Die letzten Besetzer in Oregon geben auf | Aktuell Amerika | DW | 11.02.2016
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Aktuell Amerika

Die letzten Besetzer in Oregon geben auf

41 Tage lang hatte eine militante selbsternannte Bürgerwehr ein Naturschutzgebiet im US-Bundesstaat Oregon unter ihrer Kontrolle. Nun ließen sich die letzten Bewaffneten, die sich verschanzt hatten, festnehmen.

Ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei (Foto: Getty)

Die Polizei hat das Gelände weiträumig abgeriegelt

Der 27-jährige David Fry war der letzte, der das Verwaltungsgebäude des Malheur National Wildlife Refuge verließ. Nachdem er sich zunächst geweigert hatte, sich zu ergeben und mit Suizid drohte, verhandelten Beamte der Bundespolizei FBI mit ihm. Das Gespräch wurde live im Internet übertragen. "Freiheit oder Tod", meinte der aus Ohio stammende Mann. Schließlich gab er dann doch auf. Zuvor hatten sich seine drei letzten Mitstreiter den Sicherheitskräften gestellt.

Zwei Landwirten beistehen

Die Rancher, Veteranen und andere Aktivisten - insgesamt etwa 100 schwer bewaffnete Männer - hatten Anfang Januar in dem Westküstenstaat die Kontrolle über den Naturpark im Bezirk Harney übernommen. Mit ihrer Aktion wollten sie zwei Landwirten beistehen, die wegen Brandstiftung zu einer neuen Gefängnisstrafe verurteilt worden waren.

Die beiden Rancher - Vater und Sohn - waren vor drei Jahren wegen Brandstiftung auf staatlichem Boden verurteilt worden. Sie bestritten diese und gaben an, auf ihrem eigenen Grund ein kontrolliertes Feuer entfacht zu haben, das dann auf Staatsgebiet übergegriffen habe. Der Vater saß drei Monate im Gefängnis, der Sohn ein Jahr. Kürzlich befand ein Bundesrichter die Strafe für nicht ausreichend und ordnete für beide jeweils rund vier Jahre Gefängnis an.

Anwohner beschweren sich

Der sich daran entzündete bewaffnete Protest richtete sich auch gegen die Kontrolle der Bundesregierung in Washington über Ländereien im allgemeinen. Vor zwei Wochen war bei einem Polizeieinsatz gegen die Naturpark-Besetzer bereits ein Teil der Bewaffneten festgenommen worden. Unter ihnen war auch der mutmaßliche Anführer der Gruppe, Ammun Bundy. Ein Mann wurde durch Schüsse der Beamten getötet. Anwohner hatten zuvor wiederholt sehr deutlich gemacht, dass die Gruppe um Bundy unerwünscht und ihre Unterstützung nicht willkommen sei.

Die Aktivisten trauern um ihren Kumpel LaVoy Finicum, der bei dem Polizeieinsatz Ende Januar an einer Bushaltestelle erschossen worden war (Foto: Getty)

Die Aktivisten trauern um ihren Kumpel LaVoy Finicum, der bei dem Polizeieinsatz Ende Januar an einer Bushaltestelle erschossen worden war

Am Mittwoch wurde dann auch der Vater des Rädelsführers, Cliven Bundy, in Polizeigewahrsam genommen. Der Rinderzüchter aus Nevada hatte 2014 für Schlagzeilen gesorgt. Damals führte er eine Gruppe bewaffneter Mitstreiter an, die sich tagelang weigerten, ihre auf Regierungsland weidenden Herden abzuziehen oder Pachtzahlungen in Höhe von einer Million Dollar (etwa 1,1 Millionen Euro) an die Bundesregierung zu leisten.

Anfang Februar klagte die Justiz Bundy und mehrere seiner bewaffneten Kumpels wegen Verschwörung zur Behinderung von US-Bundesbeamten durch Gewalt und Einschüchterung an. Bundy rief die letzten Besetzer auf, die Aktion zu beenden.

se/ml (dpa, rtre, afp, ape)

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