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Chinesischer Dissident

Deutscher Krebsspezialist zu Liu Xiaobo vorgelassen

Weltweit wächst die Sorge um Chinas prominenten politischen Gefangenen. Nun machte Pekings Führung ein kleines Zugeständnis.

Hongkong Proteste für Liu Xiaobo (Getty Images/AFP/A. Wallace)

Unterstützer von Liu Xiaobo forderten vor zwei Tagen in Hongkong die Freilassung des Schwerkranken

Ein deutscher Arzt hat nach einem Bericht der in Hongkong erscheinenden Tageszeitung "South China Morning Post" als erster Ausländer den todkranken chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo sehen dürfen. Das Blatt beruft sich auf das Auswärtige Amt in Berlin. Der Krebsspezialist sei momentan vor Ort im Krankenhaus in Shenyang in der Nordost-Provinz Liaoning, schreibt die Zeitung weiter.

Nach ihren Informationen hat das Hospital auch einen amerikanischen Spezialisten eingeladen. Eine Sprecherin des US-Außenministeriums bestätigte, man bemühe sich derzeit um die Erledigung der Formalitäten.

Liu leidet an Leberkrebs im Endstadium. Der Zustand des Dissidenten hat sich in den vergangenen Tagen verschlechtert. Die Familie wurde gebeten, sich rund um die Uhr bereit zu halten. Der 61-Jährige ist der bekannteste politische Gefangene Chinas. Menschenrechtler, die USA und europäische Staaten sowie Prominente haben wiederholt eine Ausreise-Erlaubnis für Liu gefordert.

2009 war Liu - der sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt hatte - wegen "Untergrabung der Staatsgewalt" zu elf Jahren Haft verurteilt worden. Ende Juni wurde er "auf Bewährung" freigelassen und in ein Krankenhaus gebracht. Die chinesische Regierung lehnt jedoch die Ausreise des Schwerkranken zu einer Behandlung im Ausland ab.

Die US-Botschaft in Peking verlangte laut der "South China Morning Post" nochmals die bedingungslose Freilassung Lius und seiner Frau Liu Xia, die unter Hausarrest steht. Dazu gehöre auch Bewegungsfreiheit, hieß es.

se/hk (epd, rtr, dpa)