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Sport

Total Global: Woher kommt eigentlich der WM-Ball?

Er heißt "Teamgeist" - und stammt vom Hersteller Adidas: Der offizielle Ball der Fußball-Weltmeisterschaft. Das runde Leder ist eine Hightech-Gemeinschaftsproduktion acht verschiedener Länder.

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Der Spielball der Fußball-Weltmeisterschaft heißt "Teamgeist"

Die Geschichte des WM-Balls beginnt in Herzogenaurach, einer Kleinstadt in Mittelfranken. Die Zentrale von Adidas ist ein imposanter, verglaster Neubau. In einem Provisorium aus Containern logiert das so genannte Innovationsteam, das immer neue Produkte kreieren muss, um Umsatz und Gewinn des Unternehmens zu steigern. "Man bekommt eine Vorgabe von Seiten des Marketings", sagt Hans-Peter Nürnberg, Chefentwickler des WM-Balls. Das kann ein Ball sein, der einfach nur bunter aussieht. Oder Spielerbefragungen haben ergeben, dass der Ball zu krumm fliegt oder zu stark steigt.

Adidas Firmenzentrale - Außenansicht

Die Firmenzentrale von Adidas in Herzogenaurach

Aus verschiedenen Entwürfen und Materialien bauen die Entwickler einen Prototypen zusammen. Knapp vierzig Kilometer von Herzogenaurach entfernt, in Scheinfeld, liegt das Testlabor von Adidas. Eine Art Turnhalle, mit Kunstrasenmatten ausgelegt. Hier werden die unterschiedlichen Ballmodelle ausprobiert. Und sie werden getestet, zum Beispiel in der Schussmaschine, die den Ball auf 50 Kilometer pro Stunde beschleunigt, 3.500 Mal oder vier Stunden lang.

Bestandteile aus Asien

Zwei Modelle am Tag werden hier in der Entwicklungsphase getestet, erzählt Labortechniker André Täubel. Mit jedem neuen Ball werden auch seine Einzelbestandteile immer weiter entwickelt. Haben die Ingenieure sich entschieden, setzt Michael Hug ihre Entwürfe vom Reißbrett in die Tat um - er kauft das Material für den Ball auf der ganzen Welt ein. "Von innen gesehen, ist die Blase das Erste, und die kommt aus Indien", erläutert Hug. "In der Produktion sind die Inder führend."

Hans-Peter Nürnberg mit WM-Ball Teamgeist

Chef-Entwickler Hans-Peter Nürnberg mit dem WM-Ball

Fast alle Bestandteile des neuen Balls stammen aus Asien - denn Rohstoffe wie Kautschuk werden dort angebaut. Doch vor allem, weil Arbeitskräfte in Ländern wie Indien oder China billiger sind, können die Zulieferer ihre Produkte günstiger anbieten. Aus Nordvietnam kommt das Material für die Umhüllung der Latexblase, die so genannte Karkasse: Eine Mischung aus Polyester und Baumwolle, die an der Maschine zusammengenäht wird. Die äußere Schaumstoffbeschichtung kauft Michael Hug dann in Korea, hundert Kilometer südlich von Seoul.

Protest gegen die Arbeitsbedingungen

Die meisten Hersteller wie Adidas lassen einen Großteil ihrer Bälle in Pakistan nähen, in der Region Sialkot. 1996, zur Zeit der Fußballeuropameisterschaft in Großbritannien, gab es eine Protestwelle: Damals wurde bekannt, dass ein Viertel der Arbeiter in den Werkstätten Kinder waren. Die großen Konzerne, die sich aus Sialkot beliefern ließen, gerieten unter Druck. Die Folge: Ein weltweiter Vertrag über Arbeitsbedingungen in den Fabriken wurde unterzeichnet, das so genannte Atlanta-Agreement. Auch Adidas zog seine Konsequenzen und erstellte einen eigenen Verhaltenskatalog.

Lesen sie im zweiten Teil, unter welchen Bedingungen die Arbeiterinnen in Thailand arbeiten.

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