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Fokus Osteuropa

Die Russen setzen erneut auf Putin

Die meisten Russen begrüßen Putins Rückkehr in den Kreml. Viele Russen erhoffen sich vom neuen alten Präsidenten eine weitere Verbesserung der Beziehungen zu Deutschland. Das zeigt der DW-Trend für Russland.

Demonstranten in Moskau (Foto: Reuters)

Demonstranten in Moskau

Trotz der Protestbewegung, die sich in den vergangenen Monaten in Russland formiert hat, glaubt eine deutliche Mehrheit der Russen, die Rückkehr von Wladimir Putin als Präsident in den Kreml sei gut für ihr Land. Dies zeigt der aktuelle DW-Trend für Russland im Monat Mai. Dafür hat das Meinungsforschungsinstitut IFAK im Auftrag der Russischen Redaktion der Deutschen Welle repräsentativ 1000 Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren in ganz Russland befragt.

So äußern 43 Prozent der Befragten, Putins neuerliche Präsidentschaft sei gut für Russland. Weitere 30 Prozent meinen, das sei eher gut. Auch sie stehen damit Putin grundsätzlich positiv gegenüber, auch wenn ihre Erwartungen mit Vorbehalten verbunden sind. Für nicht oder eher nicht gut für Russland halten die Rückkehr Putins nur 15 Prozent der Befragten.

Die Akzeptanz Putins ist wohl auch auf den nach wie vor stark ausgeprägten Wunsch der Russen nach politischer Stabilität zurückzuführen. Mangels personeller Alternativen aus den Reihen der Opposition dürften sich viele mit der erneuten Amtszeit Putins abgefunden haben. Zumal die Proteste der Vergangenheit nicht ausschließlich gegen Putin gerichtet waren. Sie waren vor allem Ausdruck des Unmutes gegen allgemeine administrative und wirtschaftliche Missstände im Land.

Im letzten DW-Trend vom April 2012 befürwortete immerhin ein Drittel der Russen (32 Prozent) die Massenproteste gegen Wahlfälschungen. 68 Prozent der Befragten forderten einen Dialog zwischen dem neuen Präsidenten und Vertretern der Protestbewegung.

Rund die Hälfte der Befragten glaubt, dass Putins erneute Amtszeit das deutsch-russische Verhältnis positiv beeinflussen wird. 39 Prozent erwarten keine Veränderung. Putin wird also als ein Stabilitätsgarant in den Beziehungen zu Deutschland gesehen. Die Bundesrepublik ist politisch und wirtschaftlich nach wie vor eines der wichtigsten Partnerländer für Russland.

Schon jetzt bewerten 81 Prozent der Befragten die Beziehungen zu Deutschland mit gut oder eher gut. Nur vier Prozent halten die Beziehungen für schlecht.

Weniger positiv fällt die Bewertung der Beziehungen zur NATO aus. Zwar hält etwas mehr als ein Drittel der Befragten die Beziehungen zur NATO für gut oder eher gut (36 Prozent). Gleichzeitig sagen allerdings rund 43 Prozent, die Beziehungen zur NATO seien schlecht oder eher schlecht. Hier spielen vermutlich vor allem der geplante Raketenabwehrschirm der NATO und die Politik des Westens gegenüber Ländern wie Libyen oder Syrien eine Rolle. Diese Themenfelder belasten die Beziehungen zwischen Russland und der NATO derzeit stark.

Allerdings wird Putin auch hier durchaus zugetraut, dass er das Verhältnis verbessern oder zumindest auf dem bisherigen Niveau halten kann. Rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten gibt an, eine Verbesserung der Beziehungen zur NATO sei möglich. Nur neun Prozent erwarten eine Verschlechterung. 39 Prozent glauben, das Verhältnis zur NATO werde unter Präsident Putin unverändert bleiben.

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