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Kultur

Die Kotzebue Expedition (2)

Der 22 jährige Johann Friedrich Eschscholtz heuert auf der Rurik als Schiffsdoktor an. Gemeinsam mit Chamisso sammelt und beschreibt er auf der Reise neben seiner Tätigkeit als Arzt eine Unzahl von Pflanzen, Insekten und Meerestieren. Die beiden Männer studieren außerdem die Lebens- und Jagdgewohnheiten der Eskimos. Auf Unalaska stößt Eschscholtz durch Zufall auf prähistorische Grabstätten der Aleuten, die er wissenschaftlich erforscht.

1824 begleitet der junge Arzt Kapitän Kotzebue auf eine weitere Alaskareise. Zwei Jahre später kehrt er von dieser dritten russischen Weltumsegelung mit 15 Kisten gefüllt mit Pflanzen- und Tierpräparaten zurück. Das Ergebnis beider Forschungsreisen ist ein umfangreicher Zoologischer Atlas, der 2400 Zeichnungen und Beschreibungen der Tierwelt Alaskas und Kaliforniens enthält.

Adelbert von Chamisso ist bereits ein bekannter Schriftsteller der deutschen Romantik als er 1815 zur Weltumsegelung aufbricht. Seine eigentliche Berufung ist aber die Botanik. Von der dreijährigen Weltumsegelung bringt er fast 2500 Pflanzen und Samen mit. Er entdeckt und beschreibt über 50 neue Pflanzenarten und über 700 Einzelpflanzen. Die Kalifornische Mohnblume "Escholtzia californica" benennt er nach seinem Freund Johann Eschscholtz.

Nach seiner Rückkehr von der Weltumsegelung veröffentlicht Chamisso gemeinsam mit Choris zwei Bände mit den wissenschaftlichen Ergebnissen der Reise. Außerdem verfasst Chamisso den ersten Forschungsbericht zu den Walarten im Nordpazifik. Seine wissenschaftliche Ausbeute ist noch heute Kernbestand des botanischen Museums in St. Petersburg.

Louis Choris folgt 1815 der Einladung Otto von Kotzebues und wird Teilnehmer der russischen Weltumsegelung auf der "Rurik". Während diese Weltreise fertigt er Hunderte von Zeichnungen, Ölbildern und Aquarellen zum Leben der Ureinwohner von Amerika, Asien und Polynesien an. Seine Bilder tragen wesentlich zum ethnografischen Verständnis der Urbevölkerung von Alaska bei und sind heute Bestandteil wertvoller Sammlungen in der Library of Congress in Washington und der Yale-University in Massachusetts.

Die wissenschafltiche Ausbeute hat sich gelohnt. Bis heute zählt die Kotzebue-Expedition zu einer der erfolgreichsten Entdeckungsreisen der Neuzeit.

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