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Politik

Deutsche unter Terrorverdacht in Pakistan festgenommen

Zwei deutsche Staatsbürger sind in Pakistan nach Angaben aus Sicherheitskreisen unter Terrorverdacht festgenommen worden. Sie sollen in Afghanistan an einem Trainingscamp für Terroristen teilgenommen haben.

Ein pakistanischer Bus fährt zur iranischen Grenze, Archivbild, AP

Die pakistanisch-iranische Grenzregion bei der Stadt Quetta

Ein Offizier des Grenzschutzes in der südwestpakistanischen Stadt Quetta sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag (6.7.07), die beiden Festgenommenen seien Brüder türkischer Herkunft und hätten Verbindungen zu El Kaida. In Afghanistan hätten die deutschen Staatsbürger ein Trainingscamp von Terroristen besucht. Sie seien von Afghanistan nach Pakistan gereist und hätten auf ihrem Weg zurück nach Westeuropa versucht, die Grenze zum Iran zu überqueren. Die beiden Männer seien Ende 20 oder Anfang 30 und hätten sowohl einen deutschen als auch einen türkischen Pass.

Auswärtiges Amt prüft die Hinweise noch

Der Grenzschutzoffizier sagte, die Brüder seien bereits am Dienstag wegen unvollständiger Papiere am Grenzübergang zum Iran festgenommen worden. Nach Verhören seien sie nun dem berüchtigten Geheimdienst ISI übergeben worden. Zwei Abteilungen des Grenzschutzes bestätigten die Festnahmen unabhängig voneinander. Die pakistanische Regierung wollte sie dagegen zunächst nicht bestätigen.

Das Auswärtige Amt in Berlin (AA) teilte mit, die deutsche Botschaft in Islamabad prüfe Hinweise auf mögliche Festnahmen von deutschen Staatsbürgern in Pakistan. "Zur Stunde gibt es noch keine Antwort von pakistanischer Seite", sagte AA-Sprecher Martin Jäger.

Bundeskriminalamt: Terrorgefahr in Deutschland

Im vergangenen Monat waren drei Deutsche unter Terrorverdacht in Pakistan festgenommen worden, die illegal in den Iran einreisen wollten. Zuletzt hatte es geheißen, sie sollten demnächst nach Deutschland ausgeliefert werden. Von den drei Männern, die nach pakistanischen Angaben Kontakte zu der Terrorgruppe Jihad-e-Islamia unterhielten, stammte einer aus dem Großraum Ulm. Bei den Festgenommenen handelte es sich um zwei 45 beziehungsweise 29 Jahre alte Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit sowie einen 23-jährigen staatenlosen Mann mit Niederlassungserlaubnis in Deutschland.

Nach Einschätzung des Bundeskriminalamts lassen sich in Lagern von Extremisten in Pakistan auch Islamisten aus Deutschland ausbilden. Ende Juni hatten deutsche Sicherheitsbehörden mit Hinweis auf mögliche Anschläge durch Extremisten, die nach Deutschland zurückkehren, von einer erhöhten Terrorgefahr gesprochen. (vem)

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