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Wirtschaft

Deutsche Wertarbeit in China gefragt

Gute Nachrichten für deutsche Exporteure: Der Handel mit China boomt. Die hohe Qualität der deutschen Produkte wird im Reich der Mitte geschätzt. Doch an dem guten Ergebnis hat auch die Lungenkrankheit SARS ihren Anteil.

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Grundsteinlegung für neues VW-Werk in China

Nachdem die Volksrepublik China letztes Jahr schon zum größten Abnehmerland für deutsche Produkte in Asien aufgestiegen ist, schnellten die deutschen Ausfuhren im ersten Halbjahr 2003 weiter in die Höhe. Das Volumen der Exporte nach China erreichte elf Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von knapp 54 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Davon profitieren hauptsächlich die Branchen, in denen Deutschland traditionell stark ist: Maschinenbau, Kraftfahrzeuge und Medizintechnik.

Exportschlager Maschinenbau

Deutsche Wertarbeit wird in China hochgeschätzt. Im ersten Halbjahr 2003 haben Chinesen 4,2 Milliarden Dollar für deutsche Maschinen ausgegeben, 62 Prozent mehr als in der ersten Jahreshälfte 2002. Nach Ansicht von Bernd Schaaf, Korrespondent der Bundesagentur für Außenwirtschaft in Peking, liegt das zum einen an der Senkung der Zölle Chinas nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation WTO. Zum anderen sei die enorme wirtschaftliche Entwicklung des Landes dafür verantwortlich. "Wir hatten im ersten Halbjahr ein Wachstum von mehr als acht Prozent in der chinesischen Volkswirtschaft. Entsprechend benötigt China hochwertige Maschinenbau-Erzeugnisse", sagt Schaaf. "Wir haben zwar ein Preisproblem bei unseren Produkten, aber was die Qualität anbelangt, ist Deutschland immer noch führend, so dass wir in China immer noch eine gute Wettbewerbsposition haben."

In einzelnen Segmenten, wie zum Beispiel Textilmaschinen ist China sogar weltweit zum wichtigsten Kunden Deutschlands geworden. Die Senkung der Zölle durch die chinesischen Behörden brachte der Ausfuhr der deutschen Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeug-Teile einen traumhaften Zuwachs von 120 Prozent. Das liegt an der traditionell guten Zusammenarbeit der beiden Länder in der Automobil-Branche. Vor allem VW betreibt seit Jahren große Joint-Ventures in China und verfügt dort über einen Marktanteil von über 40 Prozent. Allein über diese Joint-Ventures werden sehr viele Teile aus Deutschland importiert.

SARS als Wirtschaftsmotor

So zynisch es klingen mag, für Bernd Schaaf ist der Boom in dieser Branche auch der gefährlichen Lungenkrankheit zu verdanken. Viele Chinesen hätten sich Autos gekauft, weil sie nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren wollten. "VW hat davon überproportional profitiert", so Schaaf. Stark gewachsen sind auch die Exporte von Medizintechnik in das bevölkerungsreichste Land der Erde. Das liegt nach Ansicht von Schaaf allerdings nicht allein an SARS. China ist insgesamt dabei, sein gesamtes Gesundheitswesen zu verbessern, und da haben deutsche Anbieter einen guten Stand mit ihren Produkten."

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