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Aktuell Deutschland

Deutschland mietet Kampfdrohnen aus Israel

Für eine Übergangsfrist schafft die Bundeswehr die Drohne Heron TP an. Diese kann erstmals auch mit Raketen bestückt werden - mit Blick auf Auslandseinsätze. Die USA zogen in dem Rüstungsdeal den Kürzeren.

"Es wird um eine bewaffnungsfähige Drohne gehen", hob Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hervor. Dies werde "für die Zukunft Standard sein", so die CDU-Politikerin vor Journalisten in Berlin. Die mögliche Aufrüstung mit Raketen sei "wichtig für den Schutz der Soldatinnen und Soldaten in den Auslandseinsätzen", sagte von der Leyen. Das Vorgängermodell der nun ins Auge gefassten neuen Kampfdrohne ist in Afghanistan im Einsatz und käme dem Vernehmen nach auch zur Unterstützung in Mali in Frage.

Das ferngesteuerte Fluggerät solle die Zeit überbrücken, bis voraussichtlich ab 2025 eine europäische Drohne zur Verfügung stehe, kündigte die Verteidigungsministerin an. Deutschland wird die "Euro-Drohne" gemeinsam mit Frankreich und Italien entwickeln. Nach Angaben aus Regierungskreisen wird die Bundeswehr drei bis fünf Heron TP (in Israel: "Eitan") des Herstellers IAI leasen, die ab 2018 einsatzbereit sein und in Israel stationiert werden sollen. Deutscher Partner werde Airbus sein.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (foto: reuters)

Verteidigungsministerin von der Leyen präsentierte Übergangslösung für Drohnen im Auslandseinsatz

Der Kostenrahmen für das gesamte Projekt inklusive Raketen zur Bewaffnung werde mit 580 Millionen Euro veranschlagt. Generalinspekteur Volker Wieker entschied sich damit gegen das Konkurrenzprodukt Predator B des US-Konzerns General Atomics, das ebenfalls Waffen tragen kann. Wenn die Verträge ausgehandelt sind, will das Ministerium darüber noch einmal detailliert mit dem Parlament beraten. Unklar blieb zunächst, mit welchen Raketen die Drohnen ausgerüstet werden sollen. Sie müssten gekauft werden.

Nun wurde bekannt, dass die Bundesregierung eine Entsendung der reinen Aufklärungsdrohne Heron im Herbst nach Mali prüft. Dafür würde jedoch keines der Fluggeräte aus Afghanistan abgezogen, sondern ein neuer Vertrag mit IAI ausgehandelt, hieß es. Bisher ist lediglich die Verlegung deutscher Luna-Drohnen nach Mali geplant, die jedoch mit 80 Kilometern einen deutlich geringeren Aufklärungsradius haben. Die Vereinten Nationen bemühen sich seit langem um mehr Aufklärungsmittel für das riesige afrikanische Land.

Das Kabinett hatte Anfang Januar eine Ausweitung des Bundeswehr-Einsatzes in Mali beschlossen. Die Bundesregierung will bis zu 650 deutsche Soldaten als Teil eines UN-Stabilisierungseinsatzes dorthin schicken und die Zahl der deutschen Truppen in dem afrikanischen Land damit massiv aufstocken. Die Soldaten sollen anders als in der Vergangenheit großteils im gefährlichen Norden Malis stationiert werden und dort mit niederländischen Soldaten zusammenarbeiten.

SC/djo (rtr, afp, dpa)