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Kultur

Die "Stimme Lateinamerikas" ist verstummt

Die argentinische Sängerin Mercedes Sosa ist tot. Sie machte die Volkslieder Lateinamerikas wie kaum eine andere Künstlerin weltweit bekannt. Sie galt in ihrer Heimat als Vorbild und wurde liebevoll "La Negra" genannt.

Mercedes Sosa bei einem Konzert in Quito am 26.10.2007 (Foto: AP)

Trauer um Mercedes Sosa

Meist in schwarze Gewänder gehüllt, füllte die berühmte Sängerin mehr als vier Jahrzehnte lang die Konzertsäle in Argentinien und weltweit - auch in Europa und in Deutschland. "La Negra" ("Die Schwarze") wurde Mercedes Sosa liebevoll in ihrer Heimat genannt. Am Sonntag (04.10.2009) starb sie im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Buenos Aires. Die Nachricht von ihrem Tod löste bei ihren Fans tiefe Trauer aus.

Die "Stimme Lateinamerikas" war seit Mitte September wegen eines Leberleidens, das auch Niere und Lunge in Mitleidenschaft zog, im Krankenhaus behandelt worden. Zuletzt hatte ihr Zustand sich nach Angaben der Ärzte rapide verschlechtert. Sie musste künstlich beatmet werden und lag im künstlichen Koma. "Eine wunderbare Frau hat uns verlassen", erklärte ihre Familie am Sonntag. Auf der Internetseite Sosas hatten Fans aus aller Welt noch bis kurz vor ihrem Tod Tausende Genesungswünsche hinterlassen.

Symbolfigur für den Widerstand

Mercedes Sosa singt gemeinsam mit Shakira am 17. Mai 2008 (Foto: AP)

Generationsübergreifender Auftritt: Sosa und Shakira

Mit ihren sozialkritischen Liedern galt Mercedes Sosa als eine der Symbolfiguren für den zivilen Widerstand gegen die früheren Militärdiktaturen Südamerikas und die Armut auf dem Subkontinent. Ihre furchtlose Haltung diente vielen als Vorbild. Als die argentinische Militärdiktatur 1980 ein Auftrittsverbot gegen sie verhängte, ging die Folksängerin ins Exil nach Spanien und wurde dort überaus populär.

Auch in Deutschland hatte Sosa zahlreiche Fans. In einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur hatte sie einmal bekannt, dass sie in Deutschland immer besonders gerne aufgetreten sei. "Das Publikum in Deutschland ist warmherziger als anderswo." Oft hätten ihre Begleiter aus Argentinien bei Tourneen durch Deutschland gesagt: "Wenn ich die Begeisterung hier nicht gesehen hätte, würde ich es nicht glauben".

"Gracias a la Vida" machte sie berühmt

Mercedes Sosa (rechts) auf Deutschlandtournee mit Joan Baez (links) und Konstantin Wecker im Mai 1988 (Foto: dpa)

Sosa trat besonders gerne in Deutschland auf

Sosa wurde am 9. Juli 1935 in der argentinischen Provinz Tucumán am Fuße der Anden in ärmlichen Verhältnissen geboren. Mit 15 Jahren fing sie an zu singen. In den 60er Jahren fand sie dann zu ihrer unverwechselbaren Stilrichtung, mit der sie berühmt wurde. Sie selbst schrieb keine Lieder, sondern fand ihre Vorlagen bei Milton Nascimento, Pablo Milanes, Leon Gieco, Atahualpa Yupanqui sowie Maria Elena Walsh. Mit ihrer dunkel-mächtigen Stimme machte Mercedes Sosa die Volkslieder Lateinamerikas weltweit bekannt.

Berühmt wurde sie mit Liedern wie "Gracias a la Vida", "Cancion con todos" oder "Alfonsina y el mar". Sosa nahm während ihrer Karriere mehr als 70 Alben auf. Noch Anfang dieses Jahres stellte sie ihr neues Album "Cantora" vor. Darauf interpretierte Sosa Folksongs zusammen mit lateinamerikanischen Stars wie Shakira und Fito Paez. Das Album wurde in Argentinien schnell ein großer Erfolg. Bei den Latin-Grammys im September wurde Sosa damit für drei Preise nominiert.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, ap, afp, epd)
Redaktion: Martin Schrader

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