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Nahost

Deutsche im Irak vermisst

Im Irak werden seit Tagen zwei deutsche Sicherheitsbeamte vermisst. Dies hat die Bundesregierung bestätigt. Hinweise auf eine Entführung gäbe es nicht. Über das Schicksal der beiden Männer ist nichts bekannt.

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Immer wieder umkämpft:
Falludscha im "sunnitischen Dreieck"

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, das zwei Sicherheitsbeamte der Bagdader Botschaft "seit mehreren Tagen" spurlos verschwunden seien. Anhaltspunkte für eine Entführung gebe es nicht. Im Irak halten Aufständische seit Tagen mehrere Ausländer in ihrer Gewalt, darunter drei Japaner, um einen Abzug der fremden Soldaten zu erpressen. Nach bisherigen Erkenntnissen waren unter den Geiseln jedoch keine Deutschen. Auch zwei US-Soldaten und mehrere Zivilisten werden nach einem Angriff auf einen Fahrzeugkonvoi bei Bagdad am Karfreitag vermisst.

Auch nach Angaben des Bundesinnenministeriums gibt es nach wie vor keine Hinweise auf eine Entführung. Ein Sprecher schloss aber nicht aus, dass die beiden Beamten, die seit einem routinemäßigen Personalaustausch vermisst würden, ums Leben gekommen sind.

Waffenstillstand angestrebt

Nach ARD-Informationen handelt es sich bei den vermissten Deutschen um Beamte der Sondereinheit GSG-9 des Bundesgrenzschutzes, die am Mittwoch (07.04.2004) in einem Fahrzeug-Konvoi auf dem Weg von der jordanischen Hauptstadt Amman nach Bagdad überfallen wurden. Dabei habe es offensichtlich ein schweres Feuergefecht gegeben. Andere Autos des Konvois sollen die Botschaft später erreicht haben. Nach Angaben des ZDF sind die beiden 38 und 25 Jahre alten Deutschen in der Nähe von der umkämpften Widerstandshochburg Falludscha verschwunden. Ihre Fotos seien in der Tagespresse in Bagdad veröffentlicht worden.

Irak Karte

Das US-Militär im Irak strebt unterdessen einen beidseitigen Waffenstillstand für die westirakische Stadt Falludscha an. Dies erklärte US-Militärsprecher General Mark Kimmitt in Bagdad. Die Waffenruhe solle Verhandlungen zwischen der irakischen Übergangsregierung und Vertretern der sunnitischen Aufständischen ermöglichen. Am Vortag habe man lediglich eine einseitige Aussetzung der offensiven Operationen verfügt, sagte Kimmitt.

Kämpfe auch in Bagdad

Seit Wochenbeginn seien in der umkämpften Stadt mindestens 450 Iraker getötet und mehr als 1000 verwundet worden, berichtete der arabische Fernsehsender El Dschasira unter Berufung auf den Leiter des größten Krankenhauses in Falludscha. Mehrere Mitglieder des irakischen Regierungsrats haben dem Vernehmen nach mit ihrem Rückzug aus dem Gremium gedroht, sollten die Kämpfe um Falludscha nicht beendet werden.

In Amman bemühte sich unterdessen der japanische Vizeaußenminister Ichiro Aisawa um die Freilassung der japanischen Geiseln. El Dschasira hatte ein Video ausgestrahlt, auf dem bewaffnete Geiselnehmer mit den Japanern zu sehen sind. Die Entführer, die sich "Irakische Mudschahedin-Brigaden" nennen, hatten damit gedroht, die drei Zivilisten - zwei Männer und eine Frau - bei lebendigem Leib zu verbrennen, wenn die japanischen Truppen nicht bis Sonntagabend (11.4.) aus dem Irak abgezogen würden.

In der von Sunniten bewohnten Bagdader Vorstadt Adhamija sind am Ostersamstag Kämpfe zwischen Aufständischen und US-Truppen ausgebrochen. Augenzeugen sahen vermummte Guerillas, die in kleinen Formationen versuchten, US-Trupps anzugreifen. Über dem Stadtteil kreisten US-Helikopter, Kampflärm sei zu hören gewesen. Bereits am Morgen hatten dort alle Geschäfte geschlossen, und die Straßen waren menschenleer.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi traf zu einem Überraschungsbesuch bei den italienischen Truppen in der südirakischen Stadt Nasirija ein. Dort sind rund 3000 italienische Soldaten stationiert.

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