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Fußball

DFB-Team in Dubai gefordert

Das deutsche Nationalteam absolviert heute gegen die Vereinigten Arabischen Emirate das letzte Länderspiel seiner Asienreise. Beim 1:1 gegen China am Freitag war die DFB-Auswahl knapp an einer Blamage vorbeigeschrammt.

Chinas Torschütze Hao Junmin (li.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0 (Quelle: dpa)

Chinas Torschütze Hao Junmin (li.) jubelt nach seinem Treffer zum 1:0

Lukas Podolski (li.) und Hao Junmin kämpfen um den Ball (Quelle: dpa)

Lukas Podolski (li.) und Hao Junmin kämpfen um den Ball

Der Schalker Torwart Manuel Neuer wird heute beim Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Vereinigten Arabischen Emirate in Dubai sein Debüt feiern. Darauf legte sich Bundestrainer Joachim Löw bereits fest. Robert Enke, der beim 1:1 in China die Nummer eins war, wird auf der Ersatzbank Platz nehmen. Zudem wird Löw nach dem missglückten Experiment in Shanghai wieder zum gewohnten System mit zwei Spitzen zurückkehren und im Al-Maktoum-Stadion Mario Gomez und Lukas Podolski gemeinsam aufbieten.

Am Freitag war die DFB-Auswahl beim 1:1 in Schanghai knapp an einer Blamage vorbeigeschlittert. Der erste Auftritt einer deutschen Mannschaft in China begann gleich mit einem Schreck. Schon in der fünften Spielminute düpierte der Chinese Hao Junmin den erstmals seit der WM 2006 wieder aufgebotenen Innenverteidiger Robert Huth im Strafraum und ließ Nationaltorwart Robert Enke mit einem Schuss aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. Doch die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes zeigte sich nur kurz geschockt. Nach einem Pass von Bastian Schweinsteiger sorgte Lukas Podolski mit seinem 33. Länderspieltreffer nur zwei Minuten später für den 1:1-Ausgleich.

Deutsches Rumpf-Team ohne Führungspersönlichkeit

Angeführt von Kapitän Philipp Lahm, der beim Vize-Europameister zum ersten Mal von Beginn an die Spielführerbinde trug, bekam die deutsche Elf die Partie gegen die quirligen Asiaten trotz des schnellen Ausgleichs schon im ersten Durchgang nicht in den Griff. Auf links verteidigte Marcel Schäfer. Da Christian Gentner im defensiven Mittelfeld zum 25. Länderspiel-Debütanten unter Bundestrainer Joachim Löw avancierte, standen gleich zwei Spieler vom VfL Wolfsburg in der Startformation. Doch auch diese Spielvariante gab dem deutschen Spiel keine Sicherheit. Der im Sommer für rund 30 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Bayern München wechselnde Angreifer Mario Gomez hing als einzige Spitze über weite Strecken der Partie in der Luft. Dagegen hatte Podolski nicht nur wegen seines Tores die eine oder andere ordentliche Szene. Nicht zu übersehen war, dass die ansonsten spielprägenden Figuren wie Michael Ballack, Miroslav Klose und Per Mertesacker spürbar vermisst wurden. Dennoch wollte Bundestrainer Joachim Löw seine aufgebotenen Akteure nicht übergebühr kritisieren: "Ich denke die Mannschaft war schon auch bemüht die Dinge gut umzusetzen, aber es ging natürlich auch vieles so ein bisschen zu langsam: im Spielaufbau, in den Aktionen nach vorne." Einige Male sei das Können aufgeblitzt, da habe man auch immer gute Möglichkeiten gehabt. Aber in der Summe habe man gespürt, dass sich die Spieler sehr schwer getan hätten, gab Löw zu.

Bastian Schweinsteiger hat den Ball (Quelle: dpa)

Viel Stückwerk wenig Zählbares, auch bei Mittelfeldspieler Bastian Schweinsteiger (re. am Ball)

Am Ende eine gefühlte Niederlage

In der zweiten Spielhälfte entwickelte sich ein lockeres Spiel, in dem die Gastgeber die klareren Tormöglichkeiten auf ihrer Seite hatten. Die leichtfüßigen Chinesen stellten dabei die deutsche Defensive vor manch unangenehme Situation und hatten überraschend viel Ballbesitz. Der zusammengewürfelten deutschen Auswahl waren wie befürchtet die lange Saison und die strapaziöse Reise anzumerken. Gelungene Angriffsversuche gab es von deutscher Seite kaum. Der nun seit 795 Minuten im DFB-Trikot torlose Gomez verabschiedete sich mit einem Abseitstreffer und machte nach 62 Minuten für seinen Noch-Teamkollegen Cacau Platz. Der Stuttgarter ist damit der 26. Neuling im DFB-Team unter Löw. Mit der Einwechslung des gebürtigen Brasilianers stellte der DFB-Coach auf das vertraute 4-4-2-System um. Neue Impulse brachte dies aber nicht mehr und so war es verständlich, dass die zahlreichen deutschen Fans im Stadion ihre Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Katakomben verabschiedeten. Direkt nach dem Schlusspfiff wirkte der erneut glücklose Gomez schon ein wenig niedergeschlagen und meinte: "Natürlich haben wir uns das anders vorgestellt. Wir sind auf eine Mannschaft getroffen, die spritziger war. Sie haben deshalb dieses Unentschieden verdient. Dass ich nicht getroffen habe, ist kein Problem. Ich habe es versucht, aber es sollte nicht sein. Irgendwann wird es schon wieder passieren.“

Autor: Calle Kops

Redaktion: Stefan Nestler

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