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Sport

Deutsche Handballer verlieren EM-Auftakt

Das Team des Deutschen Handballbundes startet mit einer Niederlage in die EM in Polen. Eine schwache erste Hälfte verhindert einen möglichen Punktgewinn gegen Favorit Spanien. Am Montag ist Schweden der nächste Gegner.

Die deutschen Handballer haben am Samstag in Breslau bei der EM in Polen ihr Auftaktspiel gegen den Gruppenfavoriten Spanien mit 29:32 (15:18) verloren. Vor rund 5000 Zuschauern kostete eine siebenminütige Schwächephase zwischen dem 10:10 (16. Minute) und dem 11:18 (23.) die junge deutsche Mannschaft einen möglichen Punktgewinn gegen den zweimaligen Weltmeister. Beste deutsche Torschützen waren Christian Dissinger mit sechs und Tobias Reichmann mit fünf Treffern.

"Ich ärgere mich über die Niederlage. Wir hätten vielleicht etwas holen können, aber es war nicht unser Tag. Wir haben gut gekämpft, gut gespielt. Es fehlten Kleinigkeiten", sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson und beschwerte sich über die Schiedsrichter: "Wenn man sieht wie Entscheidungen oder Nicht-Entscheidungen getroffen wurden, dann muss man sagen, dass Spanien einen kleinen Bonus hatte." Auch der wegen Wadenproblemen und einer Reizung der Achillessehne ausgefallene Kapitän Uwe Gensheimer lobte seine Teamkollegen: "Man hat gespürt, dass wir nah dran waren. Wir können mit dem Auftreten zufrieden sein. Wir müssen nur die kleinen Fehler abstellen, dann können wir viel erreichen."

Mangelnde Erfahrung

Tobias Reichmann, Steffen Weinhold, Erik Schmidt und Rune Dahmke (l.-r.) bilden eine Mauer (Foto: Adam Nurkiewicz/Getty Images)

Reichmann, Weinhold, Schmidt und Dahmke (l.-r.) bilden eine Mauer gegen den Spanier Maqueda

Die unerfahrene deutsche Mannschaft begann mit ihren 14 EM-Debütanten ohne Nervosität. Die von Sigurdsson geforderten schnellen Abschlüsse, bevor sich die spanische Deckung formiert hat, setzte die DHB-Auswahl in der Anfangsphase perfekt um. Der Lohn war eine 6:4-Führung nach sechs Minuten, auf die der spanische Trainer Manuel Cadenas mit einer frühen Auszeit reagierte.

Danach kam der Favorit besser ins Spiel, bei der deutschen Mannschaft schlichen sich nach dem 9:7 (12.) immer mehr Fehler ein. Riskante Anspiele an den Kreis führten immer wieder zu Ballverlusten, die von den Iberern mit ihrem perfekten Gegenstoßspiel gnadenlos bestraft wurden. Sigurdsson nahm nach dem 10:13 (17.) eine Auszeit und wechselte seine Torhüter. Andreas Wolff ersetzte Routinier Carsten Lichtlein, den letzten verbliebenen Weltmeister von 2007. Wolff bekam zunächst aber ebenso wie Lichtlein kaum einen Ball zu fassen, zudem offenbarte die deutsche Abwehr große Abstimmungsprobleme. Beim 11:18 (23.) sah es nach einem Debakel aus.

Kampf ohne Belohnung

Der Spanier Jorge Maqueda (r.) sieht die Rote Karte und muss vom Platz (Foto: Getty Images/A. Nurkiewicz)

Jorge Maqueda (r.) sieht Rot und muss vom Feld

In einer hektischen Schlussphase der ersten Halbzeit kämpfte sich die DHB-Auswahl mit vier Toren in Folge zurück - das blieb bei den Spaniern nicht ohne Wirkung. Jorge Maqueda warf bei der letzten Aktion des ersten Durchgangs Steffen Weinhold den Ball bei einem Freiwurf aus kurzer Distanz mitten ins Gesicht und sah von den französischen Schiedsrichtern die Rote Karte. Eine Rudelbildung auf dem Feld war die Folge.

In der Pause beruhigten sich die Gemüter wieder, nach der Roten Karte und weiteren Zeitstrafen gegen Ende der ersten Halbzeit agierte die DHB-Auswahl zu Beginn des zweiten Durchgangs für kurze Zeit in dreifacher Überzahl - doch dem zweimaligen Weltmeister Spanien gelang das erste Tor zum 15:19 (32.).

Doch der Europameister von 2004 war lautstark unterstützt von den deutschen Fans nun wieder in der Partie, Torhüter Wolff steigerte sich von Minute zu Minute und zeigte starke Paraden. Auf der anderen Seite wurde aber auch Spaniens Weltklassetorhüter Arpad Sterbik besser - so schaffte es der Außenseiter nicht, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Spanien spielte seine Routine aus und gewann.

Nach einem spielfreien Tag ist am Montag um 20.30 Uhr Schweden der nächste Gegner. Mit einem Sieg hätte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gute Chancen auf das Erreichen der Hauptrunde.

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