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Sport

Deutschland schrammt am Finale vorbei

Das Wunder ist ausgeblieben, aber die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft darf weiter von der ersten WM-Medaille seit 57 Jahren träumen. Im Halbfinale verlor die DEB-Auswahl nur knapp gegen Rekordweltmeister Russland.

Spielszene mit Robert Zepp (Foto: AP)

Deutschlands Goalie Robert Zepp hatte viel zu tun

Was für ein Spiel! Nachdem im Vorfeld der Partie von vielen Experten nur über die Höhe des russischen Sieges diskutiert worden war, belehrte die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft alle Kritiker wieder einmal eines Besseren. Im Halbfinale gegen Rekordweltmeister Russland unterlag das DEB-Team nur knapp mit 1:2 (1:0, 0:1, 0:1) und bewegte sich dank einer überragenden Mannschaftsleistung, in der alle deutschen Spieler bis an ihre Grenzen und darüber hinaus gingen, absolut auf Augenhöhe. "Die Mannschaft hat eines ihrer bislang besten Spiele geliefert", sagte Bundestrainer Uwe Krupp, dessen Team lange sogar mit 1:0 in Führung lag. "Wir hatten die Chance auf den zweiten und dritten Treffer. Aber die Russen machen das Tor. Das ist der Unterschied."

Torjubel Deutschland (Foto: AP)

Marcel Gocs Abstauber in der 16. Spielminute ließ die Deutschen jubeln

Torhüter Rob Zepp, der für Dennis Endras zwischen den Pfosten stand, hatte zunächst viel zu tun. Der Berliner hielt seinen Kasten zunächst aber sauber. Allerdings hatte er auch Glück, als Jewgeni Malkin nur den Pfosten traf (2.). Doch nach noch nicht einmal zehn Minuten war die russische Herrlichkeit vorbei. Die aggressiven und zweikampfstarken Deutschen hatten plötzlich mehr vom Spiel. Dem DEB-Team in die Karten spielte eine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Stürmer Nikolaj Kulemin, der sich einen Bandencheck gegen Korbinian Holzer leistete. Holzer musste mit einer leichten Gehirnerschütterung vom Eis. Die DEB-Auswahl spielte fünf Minuten in Überzahl. Als zudem auch noch Alexej Jemelin auf der Strafbank saß, nutzte das Krupp-Team die 5:3-Überzahl zu seinem zweiten Powerplay-Tor des Turniers. Nach einem Gewaltschuss von Christian Ehrhoff schaufelte Marcel Goc die Scheibe zum umjubelten Führungstreffer ins Netz (16.).

Ein Fehler reicht den Russen zum Sieg

Torjubel Russland (Foto: AP)

Am Ende jubelten doch die Russen

Mit wütenden Angriffen erhöhte der Titelverteidiger im zweiten Drittel den Druck, doch die deutsche Mannschaft kämpfte weiter grandios und bei Kontern durch Schütz und Müller sogar die Chance auf einen weiteren Treffer gehabt. Dann spielte der Rekordweltmeister bei fünf gegen fünf Powerplay und hatte Erfolg: Malkin traf zum Ausgleich (32.). Auch im Schlussdrittel kämpfte die DEB-Auswahl aufopferungsvoll, spielte weiter aggressiv und gleichzeitig diszipliniert, hatte noch einige gute Konterchancen. Doch der Druck der Russen wuchs und wurde letztlich durch den Treffer von Dazjuk belohnt, der einen Fehlpass von Gogulla abfing und Goalie Zepp im Eins-gegen-Eins keine Chance ließ (59.).

Deutschlands bester Verteidiger Christian Ehrhoff war der Frust Enttäuschung anzumerken. "Ich bin enttäuscht. Es ist schwer, Worte zu finden. Wir waren nahe dran, aber es reichte nicht", sagte er. "Die Russen haben unsere Fehler ausgenutzt." Dennoch kündigte Ehrhoff an, man wolle im Spiel um Platz drei noch einmal alles geben. Der Gegner heißt dann Schweden. Die Schweden verloren ihr Halbfinale gegen die Auswahl Tschechiens mit 2:3 nach Penaltyschießen. Während die DEB-Auswahl um die erste WM-Medaille seit dem 2. Platz bei der Weltmeisterschaft 1953 spielt, streben die Russen, die ihren 27. Sieg bei einer WM in Folge errangen, den dritten WM-Titel hintereinander an.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Arnulf Boettcher

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