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Gesichter Deutschlands

Die Postbotin: Roswitha Sesterhenn

Roswitha Sesterhenn kommt viel herum: Die 50-Jährige bringt als Postbotin Briefe und Pakete zu den Menschen in ihrer Heimat. Privat bezeichnet sie sich als Stubenhockerin, für die ihre Familie alles ist.

Roswitha Sesterhenn (Foto: DW)

Roswitha Sesterhenn

Während die meisten Menschen noch gemütlich in ihren Betten liegen, fängt bei Roswitha Sesterhenn bereits der Tag an. Um 4:20 Uhr klingelt ihr Wecker: Schnell duschen, Kaffee trinken, eine Kleinigkeit zum Essen einpacken - und schon ist sie fertig. Über die Kleidung für den Tag muss sie sich keine Gedanken machen - der Berufskleidung sei Dank!

Um spätestens halb sechs verlässt Roswitha Sesterhenn ihr Haus in Keldung. Das ist ein kleiner Ort mit nur 231 Einwohnern, der zur rheinland-pfälzischen Gemeinde Münstermaifeld gehört. Dort, in den Bergen der Eifel ist sie geboren und aufgewachsen. Weg wollte sie von dort nie, sagt Roswitha Sesterhenn von sich, sie sei eben "ein typisches Landei“.

Nicht nur "die Chefin"

Als Chefin kümmert sie sich auch ums Organisatorische (Foto: DW)

Als Chefin kümmert sie sich auch ums Organisatorische

10 Minuten später und 16 Kilometer weiter erreicht sie ihren Arbeitsplatz: den sogenannten Zustellstützpunkt in Kobern-Gondorf, einem idyllisch an der Mosel gelegenen Weinort. Dort ist sie Teamleiterin. Sie kümmert sich vor allem ums Organisatorische: Die angelieferte und vorsortierte Post muss an die einzelnen Postboten verteilt werden. Die wiederum verteilen die Sendungen dann in ihrem Einzugsgebiet. Der Zustellstützpunkt betreut 23 Gebiete. Insgesamt 40 Menschen arbeiten dort. Da sind Ausdauer und Stressresistenz gefragt - und ein guter Überblick. "Ich bin hier für alles zuständig - vom Klopapier bis Kulis", lacht die 50-Jährige.

Ihre Kollegen beschreibt sie als "netten Haufen". Mit denen kommt sie gut klar. Vielleicht, weil Roswitha Sesterhenn nur früh morgens "Chefin“ ist. Ab 9 Uhr ist sie bei der Zustellung unterwegs. Und davor schleppt sie wie alle anderen ihre Kisten, sortiert die Post, verstaut Päckchen und Briefe in ihren Dienstwagen.

Dienstwagen - postgelb! (Foto: DW)

Dienstwagen - postgelb!

Das ist ein postgelber VW-Caddy. Mit dem fährt sie furchtlos durch die engen und steilen Straßen, die so typisch sind für die kleinen Orte an der Mosel. Sesterhenn will so nah wie möglich an die Häuser heran, damit sie nicht so weit laufen muss. Dennoch kommt für die Zustellerin einiges an Lauferei zusammen.

Frischgebackene Oma

Gegen 14 Uhr geht es dann nach Hause. Da legt sie sich zunächst einmal für ein Stündchen hin. Am späten Nachmittag bereitet sie Abendbrot für sich und ihren Mann Tony zu. Der arbeitet bei der "Rheinzeitung" als Medienberater. Nebenher trainiert er die lokale Fußballmannschaft.

Gerne kocht die Postbotin nicht. Dabei versichert ihr Mann, dass sie das gut kann. Viel lieber liest sie - vor allem historische Romane. Oder sie telefoniert mit ihrer Schwester - die lebt 100 Kilometer entfernt. Besonders seit dem Tod ihrer Mutter tut Roswitha Sesterhenn das oft. Die Mutter hatte sie lange gepflegt. Seit 4 Wochen aber hat die 50-Jährige eine neue Aufgabe: Oma sein. Zu ihrem Enkel hat sie es nicht weit. Ihr Sohn Thomas wohnt mit seiner Freundin im Nachbarort.

Autorin: Yuliya Siatkova
Redakteur: Matthias von Hein

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