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Ostmitteleuropa

Deutschland seit Jahren der wichtigste Handelspartner Polens

Warschau, 16.12.2002, RZECZPOSPOLITA, poln., Jakub Jasinski

Deutschland ist seit fast 30 Jahren der wichtigste Handelspartner Polens. Im Jahre 2001 belief sich die Handelsbilanz auf über 100 Milliarden Zloty (etwa 25 Milliarden Euro). Der Wert des polnischen Exports in die Bundesrepublik Deutschland betrug im letzten Jahr 51 Milliarden Zloty (ca. 12,7 Milliarden Euro) und machte 34,4 Prozent des gesamten polnischen Exports aus. Die Deutschen nehmen den dritten Platz in Bezug auf ausländische Investitionen in Polen ein. (...)

Der Handel mit Deutschland macht über 30 Prozent des gesamten Außenhandels Polens aus. Der Export nach Deutschland war im letzten Jahr sogar höher als der Gesamtexport zu den acht weiteren wichtigsten Handelspartnern Polens d. h. Frankreich (5,4 Prozent), Italien (5,4), Großbritannien (5 Prozent), Holland (4,7 Prozent), Tschechien (4,7 Prozent), Belgien (3,1 Prozent), Russland (2,9 Prozent) und die Ukraine (2,8 Prozent).

Der Wert des polnisch-deutschen Handelsaustausches, der sich nach Angaben des deutschen Amtes für Statistik auf 28,7 Milliarden Euro beläuft, sichert Polen den 13. Platz unter den Handelspartnern Deutschlands. Wir werden dabei u. a. von Tschechien überholt, wobei sich das deutsch-tschechische Handelsvolumen im letzten Jahr auf fast 29,5 Milliarden Euro belief.

Der Wert des polnischen Exports nach Deutschland ist in den neunziger Jahren von 7,3 Milliarden DM im Jahre 1991 auf 18 Milliarden DM im Jahre 1999 gestiegen. Die Steigerung des Handels war unter anderem dank des Abkommens möglich, das uns einen leichteren Zugang zu den EU-Märkten sicherte. Ferner spielte dabei auch die Erhöhung des Bedarfes an polnischen Erzeugnissen auf dem deutschen Markt und die Krise in Russland eine wichtige Rolle, die die polnischen Exporteure dazu zwang, nach neuen Handelspartnern im Westen zu suchen.

Deutschland bildet für Polen dank seines Wirtschaftspotentials praktisch einen unbeschränkten Markt. Das Bundesland Nordrhein-Westfallen z. B. importiert aus Polen Waren, deren Gesamtwert dem gesamten polnischen Export nach England, Italien und Griechenland entspricht.

Zu den typischen Merkmalen des Handels zwischen Polen und Deutschland gehören die hohen Werte des Exportes und die ständig wachsende Dynamik. Dabei sollte man auch bemerken, dass im Jahre 2001 beim Handel mit Deutschland ein Überschuss in Höhe von 1,5 Milliarden Zloty (etwa 375 Millionen Euro) erarbeitet wurde. Optimistisch stimmt aber auch die Struktur des Exportes nach Deutschland: Der Anteil an fertigen Produkten, der sich noch 1991 auf 57,2 Prozent belief, ist im Jahre 2001 auf über 80 Prozent gestiegen. (...) Unter den Fertigerzeugnissen hat die Herstellung von Produkten, die von deutschen Firmen direkt bestellt werden wie z. B. Bekleidung und Möbel und die dann unter eigenen Marken verkauft werden, einen großen Anteil. Auch der Export von Maschinen und Geräten sowie von Erzeugnissen der Autoindustrie gewinnt ständig an Bedeutung.

Nach den Angaben der staatlichen Agentur für Ausländische Investitionen in Polen (PAIZ), bei denen nur Investitionen im Wert von über einer Million Dollar registriert werden, haben bis Mitte 2002 insgesamt 212 deutsche Firmen investiert. Der Gesamtwert dieser Investitionen beläuft sich auf fast 7,5 Milliarden US Dollar .

Die deutsche Firma Metro AG hat allein im ersten Halbjahr 2002 in Polen 100 Millionen Dollar investiert. Unter den größten ausländischen Investoren belegen die Deutschen zur Zeit den dritten Platz nach Frankreich und den USA. Wenn man jedoch auch die Investitionen mittlerer und kleinerer Firmen berücksichtigt, die von der Statistik nicht erfasst werden, so kann man annehmen, dass die Deutschen die größten ausländischen Investoren in Polen sind.

Mit dem Handel ist jedoch auch die regionale Zusammenarbeit in den grenznahen Regionen verbunden, die bei den polnisch-deutschen Beziehungen eine sehr wichtige Rolle spielt. Besonders intensiv entwickelt sich die Zusammenarbeit der Gemeinden und Woiwodschaften aus der Grenzregionen mit ihren deutschen Partnern, besonders in den vier Euroregionen (Pomerania, Pro Europa Viadrina, Sprewa – Nysa – Bobr und Nysa). Das ist bei der Organisation des kleinen Handels und der kleinen Investitionen, in der Touristikbranche, in der Kommunikation und für den Umweltschutz usw. wichtig.

Die Zusammenarbeit der Regionen auf beiden Seiten der Grenze wird schon seit vielen Jahren gefördert u. a. vom Verband zur Wirtschaftsförderung, der bei der Anbahnung von Kontakten zwischen deutschen und polnischen Firmen hilft.

Auch der Prozess der Umstellung der Wirtschaft in Polen wird seit 1993 von einem speziellen Beratungsprogramm der deutschen Regierung unterstützt. Es hilft bei der Entstehung der Marktwirtschaft in Polen sowie bei der Schaffung politischer und juristischer Stabilität. Aufgrund des Programms TRANSFORM wurden an Polen insgesamt über 60 Millionen Euro für Schulungs- und Trainingsprojekte überwiesen.

Das Programm TRANSFORM konzentriert sich auch auf die Unterstützung des privaten Sektors sowie auf die Privatisierung. Dadurch soll aber auch die Konkurrenzfähigkeit der Wirtschaft Polens auf dem Binnenmarkt der Europäischen Union gestärkt werden. (Sta)

  • Datum 20.12.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/30vT
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