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Kultur

Die neuen Leiden der Luftfahrt

Die goldenen Zeiten sind schon lange vorbei: Die internationale Luftfahrtindustrie steckt in der Krise. Eine Besserung ist nicht in Sicht - im Gegenteil: Alles könnte noch viel schlimmer werden. Wegen SARS.

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Gähnende Leere in der Abfertigungshalle des Flughafens Frankfurt/Main

"SARS wird wahrscheinlich deutlich schlimmere Auswirkungen auf die weltweite Luftfahrtindustrie haben als der Krieg im Irak", erklärte kürzlich Lasantha Subasinghe, ranghoher Vertreter des internationalen Luftfahrtverbandes IATA. Durch SARS werde die schlimmste Krise der zivilen Luftfahrt noch einmal deutlich verschärft. Weltweit streichen Airlines ihre Flüge.

Fluggesellschaften in Asien trifft es besonders hart

Singapore Airlines, Qantas oder Air New Zealand haben Dutzende Flüge gestrichen. In Hongkong fiel zwischenzeitlich fast jeder dritte Flug aus. Die australische Gesellschaft Qantas begründete den geplanten Personalabbau um drei Prozent mit dem Nachfragerückgang durch SARS. Die Buchungen für die "Känguru-Route" nach London seien um zehn Prozent zurückgegangen, Vorbestellungen nach Hongkong sogar um 25 Prozent.

Die Angst vor Ansteckung ist groß - kaum jemand will noch in die betroffenen Länder reisen. Auch die Lufthansa bekommt die Folgen zu spüren: Nach Flugstornierungen und massiven Buchungsrückgängen wegen SARS muss die Lufthansa möglicherweise weitere Maschinen außer Dienst stellen. "Wir wollen keine leeren Flugzeuge durch die Gegend fliegen", sagte Lufthansa-Chef Jürgen Weber. Vizepräsident Wolfgang Mayrhuber bringt es auf den Punkt: Die Branche, meint er, stecke inzwischen wohl "in der größten Krise ihrer Geschichte".

Angst vor SARS so groß wie Angst vor Terror

Ob Hongkong, Thailand oder Singapur: Für Reiseziele in Fernost sind die Buchungszahlen überall im Keller. Eine Umfrage des Europäischen Tourismus-Instituts hat gezeigt: SARS wird von Touristen als ähnlich große Gefahr empfunden wie mögliche Terroranschläge. 30 Prozent der Deutschen wollen ihren Urlaubsort von der weiteren Ausbreitung der Krankheit abhängig machen. Europäische Großkonzerne rieten ihren Mitarbeitern wegen SARS von Reisen nach Fernost ab. Die Geschäftsleute wichen inzwischen lieber auf Telefonkonferenzen aus.

Weltbank: SARS kann die Wirtschaft lahmlegen

Die weiteren Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung sind kaum abschätzbar. Nach Meinung des Weltbank-Präsidenten James Wolfensohn sind die Auswirkungen im Augenblick noch gering. Doch bereits jetzt hindere die Angst vor Ansteckung Menschen am Reisen, die Investitionen tätigen oder Handel treiben wollen. SARS, so die Meinung des Weltbank-Präsidenten, kann für die Wirtschaft in Südostasien und China zu einer echten Bedrohung werden.

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