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Kultur

Deutsche lieben Papst Franziskus

Weltweit erfreut sich Papst Franziskus großer Beliebtheit, auch ein Jahr nach seinem Amtsantritt. Was denken die Deutschen?

Er hat zwölf Millionen Follower auf Twitter, 2013 war er die am häufigsten erwähnte Person auf Facebook, nun legt ein italienischer Zeitungsverlag ein eigenes Wochenblatt für ihn auf: Die Beliebtheit von Papst Franziskus ist auch ein Jahr nach seinem Amtsantritt ungebrochen, unter Katholiken wie Nichtkatholiken. Zwei Drittel aller Deutschen und vier von fünf deutschen Katholiken mögen diesen Papst, ermittelte das Institut für Demoskopie Allensbach Mitte Dezember 2013.

"Ich halte viel von Papst Franziskus", sagt Günther Meier (58). Der Bonner steht selbst keiner Kirche nahe, schätzt aber an Franziskus, dass er die Kirche neu gestalte und Ideen habe: "Ein interessanter Mann". Die evangelische Studentin Carolin Kunz (19) hat ebenfalls Sympathien für den Papst: "Er ist nicht abgehoben und ziemlich nah bei den Menschen."

Auch Benedikt war ein "echtes Vorbild"

Papst Franziskus Erwartungen Kirche

Kevin Broja: Fan von Johannes Paul II.

Auch Vorgängerpapst Benedikt XVI. war ein Jahr nach seiner Wahl in Deutschland gut angesehen: In einer Forsa-Umfrage für die Deutsche Welle Anfang September 2006 nannten ihn etwas mehr als die Hälfte aller Deutschen und knapp drei Viertel aller Katholiken ein "echtes Vorbild". Die Werte für Franziskus sind aber noch besser – selbst in Deutschland, der Heimat des alten Papstes.

Offenbar spielt die Herkunft des Papstes für seine Popularität kaum eine Rolle: "Natürlich bleibe ich als Pole Fan von Johannes Paul II.", sagt etwa der Bonner Informatikstudent Kevin Broja (21). Franziskus' Art habe ihn dennoch von Anfang an begeistert. Und obwohl sich der ehemalige Ministrant Christian Oebelt (28) mit dem "deutschen" Papst besser identifizieren konnte, setzt er große Hoffnungen in Papst Franziskus: "Ich wünsche mir, dass er sich für Frieden in der Welt, vor allem in der Ukraine, einsetzt."

"Phantastisches Image"

Papst Treffen Castel Gandolfo Benedikt Franziskus

Kein Bruch: Franziskus und Benedikt

Ein Lob aus Expertensicht hat der Auftrittsberater Wolf Achim Wiegand für Franziskus übrig: Im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur bescheinigt er dem Papst ein "phantastisches Image" und meint: "Im Moment wüsste ich kaum einen Rat, was er in der Außenwirkung noch besser machen könnte." Einzig innerkirchliche Gegner oder Traditionalisten könnten sein Bild noch ankratzen.

Tatsächlich finden sich die kritischsten Stimmen zum neuen Papst vor allem auf erzkonservativen und traditionalistischen katholischen Internetseiten. Hier wird Franziskus gerne eine "Verwässerung der Lehre" vorgeworfen. Neuer und alter Papst werden gegeneinander ausgespielt.

Papst der Bescheidenheit und Kontinuität

Papst Franziskus selbst lehnt den Kult um seine Person ab: "Ich mag diese Papst-Franziskus-Mythologie nicht", sagte er kürzlich in einem Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Der Papst sei "ein normaler Mensch" und kein Supermann, so Franziskus. Auch gegen Versuche, ihn und seinen Vorgänger gegeneinander auszuspielen, wehrt er sich: Papst Benedikt XVI. sei eine "Institution", seine Weisheit ein "Geschenk Gottes".

Papst Franziskus Erwartungen Kirche

Daniel Weisser: Papst steht in 2000-jähriger Tradition

Das sieht auch der Promotionsstudent Daniel Weisser (30) so. Der praktizierende Katholik nennt Papst Franziskus einen "großen Gewinn für die katholische Kirche", durch seine offene Art gewinne er viele Sympathien und werbe so für die christliche Botschaft und die Kirche. Von Franziskus erwartet er, was er von jedem Papst erwarte, nämlich, "dass er die fast 2000-jährige Tradition der Kirche bewahrt, fortführt und auf heutige Herausforderungen im Licht der christlichen Tradition antwortet."

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