Die Oscarverleihung - ein Blick in die glamouröse Geschichte | Filme | DW | 03.03.2018
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Filme

Die Oscarverleihung - ein Blick in die glamouröse Geschichte

Sonntagnacht werden wieder die goldglänzenden Oscar-Statuen in Los Angeles verliehen. Ein Jubiläum: 2018 findet die Gala zum 90. Mal statt. Grund für uns, im Archiv der Academy zu blättern.

Die erste Oscarverleihung der US-amerikanischen Filmakademie fand in einem Hotel statt, direkt am Hollywood Boulevard. Am 16. Mai 1929 waren dort 270 Gäste zum Festbankett mit Preisverleihung geladen: prominente Filmstars, Regisseure und einflussreiche Filmproduzenten. Gerade mal 15 Minuten dauerte die Oscarverleihung, dann waren die Academy Awards schon vergeben - und die Gesellschaft ging wieder zu Dinner und Small Talk über.

Der erste Oscarpreisträger war 1929 der deutsche Schauspieler Emil Jannings (Foto unten). Er wurde als bester Schauspieler für seine beiden Stummfilme "Der letzte Befehl" und Der Weg allen Fleisches" mit der berühmten Goldstatue geehrt. Damals war das für niemanden eine Überraschung, die Gewinner standen schon monatelang vorher fest. Als bester Film wurde an dem Abend der Kriegsfilm "Flügel aus Stahl" von Regisseur William A. Wellman ausgezeichnet.

Filmstill aus Sein letzter Befehl: Emil Jannings hält eine große Fahne in den Händen (picture alliance/akg-images)

Erster deutscher Oscar-Preisträger 1929: Emil Jannings

Live-Übertragung: Glamouröse Oscarverleihung

Niemand ahnte damals, dass dies der Grundstein für den wichtigsten Filmpreis der Welt werden würde. Heute ist die Gala ein weltweites Medienereignis, Millionen von Menschen verfolgen am Bildschirm und im Netz, wer jedes Jahr mit einem Goldjungen ausgezeichnet wird.

Der Oscar ist für jeden Regisseur, Schauspieler, Komponisten und alle Filmschaffenden die Krönung ihrer Karriere. Die begehrte Trophäe ist übrigens nur 34 Zentimeter hoch und lediglich mit einer dünnen Goldhaut überzogen. Innen sorgt massives Britanniametall für das Gewicht.

Der Spitzname "Oscar" kam erst 1939 ins Spiel, vorher waren es schlicht die Academy Awards, die verliehen wurden. Seit 1979 ist er auch markenrechtlich geschützt. Mit den Nachbildungen der Oscarstatuen und den Werbemitteln werden jährlich Milionenumsätze gemacht. Inzwischen findet die Oscarverleihung in jedem Jahr Ende Februar/Anfang März statt.

Mehrere Oscarstatuen stehen neben- und hintereinander (Getty Images/C. Polk)

Nur mit Gold überzogen: die Oscarstatuen

Einflussreich: Die Film-Akademie in Hollywood

Die "Academy of Motion Picture Arts and Science" war von Anfang an eine gemeinnützige Organisation, die sich u.a. auch für den technischen Fortschritt in der Filmwirtschaft einsetzte. 1927 gegründet, waren anfangs hauptsächlich die Bosse der großen Hollywood-Studios dort vertreten. Es ging schließlich auch um Geld und Investitionen in die Zukunft.

Die Idee kam von Louis B. Mayer, dem einflussreichen Studioboss der berühmten Filmproduktionsgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer. Er holte sich weitere Hollywood-Persönlichkeiten dazu und organisierte die erste Preisverleihung. Der erste Präsident der Academy war der Schauspieler Douglas Fairbanks. 1949 zog die Organisation um nach Beverly Hills. Dort befindet sich auch die umfangreiche Filmbibliothek.

Große Veränderungen seit 1929

Vieles hat sich seit der ersten Oscarverleihung Ende der 1920er Jahre erst in jüngster Zeit geändert, auch die Zusammensetzung der Jury. Die Forderung, mehr Frauen, mehr Jüngere und vor allem mehr Schwarze aufzunehmen, hat Wirkung gezeigt. Inzwischen sind mehr als 7000 Persönlichkeiten aus der Filmbranche Mitglied der Academy. Aus Deutschland wurden 2017 der Regisseur Fatih Akin und Schauspieler Daniel Brühl neu eingeladen - eine große Ehre.

Zwei Frauen in Abendkleidern stehen auf einem Roten Teppich, eine große Zahl Fotografen stehen ihnen gegenüber (Getty Images)

Startrampe für eine Karriere in Hollywood: der rote Teppich bei der Oscarverleihung

Und das Verfahren hat sich geändert. Jahrelang wurden die Medien vorab über die Gewinner informiert, mit einer Sperrfrist als Auflage. Als dann doch eine Zeitung vor der Gala bereits Namen und Filmtitel veröffentlicht hatte, änderte man diese Praxis. Seit 1941 gibt es fest verschlossene Briefumschläge, die erst bei der Oscarverleihung vor Publikum geöffnet werden.

Das ging lange gut, bis 2017 eine Verwechslung hinter der Bühne zu einer peinlichen Falschmeldung führte: Das Musical "La La Land" wurde irrtümlich als bester Film genannt. Erst nach Intervention der Jury bekam das Team von "Moonlight" den Haupt-Oscar dann korrekt überreicht. Seit 1989 heißt es auch nicht mehr: "And the winner is…" sondern weniger diskriminierend und politisch korrekt: "And the Oscar goes to…". Wir dürfen gespannt sein, wer 2018 als Bester Film ausgezeichnet wird.

An diesem Sonntag (04.03.2018) wird dann zum 90. Mal der rote Teppich für die Hollywood-Prominenz vor dem Dolby-Theatre in LA ausgerollt. Laufsteg für echte Stars und für Sternchen, die noch auf eine Hollywood-Karriere hoffen.

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