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Gesichter Deutschlands

Die Leistungssportlerin: Anne Sauer

Das Leben von Anne Sauer spielt sich ab zwischen Familie, Schule und Trainingshalle. Die Abiturientin trainiert bei einem der weltweit erfolgreichsten Fechtvereine im schwäbischen Tauberbischofsheim.

Anne Sauer (Foto: DW)

Zwischen Schule und Training: Anne Sauer

"Der frühe Vogel fängt den Wurm"

Könnte stimmen, aber Anne Sauer steht nicht aus diesem Grund schon morgens um sechs Uhr auf. Die junge Frau mit den langen braunen Haaren und dem symphatischen Lächeln möchte einfach morgens keinen Stress. So beginnt der Tag mit einem gemütlichen Frühstück mit ihrer Mutter und ihrem 16-jährigen Bruder. Die Mutter ist Bürokauffrau, der Vater LKW-Fahrer und nur am Wochenende zu Hause. Jeder Winkel im Haus der Familie Sauer strahlt Gemütlichkeit aus. Das gilt auch für das Dorf. Die 18-jährige Schülerin wohnt in dem 200-Seelen-Dorf Reinhardsachsen in Baden-Württemberg. Erst seit kurzem gibt es hier DSL-Internet Verbindung. Handy-Empfang? Fehlanzeige! Hier ist Anne Sauer aufgewachsen, sie hängt an dem Ort. So sehr, dass sie eben nicht zu ihrer Schule nach Tauberbischofsheim umzieht, sondern lieber jeden Tag 70 Kilometer mit dem Auto fährt.

Schule und Leistungssport - schwierige Balance

Anne Sauer pendelt zwischen Wohnort und Leistungszentrum (Foto: DW)

Anne Sauer pendelt zwischen Wohnort und Leistungszentrum

Anne Sauer verstaut die große Reisetasche mit Schulsachen und Sportzeug im Kofferraum ihres dunkelblauen Kleinwagens. Dann geht es zum Wirtschaftsgymnasium nach Tauberbischofsheim - eine runde halbe Stunde Fahrt. Tauberbischofsheim ist eine kleine Stadt mit nur 13.000 Einwohnern, aber eine Größe in der Welt des Fechtens. Der Fechtverein ist wegen zahlreicher Olympiagewinner weltbekannt. In Anne Sauers Klasse sind auch andere vom Fechtvirus befallen. Und auch für die junge Abiturientin steht fest: Wenn sie später in Würzburg Deutsch und Sport auf Lehramt studiert, will sie auf jeden Fall weiter aktiv Fechten.

Der Olympiastützpunkt - das zweite Zuhause

Um 13 Uhr gehen ihre Klassenkameraden nach Hause - Anne Sauer geht zum Olympiastützpunkt. Da wird nicht nur trainiert, sondern auch gelernt. Aber bevor sie mit den Hausaufgaben anfängt, isst sie mit ihren Freundinnen in der Kantine zu Mittag. Da gibt es nur sportgerechte Nahrung und viel Salat. Dabei hält Anne Sauer nichts von Diät. Sie gibt sogar zu, dass sie auf Schokolade nicht verzichten kann. Ansehen kann man der sportlichen jungen Frau diese kleine Schwäche aber nicht. Dafür trainiert sie viel zu hart. Selbst am trainingsfreien Sonntag spielt sie gerne Fußball.

Hat Anne Sauer Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben, kann sie sich an dort angestellte Lehrer wenden. Anne Sauer weiß diese Unterstützung am Olympiastützpunkt zu schätzen und zu nutzen: Scheu zu fragen kennt sie nicht.

Hart aber fair

Nach den Hausaufgaben wird hart trainiert (Foto: DW)

Nach den Hausaufgaben wird hart trainiert

Ab 15 Uhr beginnt das Trainingsprogramm: Unterricht beim persönlichen Trainer, Massage, einmal die Woche Termin beim Psychologen. "Ein Fechter sollte in Form sein - physisch und psychisch, damit er gute Leistungen bringt“, findet Anne Sauer. Alles läuft nach einem ausgetüftelten Trainingsplan. Vor dem zweistündigen Gruppentraining gibt es ein leichtes Abendessen - um 17 Uhr. Anne Sauer begnügt sich mit einem halben belegten Brötchen: Schließlich will sie sich leicht und schnell durch die Halle bewegen. Und da geht es richtig ab! Körperhaltung, Schritt, Konzentration ... alles muss stimmen. Und wenn Anne Sauer und die anderen Mädchen ihre Rüstungen tragen, wird gefochten wie beim Wettkampf: gnadenlos.

Zeit für Geborgenheit

Was Anne Sauer nach so einem Tag braucht, ist Erholung. Gegen 21 Uhr ist sie zu Hause. Mutter und Bruder erwarten sie bereits - auch der kuschelige Riesenschnauzer Mia. Dann wird gemütlich in der Küche gesessen und erzählt. Und Anne Sauer hat immer viel zu erzählen. Genascht wird dabei auch - natürlich Schokolade!

Autorin: Yordanka Yordanova
Redaktion: Matthias von Hein

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