschäft. Da sind Schwankungen von 30 Prozent plus und minus mehr oder weniger normal", so Zetsche, "und in weniger drastischer Form wird das auch auf der Seite der Personenwagen immer so sein." Der Wandel als Konstante – verursacht durch die üblichen Konjunkturzyklen oder durch unerwartete Schocks wie Finanzkrisen und Naturkatastrophen, Terroranschläge oder politische Unruhen, wie jüngst in der arabischen Welt und deren Folgen für den Ölpreis.

Zetsche schließt daraus: Die Autohersteller brauchen eine ausgewogene, diversifizierte Strategie. "Wir müssen uns global so aufstellen, dass wir Einbrüche in einer Region durch Stärke in einer anderen Region ausgleichen können", betont der Daimler-Chef. Man müsse sich auch technologisch für unterschiedliche Szenarien rüsten, vor allem im Bereich der Antriebstechnologien. "Platt formuliert lautet die Devise also: China: ja - aber nicht nur. Elektro-Auto: ja - aber nicht ausschließlich."

Autoindustrie bleibt auf Wachstumskurs

Die Automobilindustrie bleibt eine Wachstumsbranche – auch davon ist Zetsche überzeugt. In Deutschland sei heute etwa jeder zweite Mensch "auto"-mobil, weltweit wurden seit der Erfindung des Automobils durch den Konstrukteur Carl Benz im Jahr 1886 rund 2,4 Milliarden PKW verkauft. Für 2011 rechnet der deutsche Branchenverband VDA mit rund 66 Millionen verkauften Autos weltweit.

Trotzdem gebe es allein in China, Indien und Russland noch rund zweieinhalb Milliarden Menschen ohne Auto. Deshalb würden die Schwellenländer in Zukunft zum Wachstumsmotor der gesamten Branche – "The rest of the world" werde zum "Center of the world".

Ökologische Verantwortung

Wachstum auch in der Zukunft: Ökologisch verantwortbar sei das nur, wenn Autos immer sauberer und effizienter gemacht würden. Dabei bliebe der innovative Verbrennungsmotor noch für lange Zeit der größte Hebel zur Senkung von Verbrauch und Emissionen.

Mercedes SLS AMG E-Cell: Allradgetriebener Sportwagen mit vier E-Maschinen und 392 kW Leistung (Foto: DaimlerAG)

Futuristisch: Mercedes SLS AMG E-Cell mit 392 kW Leistung

Die Zukunft gehöre allerdings dem Elektro-Auto – auch wenn es heute noch sehr teuer sei. "Benzin wird nicht billiger, Batterien schon." Heute laufe der Verkauf von Elektro-Autos mit Batterie und Brennstoffzelle noch in sehr "homöopathischen Dosen", schränkt Zetsche ein. Der Smart 'Electric Drive' war 2010 Marktführer bei Elektro-Autos in Deutschland - "und das mit einem Absatz von 150 Einheiten. Aber Carl Benz hatte ganze zwei Jahre nach der Erfindung des Automobils noch kein einziges Auto verkauft. Wir brauchen also Pioniergeist und einen langen Atem."

Regenerative Energien fördern

Strom und Wasserstoff für Elektro- beziehungsweise Brennstoffzellen-Fahrzeuge müssten aus regenerativen Quellen gewonnen werden, damit diese Antriebe herkömmliche Verbrennungsmotoren ökologisch-sinnvoll ersetzen könnten.

Die wichtigsten Aufgaben der Zukunft sieht Zetsche so: Die Kosten für Elektro-Fahrzeuge müssten gesenkt, die Reichweite gesteigert werden. Die nötige Infrastruktur – also das Tankstellen- und Versorgungsnetz – für Strom und für Wasserstoff sei immer noch zu dünn. Schließlich schafften mit Brennstoffzellen betriebene Fahrzeuge schon heute Reichweiten von rund 400 Kilometern, in ganz Deutschland seien aber erst 30 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb.

DW-Grafik: Per Sander

Teil 2: Technik und Design

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