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Aktuell Europa

Deutsche gespalten in der Griechenlandfrage

Etwa die Hälfte ist dafür, Griechenland im Euroraum zu halten, die andere Hälfte dagegen. Das ergaben unterschiedliche Umfragen. Sie zeigen auch: den Deutschen geht die Geduld mit Griechenland aus.

Zwei Umfragen, zwei Ergebnisse. Einmal ließ das Magazin "Focus" fragen und einmal das ZDF. In der " Focus"- Umfrage sprach sich eine knappe Mehrheit der Befragten für einen Verbleib Griechenlands im Euroraum aus. Demnach waren 46 Prozent dafür aus, dass die Griechen den Euro behalten. 42 Prozent wollen, dass das Land den Euroraum verlässt und zu seiner alten Währung, der Drachme, zurückkehrt. Der Rest war unentschlossen oder machte keine Angaben. Für die TNS Emnid-Umfrage im Auftrag des "Focus" wurden am 8. und 9. Juni 2015 insgesamt 1004 Personen befragt.

Dafür oder dagegen?

In der Umfrage für das ZDF-Politbarometer sprach sich jeder zweite Befragte dagegen aus, dass Griechenland weiterhin zur Gruppe der Euro-Länder gehören sollte. Hier sahen die Ergebnisse so aus: nur 41 Prozent wollten, dass Griechenland den Euro behält, 51 Prozent der Befragten waren dagen und somit für einen Austritt des Landes aus der gemeinsamen Währung.

Woher kommen die Unterschiede?

Die unterschiedlichen Ergebnisse lassen sich mit den Zeitpunkten der Befragungen erklären. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte für das ZDF in der Zeit vom 9. bis 11. Juni 2015 bei 1230 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten nachgefragt - damit wurde in der ZDF-Erhebung die jüngste Zuspitzung im Schuldenstreit berücksichtigt und die wirkte sich offensichtlich aus.

Plakat mit der Aufschrift Germany lives Greece (Foto: AFP)

Wie stark ist die Liebe? In der Griechenland-Frage sind die Deutschen gespalten.

Deutlicher wird aber wird die Stimmung in Deutschland in einem Vergleich mit dem Beginn des Jahres. Damals wollten in einer ZDF-Erhebung noch 55 Prozent der Befragten Griechenland weiter in der Währungsunion halten.

Vorbereitungen für einen Staatsbankrott

Griechenland droht die Staatspleite. Die Regierung in Athen konnte sich mit ihren Gläubigern bislang aber nicht auf weitere Hilfen einigen. Die Geldgeber fordern harte Reformen als Gegenleistung für frisches Kapital. Deutschland ist innerhalb der EU der größte Hellas-Gläubiger.

Alarmiert durch die festgefahrenen Verhandlungen mit Athen bereitet sich die Eurozone erstmals offiziell auf einen griechischen Staatsbankrott vor: Vertreter der Euro-Staaten hätten mit den Beratungen über die Folgen einer Pleite begonnen, hieß es aus EU-Kreisen. Eine Zahlungsunfähigkeit bedeute aber nicht gleich einen Euro-Ausstieg.

Athen will wieder verhandeln

Nun aber scheint Griechenland wieder auf seine Gläubiger zugehen zu wollen. Aus Athen hieß es, man sei bereit, die Differenzen zu überbrücken. Für Samstag seien erneut Verhandlungen in Brüssel geplant, Ministerpräsident Alexis Tsipras habe mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker telefoniert.

Geld zum Schuldenabbau gegen Einschnitte

Aus Verdruss über die Ablehnung Griechenlands, die Löhne und Renten zu kürzen, waren am Donnerstag die Vertreter des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus Brüssel Richtung Washington abgereist. Für eine Auszahlung der 7,2 Milliarden Euro Hilfsgelder bis Ende des Monats läuft die Zeit ab.

Sollten diese aber nicht ausgezahlt werden, würde Athen das Geld fehlen, um seine Schulden beim IWF zu begleichen. Dann wäre das Land pleite.

cw/fab (dpa, afp, rtr)