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Sport

Deutscher Handball-Krimi gegen Schweden

Nach durchwachsener erster Hälfte meldet sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft gegen Schweden eindrucksvoll zurück und feiert den ersten Sieg bei der EM in Polen. Besonders der Torwart überzeugt.

Mit einer Energieleistung hat die junge deutsche Mannschaft bei der Handball-EM in Polen Rekord-Europameister Schweden niedergekämpft: Die DHB-Auswahl setzte sich in Breslau im zweiten Vorrundenspiel knapp aber verdient mit 27:26 (13:17) durch. Besonders großen Anteil am Erfolg, mit dem die Deutschen Kurs auf die Hauptrunde nehmen, hatte ihr überragender Torhüter Andreas Wolff, der immer wieder glänzende Paraden zeigte und seine Mannschaft im Spiel hielt.

"Wir haben die erste Partie gegen Spanien unglücklich verloren", sagte Wolff anschließend. "Die Schweden haben von Anfang an gezeigt, wie stark sie sind. Ich habe von hinten versucht, Signale zu senden, dass wir aufwachen müssen. Und in der zweiten Halbzeit haben wir das sehr gut umgesetzt"

In der ersten Halbzeit musste Bundestrainer Dagur Sigurdsson von außen noch beobachten, dass seine Abwehr erneut große Probleme hatte und besonders Johan Jakobsson von Bundesligist Flensburg-Handewitt überhaupt nicht in den Griff bekam. Torhüter Carsten Lichtlein war ebenfalls kein Faktor, im Angriff agierte die DHB-Auswahl zudem viel zu hektisch und lud die abwehrstarken Schweden durch Fehlwürfe und technische Fehler immer wieder zu Tempogegenstößen ein.

Nach dem 6:9 in der 11. Minute reagierte Sigurdsson: Der Bundestrainer brachte Wolff für Lichtlein. Kurzzeitig wurde das deutsche Spiel gegen die mit acht Bundesliga-Legionären angetretenen Schweden besser. Steffen Fäth glich mit seinem ersten Tor zum 10:10 (18. Minute) aus, doch ein Wechselfehler, ein in dieser Phase kaum zu bezwingender schwedischer Torwart und unnötige Zeitstrafen warfen die unerfahrene deutsche Mannschaft wieder zurück. "Wir brauchen mehr Ruhe", forderte Sigurdsson in einer Auszeit. Zur Pause stand es 13:17.

Offensivere Verteidigung und ein Spitzen-Keeper

Dann aber drehte sich das Spiel: Die Deutschen verteidigten offensiver, gewannen einige Bälle und schafften innerhalb von fünf Minuten in Halbzeit zwei den Ausgleich. Vorne klappte jetzt viel mehr als im ersten Durchgang, zudem trieb Torhüter Wolff die Schweden zur Verzweiflung. Es folgte der große Auftritt von Steffen Weinhold: Der deutsche Kapitän sorgte mit zwei Treffern für die erste Führung der DHB-Auswahl, wenig später fiel in Unterzahl sogar das 23:20. Die Weichen standen auf Sieg.

Handball-Europameisterschaft Deutschland - Schweden, Jubel Tobias Reichmann (Foto: JOHANNAxLUNDBERG BB160118JL052)

Rechtsaußen Tobias Reichmann erzielte neun Treffer und war bester Werfer der Deutschen

Doch das Wechselbad der Gefühle ging weiter: Nach einer 26:22-Führung (48.) ließ das DHB-Team Schweden wieder bis auf ein Tor herankommen (27:26/56.). Kurz vor Schluss sah Christian Dissinger nach einer harten Abwehraktion die Rote Karte - Deutschland geriet erneut in Unterzahl. Doch Wolff hielt den Sieg in einer hektischen Schlussphase fest. Ein letzter Freiwurf der Schweden rauschte wenige Sekunden vor der Schlusssirene knapp über die Torlatte.

"Es war ein heißes Spiel", sagte Sigurdsson. "Wir wussten,dass es bis zur letzten Sekunde gehen wird. Kompliment an die Jungs." Ein wenig auf die Bremse trat Matchwinner Wolff: "All zu sehr freuen darf man sich auch nicht", sagte er. "In zwei Tagen haben wir das nächste wichtige Spiel." Dann, am Mittwoch, genügt den Deutschen gegen den WM-Achten Slowenien schon ein Punkt, um die zweite Turnierphase zu erreichen.

asz (sid, dpa)

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