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Aktuell Deutschland

Die digitale Kindheit

Das Internet ist längst im Alltag kleiner Kinder angekommen. Schon Dreijährige surfen im Netz. Und bei den Achtjährigen ist gut die Hälfte online. Gleichwohl sind digitale Medien nicht das Wichtigste für die Kinder.

Rund 1,2 Millionen Drei- bis Achtjährige in Deutschland sind regelmäßig im Internet unterwegs. Wie eine Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zeigt, gilt dies für mehr als die Hälfte der Achtjährigen, ein Drittel der Sechsjährigen und jeden Zehnten Dreijährigen. Ob sie Smartphones, Tablets und Laptops nutzen können oder nicht, ist dabei weitgehend unabhängig vom Familieneinkommen.

Knapp die Hälfte der Drei- bis Achtjährigen nutzt Spielekonsolen, bei den Achtjährigen haben sogar 42 Prozent ein eigenes Gerät. Ein Drittel der Kinder nutzt aber auch schon Smartphones. Bei den Achtjährigen hat fast jeder fünfte solch ein Gerät - 17 Prozent in dieser Altersgruppe besitzen zudem einen eigenen Laptop.

Chancen ja, aber die Risiken überwiegen

Wie die Autoren der Studie berichten, unterbinden allerdings zwei Drittel der Eltern den Drei- bis Achtjährigen den Zugang zum Internet. Gleichwohl sehe die deutliche Mehrheit (65 Prozent) in digitalen Medien und dem Internet auch Chancen für ihren Nachwuchs, vor allem mit Blick auf die soziale Teilhabe. Nach Ansicht der Eltern überwiegen für Kinder dieser Altersgruppe aber die Risiken. Die Sorgen drehen sich um nicht kindgerechte Inhalte, mögliche Kontakt zu unbekannten Personen, aber auch um Mobbing und den Schutz der Privatsphäre.

Viele Eltern zeigen sich selbst auch verunsichert beim Thema Internet. Zudem sind längst nicht alle Kinder "Digital Natives" – selbst wenn sie in einer digitalisierten Welt aufwachsen. Je häufiger und selbstverständlicher die Eltern selbst im Netz unterwegs sind, desto eher sind auch ihre Kinder online und desto selbstsicherer zeigen sich diese hinsichtlich ihrer eigenen Internetkompetenzen.

Teil des "Bildungswettrüstens"

Insgesamt sei die digitale Teilhabe ihrer Kinder für einen großen Teil der Eltern zum Bestandteil eines allgemeinen "Bildungswettrüstens" geworden, heißt es in der Studie. Allerdings führe Digitalisierung nicht automatisch zu mehr Chancengleichheit. Zwar haben Kinder den Angaben zufolge unabhängig vom Geldbeutel der Eltern Zugang zu digitalen Medien. Es gibt aber doch deutliche Unterschiede vor allem beim Nutzerverhalten. So nutzen Kinder von Eltern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen das Internet deutlich seltener für Informationssuche oder zu Lernzwecken.

Für Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig besteht deshalb die Notwendigkeit, die Medienkompetenz der Familien zu fördern, damit Bildungs- und Teilhabechancen allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen offen stünden.

Wie die Studie zeigt, sind digitale Medien gleichwohl nicht das Wichtigste im Alltag von Kindern. Für 71 Prozent der Sechs- bis Achtjährigen ist es wichtiger, Freunde zu treffen und zusammen zu spielen. Auch draußen zu spielen ist mit 58 Prozent deutlich beliebter als die Nutzung digitaler Medien und rangiert - gemeinsam mit Fernsehen - auf dem zweiten Platz.

Für die Studie wurden 1029 Kinder zwischen sechs und acht Jahren sowie 1832 Eltern von Drei- bis Achtjährigen befragt.

rb/se (afp, dpa, kna)

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