1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Der vergessene Krieg

Der Tschetschenien-Krieg ist immer noch nicht zu Ende. Regelmäßig werden brutale Menschenrechtsverletzungen beklagt. Doch seit dem 11. September ist die Kritik des Westens an Russlands schmutzigem Krieg verstummt.

default

Die zerstörte Stadt Grosny in Tschetschenien

Russland gehört nach den Terroranschlägen in den USA zur weltweiten Anti-Terror-Koalition. Die "Gegenleistung" der westlichen Staaten besteht darin, dass man den Russland-Einsatz im Kaukasus überdenken wolle. Moskau solle wegen des Tschetschenien-Konflikts nicht isoliert werden. Tschetschenien kämpft seit Jahren für Unabhängigkeit, doch die Grenzen zwischen dem nationalen Befreiungskampf und fundamentalistischem Terror verwischten immer mehr. Russland will auf gar keinen Fall ein souveränes Tschetschenien, doch den Krieg kann es auch nicht gewinnen. So gehen Plünderung, Mord und Vergewaltigung weiter, ohne dass es in der Weltöffentlichkeit große Schlagzeilen macht. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" beschreibt Tschetschenien als "Gefängnis unter freiem Himmel."

Zweierlei Maß

Moskau hingegen fühlt sich vom Westen ungerecht behandelt. Im Kampf gegen den Terrorismus dürfe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden, so Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow am vergangenen Samstag (2. Februar 2002) in München. Während die USA mit internationaler Billigung in Afghanistan aktiv seien, stünde Russland wegen seines Anti-Terror-Einsatzes in Tschetschenien nach wie vor am Pranger der Weltgemeinschaft. Nach dem 11. September wuchs das Verständnis in vielen europäischen Städten für die russische Tschetschenien-Politik, doch vor allem Menschenrechtsgruppen fordern nach wie vor den Abzug der russischen Armee aus der Kaukasus-Republik.

Kein Ende des Krieges in Sicht

Russische Panzer in Tschetschenien

Russische Panzer in Tschetschenien

Ein Ende des Tschetschenienkrieges zeichnet sich nicht ab und damit ist auch der Frieden nicht in Sicht. Der russische Tschetschenienminister Wladimir Jelagin erklärt, warum Moskau den Krieg führen muss. Aus seiner Sicht herrschten in der als unabhängig ausgerufenen Republik damals mafiose Strukturen. Die Machthaber beschäftigten sich mit Geiselnahmen, Waffen- und Drogenhandel. "Die Schulen und Krankenhäuser waren geschlossen, es wurden keine Gehälter und Renten bezahlt, kurzum, die Macht befand sich in den Händen von Banditen. Deshalb musste man die Menschen in Tschetschenien von dieser fürchterlichen Regierung befreien."

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links