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Nahost

Die Festnahme: "We got him"

Der ehemalige irakische Präsident Saddam Hussein ist in der Nähe seiner Heimatstadt Tikrit verhaftet worden. Nach offiziellen US-Angaben verlief die Aktion ohne Blutvergießen.

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Saddam Hussein nach der Festnahme

US-Präsident George W. Bush hat nach der Gefangennahme des früheren irakischen Diktators Saddam Hussein versichert, dass der amerikanische Feldzug gegen den Terrorismus weiter gehe. "Wir werden nicht nachlassen, bis wir den Sieg davongetragen haben", sagte Bush am Sonntag (14.12.2003) in einer kurzen Rede an die Nation. Der Präsident warnte zugleich, dass die Festnahme nicht das sofortige Ende der Gewalt im Irak bedeuten werde. Es liege noch viel Arbeit vor den USA und deren Verbündeten.

George Bush Porträt

Präsident George W. Bush

Die Festnahme markiere das Ende einer "dunklen und schmerzvollen Ära" in Irak. Das sei das Ende des Weges für ihn und alle, die in seinem Namen gemordet hätten. Saddam Hussein wird sich nach Angaben von Bush vor der Justiz zu verantworten haben. Dem irakischen Ex-Präsidenten werde "die Gerechtigkeit widerfahren, die er Millionen verwehrt hat", sagte Bush in Washington.

"Ein großer Tag"

"Wir haben ihn. Der Tyrann ist ein Gefangener. Das ist ein großer Tag in der Geschichte Iraks." Mit diesen Worten bestätigte der oberste US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, in Bagdad Berichte über die Festnahme Saddam Husseins. Damit war nach Stunden der Ungewissheit klar: Acht Monate nach der Einnahme von Bagdad ist der gestürzte irakische Staatschef Saddam Hussein gefangen genommen worden.

Paul Bremer We got him

Sichtlich zufrieden: Paul Bremer

Seit seiner Festnahme habe sich Saddam Hussein "sehr kooperativ" verhalten, sagte Bremer. Er befinde sich in US-Gewahrsam an einem geheim gehaltenen Ort. Nach US-Medieninformationen, die sich auf Armeequellen berufen, befindet sich Saddam Hussein nicht mehr in Irak. Weiter erklärte Bremer, die Festnahme des früheren Staatschefs bedeute eine Chance für die Aufständischen in Irak, ihren militärischen Widerstand gegen die Besatzungstruppen aufzugeben.

Die US-Behörden zeigten ein Video über die Verhaftung. Auf der Pressekonferenz in Bagdad gab General Ricardo Sanchez, Oberbefehlshaber der US-Truppen im Irak, bekannt, dass der Diktator am Samstag gegen 20.00 Uhr Ortszeit (18.00 Uhr MEZ) in einem Bauernhaus in der Nähe seines Heimatortes Tikrit festgenommen worden sei. An der Aktion seien 600 US-Soldaten beteiligt gewesen. Es habe keine Verletzten gegeben, so Sanchez

Hoffnung auf Rückgang der Anschläge

Fahndung nach Saddam Hussein Spielkarte

Most Wanted: Saddam Hussein

Die Operation soll von US-Soldaten und kurdischen Kämpfern ("Peschmerga") durchgeführt worden sein. Reporter hatten bereits seit Samstag über Absperrungen und Truppenbewegungen in der Region um Saddams Heimatstadt Tikrit und die nordirakische Stadt Samarra berichtet.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht am Sonntag in Bagdad: Saddam Hussein ist verhaftet. Schon nach den ersten noch unbestätigten Informationen liefen Einwohner der irakischen Hauptstadt auf die Straßen und feuerten mit kleinkalibrigen Schusswaffen in die Luft. Auch in der nordirakischen Stadt Kirkuk kam es zu Freudenkundgebungen. Einwohner gaben Schüsse in die Luft ab und gratulierten einander.

Saddam Hussein hat Irak bis zu seinem Sturz am 9. April 23 Jahre lang regiert. Seitdem war er verschwunden. Die USA haben eine Kopfprämie von 25 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. In der Vergangenheit sind wiederholt Gerüchte über eine Gefangennahme des Ex-Präsidenten oder dessen Tod aufgekommen, ohne dann aber eine Bestätigung zu finden. Ende Juli waren die beiden Söhne Saddam Husseins, Udai und Kusai, von US-Soldaten in der nordirakischen Stadt Mossul getötet worden.

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