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Wirtschaft

Die Adidas-WM

Der Sportartikel-Hersteller Adidas aus dem fränkischen Herzogenaurach sieht sich als Gewinner der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Ob sich das millionenschwere Engagement gelohnt hat?

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Wo Fußball ist, kann Adidas nicht fern sein

Mit einer gigantischen Marketing-Kampagne begleitet Adidas die WM, ist selbst einer der Hauptsponsoren, neben den Konkurrenten Nike und Puma einer der drei wichtigsten Ausrüster der teilnehmenden Mannschaften und offizieller Lizenznehmer des Weltfußballverbandes FIFA. Es soll zwar in Deutschland tatsächlich Fußball-Fans geben, die noch kein Trikot der Nationalmannschaft besitzen - aber auch so ist das weiße Hemd der große Renner. Mehr als 1,5 Millionen Stück davon hat Adidas bereits verkauft - vor vier Jahren, während der WM in Südkorea und Japan, als Deutschland immerhin das Finale erreichte, waren es gerade mal 250.000.

Adidas Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer

Adidas-Chef Hainer sieht sein Unternehmen als eigentlichen Gewinner der WM

Und auch das offizielle Spielgerät der WM, der Ball mit dem Namen "Teamgeist", ist ein echter Verkaufsschlager: Weltweit 15 Millionen Stück gingen bislang über die Ladentische - auch das war vor vier Jahren anders: Das Vorgänger-Modell wurde nur sechs Millionen Mal verkauft. Das beschert dem Konzern allein im Fußball-Bereich einen Rekordumsatz von 1,2 Milliarden Euro. Kein Wunder, dass Adidas-Chef Herbert Hainer sein Unternehmen schon jetzt als Gewinner der WM sieht: "Ich habe immer gesagt, dass das eine Jahrhundertchance ist für uns: Auf der einen Seite, um unsere Umsätze weiter nach vorne zu treiben, uns aber auch als die Marke des Sports und als die Marke des Fußballs darzustellen. Und man konnte es in den letzten Wochen verfolgen: Ich denke, wir haben unser Ziel klar erreicht, wir dominieren die Weltmeisterschaft und insofern bin ich überaus zufrieden."

Die Nummer eins in Sachen Fußball

Dafür hat das Unternehmen allerdings viel Geld in die Hand genommen und eine gigantische Werbekampagne gestartet. In 40 Ländern läuft der teuerste Werbespot in der Unternehmensgeschichte mit fast 30 internationalen Fußball-Stars. 40.000 Quadratmeter Fläche umfasst eine riesige Adidas-Welt vor dem Berliner Reichstag inklusive eines Nachbaus des Berliner Olympiastadions für 10.000 Zuschauer. Adidas will zeigen: Wir sind die Nummer eins in Sachen Fußball - und das soll abfärben auf den Rest der Konzerns.

Adidas Firmenzentrale - Außenansicht

Von Franken in die Welt - Die Zentrale in Herzogenaurach

Günther Weigl, Fußball-Chef bei Adidas: "Fußball ist in zweierlei Hinsicht sehr, sehr wichtig. Zum einen hat es eine immense Image-Komponente. Zur Weltmeisterschaft präsentiert sich Adidas nicht nur als Fußballmarke, sondern auch als Gesamtmarke und das strahlt eben ab auf den gesamten Konzern". Zum anderen aber, so Weigl, spiele Fußball natürlich auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten im Konzern eine sehr große Rolle. "Über 15% des Umsatzes der Adidas AG kommen aus dem Bereich Fußball, also von daher ist es doch ein erheblicher Anteil, den wir da beitragen."

Schon längst weiter gedacht

So sieht sich Adidas als einzige Marke, die im Fußball-Segment wächst und Marktanteile hinzugewinnt. Mit diesem Schwung will die Marke mit den drei Streifen den Abstand zum Weltmarktführer in der Sportartikelbranche, dem US-Riesen Nike, weiter verkürzen. Helfen kann da auch ein spektakulärer Deal: Denn die Deutschen sind für die kommenden elf Jahre Ausrüster der weltweit populären US-Basketball-Liga NBA. Und auch in Sachen Fußball denken die Franken schon längst weiter: Bei der kommenden Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz ist Adidas wieder Hauptsponsor - und Dank eines langfristigen Vertrages mit der FIFA auch bei der kommenden Weltmeisterschaft in vier Jahren in Südafrika. Ob man da den Erfolg der WM 2006 toppen kann? Herbert Hainer ist optimistisch: "Wir werden uns auch für Johannesburg oder für Kapstadt spektakuläre Aktionen einfallen lassen - davon können Sie ausgehen."

Hainer ist überzeugt davon, dass die Fußballumsätze weltweit weiter wachsen werden: "Schauen sie nur nach Asien: Wenn man die Begeisterung sieht, wie in Japan, wie in China: Fußball wird immer populärer und auch wir werden immer besser im Vermarkten von Fußball. Sehen wir nur, wie wir das mit dem Ball, dem "Teamgeist" gemacht haben, wie wir den ins Bewusstsein der Konsumenten gebracht haben: Also ich bin da ganz zuversichtlich."

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