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Politik

Deutschland und Japan ziehen bei Klimaschutz an einem Strang

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat mit dem japanischen Regierungschef Shinzo Abe die Übergabe der G8-Präsidentschaft von Deutschland an Japan vorbereitet. Der Klimaschutz soll ein wichtiges Thema bleiben.

Wegen der warmen Räume begrüßte Shinzo Abe Angela Merkel ohne Krawatte, Quelle: AP

Wegen der warmen Räume begrüßte Shinzo Abe Angela Merkel ohne Krawatte

Deutschland und Japan wollen bei ihren Bemühungen um einen besseren Klimaschutz und eine Reform des UN-Sicherheitsrats an einem Strang ziehen. Bei den Plänen für eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes habe man eine "intensive Abstimmung" vor allem im Rahmen der G8 vereinbart, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch (29.8.07) nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Shinzo Abe in Tokio.

Neuer Anlauf für UN-Reform

Familienfoto beim G8-Gipfel in Heiligendamm, Quelle: AP

Familienfoto beim G8-Gipfel in Heiligendamm

Auch die japanische Präsidentschaft im kommenden Jahr werde unter der "Überschrift des Klimaschutzes" stehen, sagte Merkel. Konkret sei über Möglichkeiten zur Energieeinsparung geredet worden. "Wir bereiten das sehr eng miteinander vor." Japan übernimmt mit dem Jahreswechsel den Vorsitz der Runde der acht führenden Wirtschaftsnationen.

Bei der UN-Reform machten Merkel und Abe ebenfalls ihre Bereitschaft zu einem gemeinsamen Vorgehen deutlich. 2004 hatten Deutschland und Japan gemeinsam mit Brasilien und Indien eine Initiative für eine Erweiterung des UN-Sicherheitsrats gestartet, die aber erfolglos blieb. In den vergangenen Monaten war es ruhig um das Thema geworden. Merkel hatte bereits am Dienstag während ihres China-Besuchs erklärt, dass sie einen neuen Anlauf für eine UN-Reform für nötig halte. Ende September wird sie an der UN-Vollversammlung in New York teilnehmen.

Gemeinsamer Anti-Terror-Kampf

Die Lage in Afghanistan war ein weiteres Thema des Gesprächs. Merkel dankte Japan für die logistische Hilfe, die das Land in Afghanistan leiste. Beide Seiten seien sich einig, "dass wir den terroristischen Aktivitäten nicht nachgeben dürfen". Die Kanzlerin begrüßte auch Abes Ankündigung, sich weiter an der internationalen Anti-Terror-Operation Enduring Freedom zu beteiligen. Japanische Schiffe hatten in der Vergangenheit in diesem Zusammenhang die deutschen Schiffe betankt, die am Horn von Afrika die internationalen Seewege sichern. Wegen dieser Zusage steht der innenpolitisch angeschlagene Abe unter zusätzlicher Kritik.

Blick auf die Gebäude des historischen Kiyomizu Tempels in der japanischen Stadt Kyoto, Quelle: dpa

Blick auf Kyoto

Am Vormittag hatte Merkel ihren dreitägigen China-Besuch mit einer Firmenbesichtigung beendet. In Japan ist sie zum ersten Mal seit ihrem Amtsantritt. Zuletzt war sie vor zehn Jahren als Bundesumweltministerin in dem ostasiatischen Land und nahm an der Konferenz teil, die das sogenannte Kyoto-Protokoll zum Ergebnis hatte. Am Freitag wird Merkel in Kyoto eine Rede zum Klimaschutz halten.

Konkrete Abbauziele

Deutschland, die übrigen EU-Länder und Japan sind die Länder in der Welt, die sich bislang in der Frage der Treibhausgase am deutlichsten für die Vereinbarung von konkreten Abbauzielen stark machen. Abe hatte vor dem G8-Gipfel von Heiligendamm einen Plan zur Reduzierung der Treibhausgase um die Hälfte bis 2050 vorgesehen. Dieses Ziel verfolgt auch die Bundesregierung. Einziger Unterschied: Als Basisjahr für die Berechnung will Merkel das Jahr 1990, Abe das Jahr 2007 festschreiben. 1990 käme Deutschland zu Gute, weil damals noch die Umweltbelastungen aus DDR-Zeiten zu spüren waren. Abe trat für die Einbeziehung aller Treibhausgaserzeuger in das Nachfolgeabkommen von Kyoto ein, das 2012 ausläuft.

Zu dem Treffen war Abe ohne Schlips erschienen. Grund: Die Klimaanlage in seiner modernen Residenz wurde ganz umweltbwusst so programmiert, dass sie die Temperatur nicht weiter als auf 28 Grad senkt. Dafür durften die Männer beider Delegationen ihre Krawatten ausziehen. Merkel begrüßte die unkonventionelle Kleiderordnung. Auch für das gemeinsame Abendessen hob das Protokoll die Krawattenpflicht auf. (stu)

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