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Politik

"Die arabische Welt muss ihr Image verbessern"

Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, fordert die arabische Welt auf, den Dialog mit dem Westen zu verstärken. Wie das erreicht werden kann, darüber sprach Moussa mit DW-WORLD.

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Amre Moussa: schwieriger Reformprozess

In Deutschland plane die Arabische Liga die Gründung eines Kulturinstituts, das den deutsch-arabischen Dialog verbessern soll, sagte Amre Moussa zu DW-WORLD. Vorbild dafür sei das bereits existierende arabische Kulturinstitut in Paris. Die Vermittlung der arabischen Sprache und Kultur in Deutschland und Europa sei das wichtigste Ziel des neu zu schaffenden Instituts, das seinen Sitz in Berlin haben soll.

"Die Araber müssen ihr Image verbessern", sagte Moussa, der hofft, dass durch die verstärkte kulturelle Zusammenarbeit die "Brücken zwischen dem Westen und der arabischen Welt" gefestigt werden. Die Kulturminister der Mitgliedstaaten der Arabischen Liga habe bereits bei ihrem jährlichen Treffen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa im vergangenen Jahr 2004 beschlossen, das Projekt zu unterstützen. Derzeit verhandele die Arabische Liga mit den Mitgliedstaaten über die Frage, welchen finanziellen und materiellen Beitrag sie für die Errichtung des Zentrums leisten werden.

Arabische Welt ist nicht krank

Laut Moussa stellte auch die Teilnahme der arabischen Welt an der Frankfurter Buchmesse 2004 als Ehrengast einen wichtigen Schritt zu einer besseren kulturellen Verständigung dar. "Wir müssen aber noch weitere und intensivere Schritte unternehmen. Dadurch soll ein realistisches Bild über die Araber und deren friedliche Gesellschaften vermittelt sowie deren ablehnende Haltung gegenüber dem Terror dargestellt werden."

"Die arabische Welt ist nicht krank wie viele glauben", versichert Moussa. Sie befinde sich vielmehr in einer "Phase tief greifender Veränderungen". "Der Reformprozess bereitet große Probleme, das stimmt schon", räumt Moussa ein. "Er ist aber nicht umkehrbar". Erste positive Ergebnisse gebe es bereits. Beispielsweise würden in Kuwait Frauen mehr Rechte zugestanden. Reformen seien auch in anderen Ländern wie Ägypten oder Saudi Arabien eingeleitet worden.

Erfolgreiche Schritte

Auch die Arabische Liga habe die ersten Schritte dieses Reformprozesses passiert, trotz der innerarabischen Probleme und der "Einmischung von außen". "Wir haben zum Beispiel die arabische Frei-Handelszone auf den Weg gebracht." Die Organisation habe sich auch Nicht-Regierungsorganisationen geöffnet. Damit könnten diese Organisationen ihren Beitrag in den Entscheidungsgremien des Rates leisten. Geplant sei außerdem ein Parlament mit Vertretern der verschieden Mitgliedstaaten der Liga einzurichten. Als Vorbild dafür diene das Europäische Parlament.

Der 68-jährige Ägpyter Amre Moussa ist seit 2001 Generalsekretär der Arabischen Liga

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